10 Minuten mit Händen und Gesicht im Freien – auch bei bedecktem Himmel – im Winter, reicht aus, um genügend Vitamin D im Körper zu produzieren“. Dieser gefährliche Unsinn wird in deutschen Medien nach wie vor unwidersprochen verbreitet.

Prof. Michael Holick hatte schon in seinem Buch “Schützendes Sonnenlicht” frühere Forschungsergebnisse zusammengefasst. Jetzt belegt eine detaillierte norwegische Studie, welche Intensität von UV-Strahlen notwendig ist – abhängig von Region, Höhe und Wetter – um überhaupt den Prozess der Vitamin D-Produktion im Körper anzustoßen.

Tatsächlich bestätigt sich , dass z.B. in unseren Breiten über Monate hin diese Schwelle selbst in der Mittagszeit nicht überschritten wird, also keinerlei Vitamin D entsteht.

Die norwegischen Forscher haben eine interaktive Datenbank ins Netz gestellt, mit der jedermann individuell nach Eingabe seiner Daten (Breitengrad, Wetter, Höhe etc.) die Zeit errechnen kann, in der pro Tag eine Vitamin D-Synthese stattfinden kann.

Bei den Wetterverhältnissen heute in Süddeutschland ist die Vitamin D-Produktion = 0,00
Die Datenbank
Die Studie: Photochemistry and Photobiology, 2005, 81: 1287–1290

Keine Kommentare zu “Kein Ende des Winters – Kein Ende des Vitamin D-Winters”

  1. Sunam 03.03.2006 um 20:45

    * Die Vitamin D3-Photosynthese wirkt sich auf verschiedene Stoffwechselvorgänge, insbesondere den Kalzium-Haushalt (u.a. Osteoporose-Prophylaxe!) positiv aus.

    - Holick M. Boston University School of Medicine, Boston, Rikli Symposium 6.89, Basel, Vitamin D – ein besonderes Geschenk der Sonne an die Menschheit.

    * Regelmäßige, vernünftig dosierte Sonnenexposition sorgt für einen Vitamin-D-Spiegel im Blut, der die Häufigkeit von Dickdarmkrebs, einer der häufigsten tödlichen Krebsformen in der industrialisierten Welt, um vier Fünftel reduzieren kann. Interessanterweise zeigen die meisten epidemiologischen Forschungsergebnisse, daß vernünftig dosierte, regelmäßige Sonnenexposition für die meisten Menschen vorteilhaft ist.

    - Prof. Dr. med. C. Garland, Fachbereiche Volksgesundheit und Krebsforschung an der Universität von Californien, San Diego.

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