Anders als in dem kürzlich berichteten Fall aus Dortmund verurteilte jetzt ein Mannheimer Gericht einen Sonnenstudio-Betreiber zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 750 Euro.

Der klagende Kunde hatte das Personal des Sonnenstudios ausdrücklich darauf hingewiesen, dass er sich zum ersten Mal künstlich bräunen lassen wollte. Eine Angestellte wählte daraufhin Gerät und Bräunungszeit für ihn aus. Nach der Bestrahlung traten bei dem Kunden starke Schmerzen auf, später zeigten sich auch Verbrennungen ersten Grades.

Die Richter stellten fest, dass zum Betreiben eines Sonnenstudios auch eine kundenorientierte richtige Beratung gehöre. Eine Beratung sei auch dann erforderlich, wenn der Kunde Informationen nicht ausdrücklich einfordert.

Die Beratungspflicht entfalle nur, wenn Informationen ausdrücklich abgelehnt werden oder die Benutzung einer bestimmten Kabine ausdrücklich gewünscht wird.

Allerdings teilten die Richter auch den Einwand der beklagten Mitarbeiterin, der Mann hätte sich vor Benutzung der Kabine vergewissern müssen, ob diese tatsächlich für ihn geeignet sei. Der Mann habe jedoch die Warnschilder und hautspezifischen Bräunungsgradtabellen ignoriert.

Darin sah das Gericht eine hälftige Mitschuld des Kunden an den Verbrennungen. Deshalb bekam er statt der verlangten 1.500 nur 750 Euro Schmerzensgeld zugesprochen (AG Mannheim, Az.: 3 C 172/05).

Quelle: Anwaltverein

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