grippe.jpgDer Herbst ist im Anmarsch und mit ihm die Grippe.

Lange haben die Wissenschaftler gerätselt, wieso die Grippewellen fast immer in der “dunklen Jahreszeit” über das Land schwappen, warum der Virus sozusagen das Licht scheut.

Eine Gruppe englischer und US-Forscher, darunter so bekannte Namen wie die Profs. Vieth, Holick, Garland, Grant und Giovanucci glauben jetzt, die Antwort gefunden zu haben: Vitamin D-Mangel durch mangelnden Sonnenschein auf der Haut.Medikamente gegen Grippe

Schon 1981 hatte der britische Wissenschaftler R. Edgar Hope-Simpson die Vermutung geäußert, dass es da einen “saisonalen Auslöser” gäbe und hatte ihn bereits in Sonnenstrahlen, oder besser dem Mangel daran, vermutet.

Die in Kürze erscheinende (online vorpublizierte) Review-Studie von Vieth und anderen gehen jetzt einen Schritt weiter. Aus früheren Studien ist der Einfluss des Vitamin D (genauer des Hormons 1,25(OH)2D) auf das Immunsystem bekannt. Einerseits hilft das Vitamin bei der Produktion der antimikrobiotischen Peptide, die die Viren bekämpfen, andererseits sorgt es aber auch dafür, dass der Kampf nicht aus dem Ruder läuft und z.B. Lunge und Atemwege zerstört.

Da in unseren Breiten bereits im Oktober der “Vitamin D-Winter” beginnt, wo die Produktion von Vitamin D im Körper durch die Sonneneinstrahlung immer geringer wird und schliesslich ganz aufhört, und da der moderne Mensch ohnehin durch seine Lebens- und Arbeitsweise mit Sonne “unterversorgt” wird, können die Grippeviren in dieser Zeit die natürlichen Verteidigungsbarrieren des menschlichen Körpers durchbrechen und sich massenhaft ausbreiten.

Video und Interview mit Dr. Cannell und anderen Wissenschaftlern zu den Wirkungen von Vitamin D:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=K9d_HK3XN4c]

Mehr Sonne (egal ob natürliche oder künstliche) gegen die Grippe? Ganz so weit gehen die Forscher in ihren Aussagen (noch) nicht. Eine begründete Vermutung aber führt die Wissenschaft oft genug auf die Spur einer wirkungsvollen Therapie. Und die Sonne hat sich als heilende Kraft bereits an vielen Fronten bewährt – in den letzten Jahren zunehmend auch von der Wissenschaft (wieder-)entdeckt.

Quelle: Epidemiology and Infection, 2006
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10 Kommentare zu “Die Grippe kommt, wenn die Sonne geht”

  1. [...] Vor einigen Wochen hatten wir über einen wissenschaftlichen Beitrag einiger der weltweit führenden Vitamin D-Forscher berichtet: “Die Grippe kommt, wenn die Sonne geht“. [...]

  2. [...] [25(OH)D]) im Blut und den daraus folgenden gesundheitlichen Problemen (so u.a. auch eine größere Grippe-Anfälligkeit) steil [...]

  3. [...] auftretenden Vitamin D-Mangel am Ende des “Vitamin D-Winters” behaupteten und belegten (wir haben darüber berichtet), ging ein Sturm durch den Blätterwald wissenschaftlicher Journale und [...]

  4. [...] Möglichkeiten sich auszubreiten. Entsprechende Überlegungen bei Forschern gab es bereits Ende 2006 (hier im Sonne-ist-Leben-Blog nachzulesen). Nun wurde aktuell ein weiterer Beitrag veröffentlicht. Irgendwie klingt es schon plausibel. Zwar [...]

  5. [...] Vorbeugung und Therapie der jährlichen Grippewellen vor allem im Spätwinter (Berichte darüber hier und [...]

  6. [...] weil seit einigen Jahren bekannt ist (wir hatten z.B. hier, hier, hier und hier darüber berichtet), dass Vitamin D bei der Regulierung der Immunreaktion gegen die [...]

  7. [...] der  Vermutung, dass die Meldungen über das Sonnenschein-Vitamin und Influenza/Grippe hier, und hier ihre Wirkung entfaltet [...]

  8. [...] haben wir verschiedentlich berichtet:  hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und [...]

  9. [...] Blut während des “Vitamin D-Winters” ist wissenschaftlich gut belegt (in diesem Blog hier, hier , hier, hier, hier und hier). Schon vor mehr als einem Jahr hatten kanadische und [...]

  10. [...] Dass die UV-Strahlen der Sonne gegen Atemwegserkrankungen helfen und die Lungenfunktion verbessern, ist seit mehr als 100 Jahren bekannt. Dass dahinter das “Sonnenschein-Vitamin D3″ steckt, ist eine Entdeckung erst aus jüngster Zeit. So konnte vor einigen Jahren der Zusammenhang zwischen dem zunehmenden Vitamin D-Mangel im “Vitamin D-Winter”, von Oktober bis März, und Infektionen aller Art, vor allem aber der Grippe, schlüssig nachgewiesen werden (s. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier). [...]

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