Der europäische Branchenverband European Sunlight Association, ESA, nimmt nun ebenfalls, nach Photomed und SLS/FVS Stellung zu den Vorgängen um die Brüsseler Direktive (Low Voltage Directive, LVD). Hier der Text des ESA-Generalsekretärs, Frank Harbusch (allerdings vorderhand noch auf Englisch).
Welche Ziele hatten sich die Sonnenstudio-Betreiber bei der Zertifizierung ihrer Studios gesetzt? und welche Erwartung gingen (nicht) in Erfüllung. Wer hat geholfen und wer gebremst? Wie wurde geworben und mit welchen Ergebnissen?
Photomed hatte im November 2006 eine Umfrage bei allen Betreibern zertifizierter Studios gestartet. Die Ergebnisse der ersten Welle liegen jetzt vor. Vieles ist wie erwartet, aber dennoch bieten die Daten einige Überraschungen.
Hier geht`s zum Bericht über die Umfrageergebnisse
Das einzige Vitamin, das der Körper mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen kann, Vitamin D3, schützt verletzte Haut vor Infektionen.
Vor enigen Tagen erst hatten wir von der Entdeckung ungeahnter Selbstheilungskräfte der Haut durch Sonnenstrahlen berichtet. Jetzt eine weiterere aufsehenerregende Entdeckung über das Zusammenspiel des Sonnenschein-Vitamins D3 mit dem Immunsystem der Haut.
Die Haut, besiedelt von unzähligen Bakterien und Kleinstlebewesen, ist unsere Barriere gegen die Umwelt. Wenn die Haut verletzt wird, wird ein komplexer Immunvorgang gestartet, der eindringende Keime abfängt und unschädlich macht. Zu diesen Abwehrwaffen gehören antimikrobielle Peptide.
Ein Forschergruppe an der Universität von Kalifornien in San Diego, der Universität von Michigan und der Schering Labors haben nun entdeckt, dass dieser Prozess nur mit Hilfe von Vitamin D3 funktioniert.
„Wir konnten nachweisen, dass Vitamin D3 eine zentrale Rolle spielt in der Immunantwort der Haut auf Verletzungen“ , erläutern die Forscher. „Es setzt die Keratinocyten in die Lage, Mikroben zu erkennen und zu attackieren und so die Wunden vor Infektionen zu schützen.”
Quelle: PubMed, Foto: Bayer
Studie (Download): J. Schauber et al., Injury enhances TLR2 function and antimicrobial peptide expression through a vitamin D-dependent mechanism. Journal of Clinical Investigation, online vorab 8. Februar 2007
Nach dem Photomed-Verband nimmt jetzt auch der Verband der Solarien-Hersteller, SLS, Stellung zu den EU-Regelungen in Bezug auf die Obergrenze für Bestrahlungsstärken – zur Einführung, zu den Übergangslösungen und den Chancen, die sich in dieser neuen Situation auftun.
Hier die Pressemeldung des Verbands
Wussten Sie, dass Ihre Haut von nicht weniger als 182 verschiedenartigen Lebewesen bevölkert wird?
Zum ersten Mal wurde jetz am Medizinischen Zentrum der New York Universität eine systematische Bestandsaufnahme der Bakterienarten, die sich auf und in der menschlichen Haut ansiedeln. Dabei machten die Forscher gleich zwei erstaunliche Endeckungen:
1. Waren ein nicht unbeträchlicher Teil (8%) der gefundenen Bakterien bisher überhaupt noch nicht bekannt, und
2. es stellte sich heraus, dass verschiedene Menschen unter verschiedenen Umständen (z.B. unterschiedliche Sonnen-Einstrahlung) eine völlig verschiedene “Hautbevölkerung” aufwiesen. Danach gibt es eine Reihe von Mikroorgnaismen, die sich immer oder zumindest regelmäßig in oder auf der Haut finden. Ihre Zahl aber scheint wesentlich kleiner zu sein als bisher vermutet verglichen mit den “Nomaden”, fast drei Viertel der Bakterienstämme, die kommen und gehen, je nach den Umständen.
Untersucht wurden die Unterarme von drei Männern und drei Frauen in verschiedenen Situationen über eine längere Zeit.
Was diese Entdeckungen für den Umgang mit, und die Pflege der eigenen Haut oder für Diagnose und Therapie von Hauterkrankungen bedeutet, ist noch garnicht abzuschätzen.
Quelle: MedicalNews
Foto: Science Daily (Zhan Gao, M.D., Martin J. Blaser, M.D)
Übergewichtige leiden sehr viel häufiger an einem akuten Vitamin D-Mangel als Normalgewichtige. Der Grund: Das Vitamin D lagert sich im Fettgewebe ab und steht nicht mehr zur Verfügung.
Jetzt haben Wissenschaftler aus dem Sonnenstaat Florida festgestellt, dass die Dicken ihr Vitamin D-Defizit mit seinen vielfältigen Folgen für die Gesundheit “spielend” um die Hälfte reduzieren können: Durch Sport im Freien.
Bewegung, Sonne und frische Luft sind die Schlüssel zum (Vitamin D-) gesunden Leben. Eigentlich wussten wir das schon, aber es ist immer beruhigend, wenn die Wissenschaft solche Alltags-Einsichten bestätigt.
Quelle: MedicalNews
Studie: Hermes Florez et al., Outdoor exercise reduces the risk of hypovitaminosis D in the obese, The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, vorab online 30 January 2007.
Junge innovative Unternehmen aus Deutschland haben erstmalig die Chance, ihre Messeteilnahme an der SOLARIA 2007 in Form einer Beteiligung an Gemeinschaftsständen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit bis zu 80% der Kosten fördern zu lassen. Ziel des Förderprogramms ist es insbesondere, durch die Messebeteiligung den Export neuer Produkte und Verfahren zu stärken.
Eine Förderung beantragen können junge, innovative Unternehmen, deren Unternehmenssitz in Deutschland liegt, die weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen oder einen Jahresumsatz von höchstens 10 Mio. Euro ausweisen und jünger als 10 Jahre sind.
Weitere Infos finden sie auf Photomed.de.
Die Förder-Richtlinien
Die Website der Solaria 2007
Mal etwas frivol formuliert (Wissenschaftler bitte weghören!): Wer im Alter fit im Kopf bleiben will, sollte viel an die Sonne gehen (Solarium tut`s auch).
Das ist etwas zugespitzt das Ergebnis einer Studie einer Forschergruppe an der Universität von Wisconsin, USA. Ähnlich wie eine andere Studie, über die wir kürzlich berichtet haben, fanden die Forscher aus dem Norden der USA einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status (Gehalt des Serums 25(OH)D im Blut) und der geistigen Beweglichkeit der Probanden.
Vitamin D (25-hydroxyvitamin D) wird zu mehr als 80 Prozent über die UV-Bestrahlung der Haut im Körper selbst produziert.
Gleichzeitg zeigte sich keine Verbindung von Vitamin B12 und geistiger Fitness bei den Best Agers.
Quelle: PubMed
Studie: Robert J. Przybelski and Neil C. Binkleya, Is vitamin D important for preserving cognition? A positive correlation of serum 25-hydroxyvitamin D concentration with cognitive function, Archives of Biochemistry and Biophysics, vorab online Januar 2007
“Blitze aus Brüssel” hatten ein Gewitter oder gar einen Vulkanausbruch angekündigt. Das kam, aber es kam nicht unerwartet: Das Gutachten der von der EU eingesetzten wissenschaftlichen Kommission (SCCP) bereits im Juni 06 (wir hatten berichtet) hatte die Richtung längst vorgegeben. Der lange Weg zu einer deutlich restriktiveren Euronorm ging im November in eine entscheidende Etappe.
Die Low Voltage Directive LVD wurde am 14.11.2006 durch eine Empfehlung der zuständigen Arbeitgruppe (ADCO) für Solarien ausgeführt.
Die Empfehlung trat am 22.01.2007 mit der Veröffentlichung in Kraft.
Gleichzeitig hat die Europäische Kommission an CENELEC den Auftrag erteilt, die Euronorm EN 60335-2-27 entsprechend anzupassen.
Die Solarien-Hersteller erhalten eine Übergangsfrist von 6 Monaten. Danach ist Herstellung und Verkauf von Geräten mit Leistungen über einer Bestrahlungsstärke von 0,3W/m2 nicht mehr zulässig.
Eine Regelung der Nutzung von Altgeräten steht aus. In Gesprächen zwischen Vertretern der Solarien-Branche, dem BfS, dem BMU und anderen Ministerien und Organisationen wird über diese Übergangslösungen verhandelt.
Die Position des Photomed-Verbands in diesen Verhandlungen
- Der Photomed-Verband begrüßt alle Regelungen, die dem Verbraucherschutz im Umgang mit technischen Geräten Rechnung tragen und das größte Organ des menschlichen Körpers, die Haut, schützen.
- Der Photomed-Verband geht selbstverständlich davon aus, dass nicht nur die Bestimmungen der LVD sondern auch die noch zu treffenden Übergangsregelungen für Altgeräte überall gelten und durchgesetzt werden, nicht nur in Sonnenstudios sondern in allen kommerziellen Betrieben, in denen Besonnungsgeräte aufgestellt sind und betrieben werden.
- Der Photomed-Verband sieht in der einheitlichen, verbindlichen Regelung der erythemwirksamen Bestrahlungsstärken neben den Belastungen für die Studios und der ungewissen Reaktion des Marktes auch eine große Chance für die Durchsetzung von Qualität und Professionalität in der Branche. Jedes Studio kann jetzt auf die Bestätigung seiner Qualitäts-Services durch das RTS-Siegel “Zertifiziertes Solarium” setzen, da die Abwanderung von Zielgruppen zu “Turbo-Bräunern” nicht länger möglich ist.
- Die für die Regulierung des Besonnungsmarktes und für die Marktaufsicht in Deutschland zuständigen Stellen werden aufgefordert den Betreibern von Sonnenstudios eine angemessene Zeit für die Umsetzung notwendiger Umrüstungen ihrer Geräte einzuräumen.
- Die verantwortlichen Entscheidungsträger werden aufgefordert alle Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um die Arbeitsplätze von 40.000 Mitarbeitern und die Existenz von 5500 Unternehmen zu erhalten.
- Der Photomed-Verband schlägt die sofortige Wieder-Einberufung des „Runden Tisch Solarien“ (RTS) vor.
- Der Photomedverband fordert den Bestandschutz für alle zertifizierten Studios.
- Der Photomed-Verband fordert die Hersteller von Besonnungsgeräten auf,
- rechtzeitig Materialien und Verfahren für die Umrüstung der Altgeräte zur Verfügung zu stellen,
- die Umrüstung möglichst aller Geräte zu ermöglichen,
- die Umrüstungssätze und deren Einbau zu einem Preis zur Verfügung zu stellen, der die Studios nicht über Gebühr belastet oder gar in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet,
- Umrüstungssätze (ohne Röhren) für Gerate mit einem Produktionsalter von 2 Jahren oder jünger kostenlos zur Verfügung zu stellen,
- für die kostenlose Entsorgung nicht umrüstbarer Altgeräte zu sorgen,
- die technischer Zulassung der umgerüsteten Geräte (Prüfsiegel, GS-Zeichen) sicherzustellen.
9. Die für ähnliche technologische Anpassungsprozesse und Umrüstungsmaßnahmen üblichen staatlichen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen sollten für die Umstellung auf die neuen Regelungen für den Solarienbetrieb ebenfalls großzügig angewendet werden.
Die für diese Vorgänge relevanten Dokumente und Adressen im Internet:
http://ec.europa.eu/enterprise/electr_equipment/lv/guides/index.htm (Empfehlung LVD ADCO)
http://ec.europa.eu/health/ph_risk/committees/04_sccp/docs/sccp_o_031b.pdf (SCCP Gutachten)
Tee trinken schützt vor (hellem) Hautkrebs!
Diese häufig schon geäusserte Vermutung wird jetzt von einer fall-kontrollierten US-Studie mit 770 Probanden bestätigt. Danach hatten vor allem gewohnheitsmäßige Teetrinker ein wesentlich geringeres Risiko, an einem Spinaliom und ein geringfügig geringeres Risiko, an einem Basiliom zu erkranken.
Besonders gut geschützt waren Menschen, die täglich mehr als zwei Tassen Tee tranken.
Quelle: ScienceDirect
Studie: Judy R. Reeset al., Tea consumption and basal cell and squamous cell skin cancer: Results of a case-control study, Journal of the American Academy of Dermatology, vorab online 29 January 2007