Monatsarchiv für Mai 2007

Die Menschen in westlichen Ländern werden immer dicker. Deutschland ist gar, laut einer kürzlichen, nicht unumstrittenen Studie, Gewichts-Weltmeister. Das Interesse an Einflußfaktoren für das Körpergewicht ist daher gross.

Jetzt konnten US-Wissenschaftler in einer Lanzeitstudie mit 36.262 Frauen nachweisen, dass Kalzium in Verbindung mit Vitamin D bei Frauen nach den Wechseljahren das Gewicht positiv beeinflusst.

Studie: Bette Caanet al., Calcium Plus Vitamin D Supplementation and the Risk of Postmenopausal Weight Gain, Vol. 167 No. 9, May 14, 2007

Vitamin D und Makula DegenerationDie Abwandlung des ZDF-Slogans fasst knapp und treffend eine Studie zusammen, die jetzt in der Fachzeitschrift “Archives of Ophtalmology” erschienen ist: Danach scheint ein ausreichender Vitamin D-Spiegel im Blut das Risiko einer Makula-Degeneration im Frühstudium zu senken.

Makula-Degeneration ist eine altersbedingte Erkrankung der Netzhaut, die allmählich zu Erblindung führen kann.

Forscher am Cancer Institute of New Jersey, USA, hatten die Daten des National Health and Nutrition Examination Survey ausgewertet.

Quelle: High Wire

Studie:  Niyati Parekh et al., Association Between Vitamin D and Age-Related Macular Degeneration in the Third National Health and Nutrition Examination Survey, 1988 Through 1994, Archives of Ophtalmology,       Vol. 125 No. 5, May 2007

Inzwischen überleben in Deutschland fast 90 Prozent der Menschen, bei denen der gefährliche “schwarze Hautkrebs” (Melanom) diagnostiziert wird, die ersten 10 Jahre nach der Erkrankung. Damit ist das Melanom einer der am “heilbarsten” Krebsarten überhaupt. Die Überlebensrate ist in den vergangenen 25 Jahren von 80 auf 89% gestiegen.

Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie an der Universität Tübingen, die 4791 Patienten über diesen Zeitraum beobachtet hatte. (Vor einigen Wochen hatten wir über eine holländische Studie mit geichen Melanom-Überlebensraten berichtet)

Der “schwarze Hautkrebs” ist relativ selten (zwei Prozent von allen Krebsfällen), der Anteil der Todesfälle an allen Krebstoten beträgt “nur” ein (1) Prozent und geht stetig leicht zurück. (Entgegen der Panikmache im Vorfeld der Medien-Kampagnen von Krebshilfe und ADP. Was tatsächlich hinter den dort verbreiteten Horrorzahlen steht.)

Als Gründe für diesen positiven Trend nennen die Tübinger Forscher die ständig verbesserte Diagnostik und weitere, bisher noch unbekannte Faktoren.

Diese positiven Entwicklungen sind natürlich kein Grund für “Entwarnung”. Obwohl der Zusammenhang zwischen UV-Strahlen und Melanom nur eine (starke) Vermutung ist, bleiben die Anstrengungen der Solarien-Verbände für “vernünftiges Sonnen” notwendig. Konterproduktiv dagegen die Panikmache der Solariengegner, weil damit die Glaubwürdigeit solcher Aufklärungskampagnen untergraben wird.

Quelle: PubCrawler

Studie: Garbe C. et al, Improvement of overall survival of patients with cutaneous melanoma in Germany, 1976-2001: which factors contributed?, Cancer. 2007;109(6):1174-82.

Fußball-Held auf der SonnenbankAls der Klassenerhalt geschafft war, ging der Held mit Freundin zum Feiern ins Solarium:
Christopher Lamprecht hatte als Joker mit einem Tor und einer Torvorlage den VfL Wolfsburg am Samstag in Aachen den Klassenerhalt gerettet. Statt Champagner-Party feierte Lamprecht, laut newsclick.de,  den Erfolg entspannt auf der Sonnenbank.

Quelle: Braunschweiger Zeitung 

Von allen bekannten Umweltfaktoren ist die Sonnen-Exposition (und im Zusammenhang damit: der Vitamin D-Status) der wichtigste einzelne Faktor für die Minderung des Risikos bei Multipler Sklerose.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher an der Harvard School of Public Health in Boston, USA, in einer umfassenden Review-Studie zu den Risiko-Faktoren für MS.

Auch eine weitere Langzeitstudie aus Finnland und eine sehr spezifische Studie aus Norwegen über Immunabwehr eines Virus belegen diesen Zusammenhang.

Sonnenlicht und Vitamin D wirken der durch Interleukin-2 aktivierten Nervenzerstörung entgegen. In Äquatornähe ist MS selten, weil die Haut im Sonnenlicht Vitamin D bildet. Im vergleichsweise lichtarmen Mittel- und Nordeuropa tritt MS dagegen gehäuft auf – außer in den Küstenregionen Norwegens, wo der hohe Vitamin-D-Gehalt des Fischöls das Sonnenlicht ersetzt.

Über ähnliche Ergebnisse hatten wir verschiedentlich (hier und hier) bereits berichtet.

Quelle: PubCrawler

Studie 1: A. Ascherio, K.L.Munger, Environmental risk factors for multiple sclerosis. Part II: Noninfectious factors, Ann Neurol. 2007 May 10 (online vorab) -auch:
Ascherio A, Munger K., Epidemiology of multiple sclerosis: from risk factors to prevention, Semin Neurol. 2008 Feb;28(1):17-28.

Studie 2: M Soilu-Hanninen et al., A longitudinal study of serum 25-hydroxyvitamin D and intact PTH levels indicate the importance of vitamin D and calcium homeostasis regulation in multiple sclerosis, J Neurol Neurosurg Psychiatry. vorab online publiziert, 19 June 2007.

Studie 3:Trygve Holmøy, Vitamin D status modulates the immune response to Epstein Barr virus: Synergistic effect of risk factors in multiple sclerosis, Medical Hypotheses, Vol 29, article in press

Abraham Lincoln - Sunsmart?Ranglisten und Wettbewerbe um den größten…, schönste…, besten… sind eine ur-amerikanische Leidenschaft.

Diesen Spaß der Amerikaner am Wetteifern machen sich jetzt auch die US-Dermatologen zunutze: In einer (sehr bedingt) repräsentativen Online-Erhebung ermittelten sie die “sonnenklügste” (“sunsmart“) Stadt der USA.

Sonnenklug” ist demnach, wer möglichst viel über Sonnenschutz weiss, die Sonne meidet und reichlich Sonnencremes verwendet. Mit einem System aus Schulnoten wird die “Sonnenklugheit” der Befragten bewertet und der Stadtregion, in der er wohnt, zugeordnet.

Sieger wurde, nicht überraschend, Washington vor New York. Das Schlusslicht bildet Chicago. Ob diese Reihenfolge etwas mit den lichtscheuen Hauptstadtbürokraten oder den Wallstreet-Gnomen zu tun hat, wird in der Umfrage nicht verraten.

Auf diese Weise einmal die gespannte Aufmerksamkeit des Publikums geweckt, legen die Dermatologen der American Academy of Dermatology nach mit einem Empfehlungskatalog, in dem – auch hier keine Überraschung – dringend vor dem Besuch von Sonnenstudios gewarnt wird.

Top-Noten bekamen Teilnehmer, die z.B. ein dickes NEIN-Kreuz machten bei dem Satz:” Es ist klüger, im Solarium zu bräunen (als in der Sonne), weil dort die UV-Strahlen besser kontrolliert werden können“.

Die Frage, wie immer: Wer oder was ist hier “sonnendumm”?

Falls Sie Lust haben, die Umfrage noch mitzumachen und sich einer der “sonnenklugen” oder “sonnendummen” Städte zuzuordnen, können Sie das hier tun
http://staff.aad.org/raysyourgrade

Quelle: Medical News Today

UV-Strahlen MelderWann sich der Japaner ein Plätzchen im Schatten suchen sollte, sagt ihm jetzt sein Handy. Oder genauer: eine Kette, die am Handy befestigt wird. Nach dem UV-Meter im Bikini (wir haben berichtet) ein weiteres originelles UV-Warngerät,

Die Perlen der Handy-Kette verfärben sich je nach Stärke der UV-Strahlung und warnen den Handy-Besitzer so vor der Sonnenbrand-Gefahr.

In Japan ist der sogenannte „UV Beads Checker“ für umgerechnet fünf Euro erhältlich.

Quelle: Chip

Über einen merkwürdigen Trend berichtet dieser Tage die VideoWoche:

Angesichts der steigenden Konkurrenz durch Internetvideotheken und Video-on-Demand entdecken immer mehr unabhängige US-Videotheken das Sonnenstudio als zusätzliche Einnahmequelle, um das rückläufige Geschäft im Verleihbereich auszugleichen.

Angeblich kooperiert bereits ein Drittel der 1.800 zur Video Buyers Group (VBG) zusammengeschlossenen Geschäfte mit dem Unternehmen JK Products Service, das Sonnenbänke vertreibt. Jerry Deveney, Director of Distribution & Sales für JK Products Service, geht demnach von jährlichen Einnahmen von bis zu 15.000 Dollar pro installierter Sonnenbank für die Videotheken aus.

Laut VBG-Präsident Ted Engen komme es vor, dass eine Videothek in der Hochsaison für Solarien 10.000 Dollar im Monat mit den Sonnenbänken umsetzt und nur 1.000 Dollar mit dem eigentlichen Kerngeschäft Videoverleih.

Quelle: Video Business

Internet-Nutzung ADR ZDFMehr als 40 Mio. Deutsche haben Zugang zum Internet, 2,2 Mio. mehr als noch vor einem Jahr. Zu diesen Ergebnissen kommt die seit 1997 jährlich durchgeführte ARD/ZDF-Online-Studie 2007.

Die steilsten Wachstumskurven gab es bei den Frauen und den über 50jährigen.

Die traditionellen Zielgruppen der Sonnenstudios, Frauen und Männer von 18-39 Jahren, sind praktisch “flächendeckend” im Internet präsent.

Quelle: ARD/ZDF

Google hat wieder einmal ein interessantes Experiment gestartet: Google Trends. Hier werden die langfristigen Suchtrends in Google und in GoogleNews dargestellt.

Wir machen die Probe auf`s Exempel: Wie entwickelt sich das Interesse der Google-Sucher für “Sonnenstudio“? (Vergrößern der Graphiken , wie immer, durch Klick auf die Abbildung).Google Trends “Sonnenstudio”

Ergebnis: Es (das Interesse) war schon mal größer – im Jahr 2005  und Anfang 2006. Anfang 2007 scheint es dagegen etwas flau, aber das kann ja noch werden.

Bei den News (hier: die untere Kurve; Google News fasst täglich mehrere tausend News-Quellen zusammen) gibt es scheint`s immer eine auffällige Spitze mitten im Sommer – das wundert.

City-Suche SonnenstudioHauptstadt der “Sonnenstudio”-Anfragen ist Hamburg, während in Bonn eher die Sonnenstudio-Muffel zuhause zu sein scheinen.

Das Interesse an “Hautkrebs” bewegt sich ganz ähnlich wie das an “Sonnenstudio”: nach dem Hoch 2005 geht es vor allem in Richtung 2007 bergab!Trends bei Hautkrebs

Interessant: Hier liegt Hamburg genau am anderen Ende der Skala, während sich in Regensburg die relativ meisten Leute offensichtlich über Hautkrebs den Kopf zerbrechen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt (ausser vermutlich ADP mit dem Kommentar: “Siehste!”)
Der Beweis dafür, dass diese Zahlen nicht völlig irrelevant sind, da mehr oder weniger zufällig, erbringt die Trendnachfrage nach: “Sonnenbrand“. Google Trends SonnenbrandWie erwartet steigt im Sommer das Interesse am Thema sprunghaft an, um dann im Hebst regelmäßig wieder abzustürzen.

Wir lernen: Zur Hauptgeschäftszeit der Sonnenstudios und Hoch-Zeit der künstlichen Besonnung ist Sonnenbrand kein Thema!

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