Cancer Council AustraliaÜberall auf der Welt schreiben, wie schon kürzlich berichtet, die Gesundheitsorganisationen und Krebsgesellschaften ihre Richtlinie für den Umgang mit Sonne und UV-Strahlen um.

Vor welchem Dilemma sie dabei stehen – abgesehen von der Notwendigkeit, frühere radikale Anti-Sonnen-Empfehlungen zurückzunehmen – zeigen jetzt die neuen Richtlinien der australischen Gesundheitsorganisationen: Cancer Council, Osteoporosis Australia, The Australasian College of Dermatologists, Australian and New Zealand Bone and Mineral Society.

Einerseits vernachlässige eine wachsende Zahl von Australiern den Sonnenschutz aus Angst vor einem gefährlichen Vitamin D-Defizit, so der Vorsitzende des Cancer Council Australia, Professor Ian Olver, während andere zu wenig Sonne bekämen und unter den “ernsten Konsequenzen” unzureichender Vitamin D-Versorgung litten, vor allem im (australischen) Winter und in der südlichen (näher dem Südpol) Provinzen.

Es gibt Zeiten, da ist es nicht immer notwenig, Sonnenschutzmittel zu verwenden und man sollte auch den Hut weglassen.

Bei Umfragen, so das Cancer Coucil, habe sich gezeigt, dass oft genau die falschen Leute, nämlich die ohnehin “Sonnen- und Bräunungs-Bewussten”, über Vitamin D-Defizite besorgt seien. Konsequenz: Wer ohnehin genug Sonne abgekomme, würde zu Übertreibungen ermuntert, während die “unterversorgten” Gruppen – vor allem im Winter und in den sonnen-ärmeren Gegenden – durch die Sonnen-Warnungen eher noch weniger gesunde Sonnenstrahlen aufnähmen.
Die Richtlinien empfehlen nun:

  • Sehr hellhäutige Menschen brauchen im Sommer (an sonnigen Tagen) für die Vitamin D-Produktion über die Haut nur einige, wenige Minuten Sonne auf Gesicht, Hände, Arme etc.
  • Im Winter und in den südlichen Teilen Australiens sind dagegen 2-3 Stunden Sonne notwendig.

Vitamin D-Defizite darüber hinaus sollten durch Medikamente und Nahrungsergänzung ausgeglichen werden.

Quelle: Medical News Today

Keine Kommentare zu “Wieviel Sonne? Annäherung an das rechte Maß”

  1. Dr. med. Norbert Schmid-Keineram 26.06.2007 um 13:28

    Jetzt bestätigt sich offiziel, was die australischen Aufklärer schon vor zwei Jahren in Deustchland berichtet anläßlich eines Kongreßes berichtet haben.Nur da wollte es natürlich niemand hören. Paßt ja auch nicht ins Konzept. Unsere Eiferer täten gut daran, wenn man im Ausland nicht nur nach Kampagnenideen suchen würde sondern auch nach Aufklärung.

  2. [...] und australischer Richtliniern und Empfehlungen verschiedentlich berichtet, z.B. hier, hier, hier, hier und [...]

  3. [...] lobte die kanadische Krebsgesellschaft (Canadian Cancer Society) für die Revision ihrer Richtlinien. Danach sollten Menschen mit heller Haut im Herbst und Winter mindestens 1.000 IU (Internationale [...]

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben