Kinder in der SonneKinder, die sich häufiger an der Sonne aufhalten, erkranken später deutlich seltener an der tückischen Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose (MS), so eine aktuelle Studie an der University of Southern California, Los Angeles. Die Forscher um Prof. Thomas M. Mack untersuchten 79 eineiige Zwillingspaaren, von denen jeweils nur ein Geschwisterteil unter MS litt. Auf diese Weise konnten genetische Gründe für die unterschiedliche Anfälligkeit für MS ausgeschlossen werden.

Bei der Intensiv-Befragung der Zwillinge stellte sich heraus, dass diejenigen, die später an MS litten, als Kinder deutlich weniger oft im Freien und an der Sonne waren also ihre Zwillingsgeschwister.

Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass ein häufiger Aufenthalt im Freien das Risiko für MS je nach Art der Beschäftigung um 25 bis 57 Prozent verringerte. Für das Sonnenbaden errechneten die Wissenschaftler ein fast 50 Prozent niedrigeres Risiko.

Weniger klar war die Frage zu beantworten, ob das UV-Licht direkt auf das körpereigene Abwehrsystem wirkt oder indirekt durch die Bildung von Vitamin D in der Haut.

Hier wie schon bei früheren Studien in den vergangenen Monaten zu positiven Schutzwirkungen der Sonne im Kindesalter (dazu hier, hier und hier) stellt sich hier die schwierige Frage nach der Balance aus notwendigem Sonnenschutz und positiven Gesundheitswirkungen bei Kindern und Jugendlichen. Mit medienwirksamen “Kernsätzen” zur Totalvermeidung von Sonne bei Kindern ist das Problem nicht zu lösen.

Quelle: PubMed

Studie: Thomas M. Mack et al., Childhood sun exposure influences risk of multiple sclerosis in monozygotic twins, Neurology 69/2007, S. 381-388

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