Monatsarchiv für Juli 2007

Die Sonne, mit Spiegeln eingefangen, treibt ein Kraftwerk an.

Im südspanischen Almeria wurde jetzt eine solarthermische Versuchsanlage in Betrieb genommen, die mit einem 100 Meter langen so genannten Fresnel-Kollektor arbeitet. Lange flache Spiegel sind so ausgerichtet, dass sie das Sonnenlicht auf einen zweiten Spiegel lenken. Dieser fokussiert das Sonnenlicht auf ein Rohr, in dem Wasser unter hohem Druck auf bis zu 450 Grad Celsius erhitzt wird. Der Wasserdampf treibt eine Turbine mit einem Generator zur Stromgewinnung an. Beteiligt: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg.

Quelle: Deutschlandfunk

Eine allergische Überreaktion des Immunsystems, ein anaphylaktischer Schock, kann viele Auslöser haben und sogar tödlich sein.  Wissenschaftler um Carlos Camargo von der Harvard-Universität in Boston vermuten nun, dass die Sonne eine schützende Rolle gegen den Immun-Schock hat.

Die Beobachtung: Amerikaner aus nordöstlichen Staaten der USA erleiden häufiger einen anaphylaktischen Schock als Bewohner des sonnigen Südens. Im Jahr 2004 verschrieben amerikanische Ärzte eine Adrenalin-Notfallspritze zur Behandlung eines anaphylaktischen Schocks vier mal häufiger im Norden als in den Sonnen-Staaten von Kalifornien bis Mississippi.

Als einzigen Grund für diesen Unterschied fanden die Forscher lediglich die Intensität der Sonneneinstrahlung in den unterschiedlichen Regionen. Durch die häufigere und intensivere Bestrahlung der Haut durch die Sonne im Süden ist der Spiegel des Vitamin D-Serums im Blut höher als im “dunkleren” Norden. Vitamin D spielt bei der Reglierung des Immunsystems eine entscheidende Rolle.

Auch bei anderen Immun- und Autoimmunerkrankungen wie Asthma (wir berichteten hier, hier, hier, hier und hier) wurden in der Vergangenheit die gleichen regionalen Unterschiede beobachtet.

 Quelle: netdoktor

Studie: Nature, DOI: 10.1038/news070709-9 

Wolfram König, Präsident des BfSDie Zeitungen schreiben es, aber wir hier in der Photomed-Redaktion glauben`s nicht:

Bei der gestrigen Pressekonferenz des BfS mit dem BfS-Präsidenten Wolfram König und seinem obersten Chef, Bundesminister Sigmar Gabriel, für die Präsentation des BfS-Jahresberichts hätte, laut dpa, WELT und anderen Berichterstattern, Dr. König etwa Folgendes gesagt (Zitat “Berliner Zeitung/Berlin Online“):

Die Hersteller und Betreiber hätten sich geweigert, ein Zertifizierungssystem für die Anlagenqualität einzuführen. Mit einem Gütesiegel sollten zudem die Solarien ausgezeichnet werden, die freiwillig eine qualifizierte Beratung anbieten, hygienische Standards einhalten und Jugendlichen unter 18 Jahren den Zutritt verwehren. Drei Jahre nach Einführung des Siegels sind allerdings erst 80 der über 70 000 Sonnenstudios in Deutschland zertifiziert. Das BfS betrachte das Siegel als gescheitert, sagte König“.

Der RTS-Prozess und der Versuch der Qualitätskontrolle über eine freiwillige Zertifizierung sei endgültig gescheitert, so wird der BfS-Präsident in der Presse zitiert.

Ausserdem kündigte König, die Verabschiedung eines gesetzlichen Solarien-Verbots für Besucher unter 18 Jahren bis Ende des Jahres an.

Übersehen wir mal die völlig falschen Zahlen (knapp 5.000 statt 70.000 Studios, 150 zertifizierte statt 80) … Wenn der BfS-Präsident den seit Anfang des Jahres auf allen Ebenen intensiv geführten Dialog zwischen BfS, BMU, Krebshilfe und den Solarienverbänden über ein groß angelegte, gemeinsam vorgetragene Zertifizierungs-Kampagne und die konkreten Pläne dafür hätte torpedieren wollen, würde man seinen Vorstoß zweifellos als “brilliant” bezeichnen müssen (Mögliche News-Schlagzeile: “König killt Kampagne”).

Da aber nicht sein kann, was nicht sein darf, lassen sich die “königlichen” Äusserungen nur in der Sprache der Diplomatie als “wenig hilfreich” qualifizieren.

Unmittelbar vor dem Start der gemeinsamen Kampagne und nachdem in den letzten Wochen weit mehr Sonnenstudios zertifiziert wurden, als in manchen Jahren davor, gibt es jetzt also wieder Gesprächsbedarf (immer noch Diplomaten-Lingo).

Quellen: Diverse Agenturen und Zeitungsmeldungen online

Die Belege, mit den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Methoden erbracht, häufen sich seit Jahren: Ein Mangel an Vitamin D (25-Hydroxyvitamin D) Serum im Blut begünstigt die Entwicklung unter anderem von Darmkrebs.

US-Wissenschaftler vom berühmten Dana-Farber Cancer Institute in Boston und ihre Kollegen werteten die riesigen Datenbestände zweier großer Studien aus, der Health Professionals Follow-up Study (HPFS) mit ausschließlich männlichen Probanden aus der Gesundheitsbranche und der Nurses’ Health Study (NHS) mit weiblichen Probanden.

Mit eindeutigem Ergebnis für alle Darmkrebsarten: Ausreichend Vitamin D schützt Männer wie Frauen vor Darmkrebs.

Quelle: PubMed

Studie: Kana Wu et al., A Nested Case–Control Study of Plasma 25-Hydroxyvitamin D Concentrations and Risk of Colorectal Cancer, Journal of the National Cancer Institute vorab veröffentlicht online, 10. Juli, 2007

hitze.jpgDer Einfluss der vom Menschen auf der Erde produzierten Treibhausgase haben einen einen 13-Mal größeren Effekt auf die Entwicklung der Temperaturen als die Sonne, so ein jetzt veröffentlichter Bericht des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC).

Die Annahme, der Klimawandel sei auf den Einfluss kosmischer Strahlung zurückzuführen, ist damit widerlegt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist, der Studie zufolge, der Einfluss der Sonne auf unser Klima noch entscheidend gewesen. Bis 1940 stiegen Sonnenaktivität und Temperaturen parallel an Seit 1940, so die Wiisenschaftler, hätte bereits die steigende Smog-Belastung das Klima bestimmt. Trotzdem sanken Temperaturen und Sonnenaktivität bis 1970. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass sich der Trend seit 1985 gedreht hat. Seitdem erwärmt sich das Klima, trotz des Rückgangs der Sonnenstrahlung.

Die Wissenschaftler aus Großbritannien und der Schweiz registrierten eine seit 20 Jahren abnehmende Sonnenstrahlung bei gleichzeitig steigenden Temperaturen.

Dabei hätte durch die nachlassende Sonnenstrahlung das Erdklima kälter werden müssen. Das Gegenteil war der Fall. Die Erklärung dafür: Der Einfluss der Treibhausgase.

Quelle: pte

Je geringer und schwächer die Sonnenstrahlen und je stärker sie – durch eine stärkere Pigmentierung der Haut – abgeblockt werden, desto häufiger tritt auch und gerade bei ansonsten völlig gesunden Kindern und Jugendlichen ein bedenkliches Vitamin D-Defizit (Serum 25(OH)D) auf.

Der beste Weg, den Vitamin D-Pegel im Blut zu erhöhen ist der Aufenthalt an der Sonne“, so Prof. Babette Zemel, Direktorin am Nutrition and Growth Laboratory, Children’s Hospital of Philadelphia. Vitamin D-Defizite entstünden bei älteren Kindern vor allem deshalb, weil Kinder heute weniger im Freien spielten.

Eine Untersuchung von Kindern und Jugendlichen aus dem Nord-Osten der USA im Alter von 6-21 Jahren ergab ein Vitmamin D-Defizit (<30 ng/mL) bei erstaunlichen 55% der Probanden. Vor allem im sonnenarmen Winter stieg der Anteil deutlich an und ging im Sommer ebenso deutlich wieder zurück.

Ältere und dunkelhäutige Jugendliche hatten ein größeres Risiko für Vitamin D-Defizite ebenso wie Kinder und Jugendliche mi Vitamin-D-armer Ernährung.

Über ähnliche Studienergebnisse hatten wir in letzter Zeit häufger berichtet (Beispiel hier).

Quelle: PubCrawler

Studie: Francis L Weng et al., Risk factors for low serum 25-hydroxyvitamin D concentrations in otherwise healthy children and adolescents, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 86, No. 1, 150-158, July 2007

eincremen-vitd-nationalreviewofmedicine.jpgEin neues System von Kennzeichnungen für Sonnenschutzmittel soll den Verbraucher schon in diesem Sommer vor falschen Behauptungen und gefährlichen Fehleinschätzugen schützen.

Das System, zu dem sich die europäische Kosmetikindustrie freiwillig verpflichtet hat, basiert auf einer Leitlinie der EU-Kommission und soll für klarere Informationen sorgen. Je nach Schutzwirkung ist auf dem Produkt die Kategorie «geringer Schutz», «mittlerer Schutz», «hoher Schutz» oder «sehr hoher Schutz» angegeben.

Außerdem sollte ein neues «UV-A»-Logo zu sehen sein.

Bis spätestens zum Sommer 2008 soll die neue Etikettierung flächdeckend gültig sein.

Ob dieser zweifellose Fortschritt die in letzter Zeit in verschiedenen Studien nachgewiesenen Gefahren einer eher verstärkten als geminderten Hautkrebsgefahr durch falsche Anwendung und falsches Sicherheitsbewusstsein beim Gebrauch von Sonnenschutzmitteln (wir hatten berichtet) deutlich vermindern kann, bleibt abzuwarten.

Foto: National Review of Medicine

Mehr als 70% der schwangeren Frauen mit Diabetes leiden unter einem Mangel an Vitamin D (25-hydroxyvitamin D), so das Ergebnis einer Studie am Medizinischen Institut der Universität Teheran mit 741 Frauen aus fünf verschiedenen Klinken des Landes.

Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Insulin-Ausschüttung im Körper. Sein Mangel kann zu gravierenden gesundheitlichen Schäden bei Mutter und Kind führen.

Die Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” besonders in der Schwangerschaft wird von einer Reihe von Studien der letzten Jahre unterstrichen. Über eingie hatten wir berichtet (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) .

Quelle: ScieneDirect

Studie: Z. Maghbooli et al., Correlation between vitamin D(3) deficiency and insulin resistance in pregnancy. Diabetes Metab Res Rev. 2. Juli 200. vorab online

auge.jpgDie Erkenntnis, dass Vitamin D auch die Augen vor der schleichenden Erblindung durch die sog. Makula-Degeneration schützen kann, an der in Deutschland 4,5 Millionen Menschen leiden, ist jetzt auch ein Schwerpunkt der Ärztefortbildung in der ärzlichen “Sommerakademie”.

Für die Augenkrankheit gibt es bisher keine medikamentöse Therapie.

Forscher aus Madison haben in einer Studie mit knapp 8000 Teilnehmern festgestellt: Je höher die Vitamin-D-Spiegel im Serum waren, je mehr Milch sie tranken und je häufiger sie Fisch aßen, um so geringer war die Erkrankungsrate. (Über die Studie hatten wir bereits vor einiger Zeit berichtet.)

Quelle: ÄrzteZeitung

Sonnenschutz mit niedrigem LichtschutzfaktorWer vorgebräunt in den Sommerurlaub geht, kann Sonnenschutzmittel mit niedrigem Lichtschutzfaktor verwenden.

Bereits mit Faktor 10 filtern sie rund 90 Prozent der sonnenbrandauslösenden UV-B Strahlen heraus. Vorteil: Sonnenschutzmittel mit niedrigem Lichtschutzfilter sind meist billiger als die mit hohem.

TEST hat in der Juli-Ausgabe 2007 die Besten identifiziert.13 Lotionen mit Lichtschutzfaktor 8 und 10. Preise zwischen 60 Cent und 18,50 Euro je 100 Milliliter wurden von der Stiftung Warentest getestet.

Quelle: TEST

Foto: djd

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