Mehr als die Hälfte der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland weisen ein z.T. erhebliches Defizit an Vitamin D3 auf. Das ergab eine Studie des Robert Koch Instituts gemeinsam mit der Universität Kiel, die in diesen Tagen in der internationalen Fachzeitschrift European Journal of Clinical Nutrition erschienen ist.

Vitamin D3 (als Serum 25-hydroxyvitamin D (25OHD) im Blut gemessen) wird zu ca. 90 Prozent durch UV-Bestrahlung der Haut im Körper selbst gebildet und wird daher auch als “Sonnenschein-Vitamin” bezeichnet.

Die repräsentative Studie mit mehr als 4.000 Teilnehmern ergab einen Vitamin D-Spiegel im Blut unterhalb der kritischen Grenze von 50 nmol/l bei 57% der untersuchten Männer und 58% der Frauen aller Altersstufen. Bei den über 65jaehrigen Frauen stieg dieser Anteil auf 75%.

In den Wintermonaten war das Vitamin D-Defizit besonders deutlich. In den Monaten Oktober bis März sind die Strahlen der Sonne in Deutschland nicht in der Lage, die Produktion von Vitamin D im Körper anzustossen.

Schlussfolgerung der Wissenschaftler: “Der Vitamin D-Mangel ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit in Deutschland“.

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen frühere Studien aus allen Teilen der Welt, auch aus euroäischen Laendern, über die wir in der Vergangenheit berichtet haben, stehen aber im krassen Widerspruch zu Veröffentlichungen von Dermatologen-Organisationen und etwa der Deutschen Krebshilfe noch aus allerjüngster Zeit (s. auch den Bericht von der Sommerkampagne dieser Organisationen) die einen Vitamin D-Mangel fuer Deutschland kategorisch ausgeschliessen.

Quelle: Nature

Studie: B Hintzpeter et al., Vitamin D status and health correlates among German adults, European Journal of Clinical Nutrition, online vorab veröffentlicht.

Keine Kommentare zu “Fast 60 Prozent der Deutschen leiden unter Vitamin D-Mangel”

  1. Soller Silviaam 14.02.2008 um 17:38

    Sorry, hätte eine Frage.
    Wie ist die VitaminD-Dosierung für eine Substitution, für Erwachsene?

    Vielen Dank

  2. lbmedienam 16.02.2008 um 19:00

    Das ist so allgemein nicht zu sagen und hängt sehr von den individuellen Umständen wie Hauttyp, Lebensweise, Alter, Wohnort etc. ab.
    Derzeit gibt es drüber hinaus eine lebhafte Kontroverse über die Frage, was konstituiert einen Vitamin D-Mangel.

    Allmählich scheint sich ein Konsens auszubilden, dass die bisherigen Empfehlungen für Vitamin D-Ergänzungen (200-400 IU, International Units, täglich) deutlich zu niedrig liegen.

    Eine Gruppe der angesehendsten Vitamin D-Forscher weltweit scheint die Obergrenze eher bei 10.000 IU pro Tag zu sehen.

    Überdosierungen können zu Vergiftungen führen.

    Die einfachste Form der Vitamin D-Versorgung, bei der eine Überdosis ausgeschlossen ist, ist die UV-B-Bestrahlung der Haut entweder durch die Sonne im Freien (10-15 Minuten je nach Hauttyp auf ca. 50% der Körperoberfläche im Sommer. Im sogenannten “Vitamin D-Winter” können die Sonnenstrahlen in unseren Breiten kein Vitamin D bilden) oder im Solarium (mit einem UV-B-Anteil ähnlich der Sonne).

  3. [...] 53 Prozent aller Frauen und 41 Prozent aller Männer unter diesem Minimal-Wert.  Für Europa und auch für Deutschland wurden in verschiedenen Studie ganz ähnliche Defizite [...]

  4. [...] (Über eine online vorab veröffentlichte Version der Studie hatten wir 2007 bereits berichtet) [...]

  5. [...] “Die Werte (beim Vitamn D-Spiegel) in der deutschen Bevölkerung sind generell zu gering, vor allem im Winter,” so Dr. Birte Hintzpeter vom Robert-Koch-Institut in Berlin (Berichte über die RKI-Studie zu Vitamin D in Deutschland hier und hier). [...]

  6. [...] “Die Werte (beim Vitamn D-Spiegel) in der deutschen Bevölkerung sind generell zu gering, vor allem im Winter,” so Dr. Birte Hintzpeter vom Robert-Koch-Institut in Berlin (Berichte über die RKI-Studie zu Vitamin D in Deutschland hier und hier). [...]

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