Vitamin D-Mangel bei Schwangeren und BabiesImmer häufiger beschäftigt die medizinische Forschung ein Dilemma: Gerade die Gruppen, für die besondere Sorgfalt beim Umgang mit Sonne und UV-Strahlen angeraten wird, leiden oft an einem Mangel an Vitamin D, dem “Sonnenschein-Vitamin”, weil sie aus verschiedenen Gründen sich nicht ausreichend der Sonne aussetzen.

Das gilt in besonderem Maße für Schwangere mit gravierenden Konsequenzen für die neugeborenen Babies. (Wir hatten verschiedentlich darüber berichtet: hier, hier, hier, hier und hier).

Jetzt fasst eine der renommiertesten pädiatrischen Fachzeitschriften “Archives of Disease in Childhood” dieses Dilemma zwischen “zu wenig Sonnenschein” und “Vorsicht vor UV-Strahlung in der Schwargerschaft” in einem eigenen Themenschwerpunkt zusammen.

Vor allem der Wandel in den Lebensgewohnheiten im Westen und die Verschleierung der Frauen im Nahen Osten seien – neben Hautpigmentierung, übertriebenem Sonnenschutz, Smog u.a. – verantwortlich für das wachsende Defizit in der Vitamin D-Versorgung Schwangerer. Dieser Mangel zeige sich dann auch in den Neugeborenen und führe zu einer Reihe von gesundheitlichen Gefährdungen weit über die traditionell zitierte Rachitis hinaus.

“Die für das 21. Jahrhundert typische `Sonnen-Scheu` in den Industrieländern ist kein Zeichen für gesunde Lebensführung.” so in einem Kommentar Prof. A F Williams vom St George’s Hospital Medical School, London,. “Tatsächlich übertraf die Serum 25-HD Koncentration von Frauen mit häufiger Sonnen-Exposition die unterste`normalen` Vitamin D-Serum Konzentration von 25 nmol/l um das 5-10fache.”

Da die Vitamin D-Produktion zu 90% über die UV-Bestrahlung der Haut im Körper selbst stattfindet, sei es schwierig, diesen Mangel durch hohe Gaben von Vitamin D in Form von Nahrungsergänzung oder als Medikament auszugleichen.

Zu einer Empfehlung, wie dieses Dilemma zu lösen sei, konnten sich die Autoren und Kommentatoren allerdings nicht durchringen.

Studien und Kommentare (alle als PDF kostenlos downloadbar):

  • Adekunle Dawodu, Carol L Wagner, Mother-child vitamin D deficiency: an international perspective, Archives of Disease in Childhood 2007;92:737-740
  • E L T van den Akker et al. (Universität Rotterdam), High prevalence of vitamin D deficiency in newborn infants of high-risk mothers, Arch Dis Child 2007;92:750–753.
  • A F Williams, Vitamin D in pregnancy: an old problem
    still to be solved?
    Arch Dis Child 2007;92:740–741

5 Kommentare zu “Sorgenkind "Sonnenschein-Vitamin"”

  1. [...] Bedeutung von Vitamin D und die Risiken des Vitamin D-Mangels in der Schwangerschaft hinwiesen (hier,  hier, hier, hier, hier und [...]

  2. [...] bereits in verschiedenen Studien der vergangenen Monate und Jahre beschrieben, über die wir u.a. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier berichtet [...]

  3. [...] ähnliche Ergebnisse verschiedener Studien aus anderen Ländern haben wir bereits früher (hier, hier, hier, hier, hier und hier) [...]

  4. [...] bei werdenden Müttern lässt sich, wie andere Studien in letzter Zeit nachweisen (wir berichteten hier, hier, hier und hier), durch eine ebenso mäßige wie regelmäßige UV-Bestrahlung durch die Sonne [...]

  5. [...] ihrer Kinder deutlich. (Wir berichteten z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und [...]

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