Sonnenstand im Tagesverlauf Nord-NorwegenKrebs-Patienten, die im Sommer und Herbst diagnostiziert werden, haben eine höhere Überlebenschance als Patienten mit Diagnosen im “Vitamin D-Winter”.  Gleich mehrere Studie, die in diesen Wochen publiziert wurden, bestätigen den Zusammenhang von Sonne, Vitamin D und Überleben nach der Krebsdiagnose.

Eine internationale Forschungsgruppe am King`s College, London, analysierte mehr als eine Million Patientendaten aus Großbritannien auf den Zusammenhang von Jahreszeit der Krebsdiagnose (Brust-, Darm-, Lungen- und Prostatakrebs), Intensität der Sonnenexposition und Überlebensraten mit eindeutigem Ergebnis: Vor allem bei Brust- und Lungenkrebs waren die Fünf-Jahres-Überlebenschancen deutlich größer bei Patienten, deren Krankheit im Sommer oder Herbst diagnostiziert wurde und/oder die in dieser Zeit besonders intensiv der Sonne ausgesetzt waren. Für Frauen war dieser Zusammenhang noch deutlicher als für die männlichen Patienten.

Nach Meinung der Forscher ist dieses Ergebnis ein weiterer Nachweis dafür, dass das “Sonnenschein-Vitamin” das Wachstum von bösartigen Tumoren hemmt.

Ähnlich das Ergebnis einer norwegischen Studie über drei Jahre an der Universität von Oslo.

Grund für die deutlichen saisonalen Unterschiede in der Überlebensrate bei Prostata-Krebs sei der höhere Vitamin D-Spiegel (Calcidiol) in der sonnigen Jahreszeit und unmittelbar danach, wenn durch die UV-Strahlen im Körper produziertes Vitamin D noch in ausreichender Menge im Fettgewebe eingelagert ist. Je höher der Breitengrad, je ungünstiger also der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen, desto höher das Risiko.

Dieses Risiko gleichen die Menschen im Norden des Landes durch einen besonders hohen Konsum an fettem Fisch teilweise aus.

Ob und in welchem Umfang der Rückgang der Vitamin D-Versorgung im Winter und Frühjahr und damit das erhöhte Risiko bei Krebserkrankungen durch regelmäßig-mäßige künstliche Besonnung aufgefangen werden könnte, wird in der Studie nicht untersucht, aber in verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchunge der letzten Monate (hier und hier) bestätigt.

Quelle: Science Daily

Studien:

Hyun-Sook Lim et al., Cancer survival is dependent on season of diagnosis and sunlight exposure, International Journal of Cancer, Volume 119, Issue 7 , Pages 1530 – 1536

Zoya Lagunova et al., Prostate cancer survival is dependent on season of diagnosis, The Prostate, Volume 67, Issue 12 , Pages 1362 – 1370, 2007

Keine Kommentare zu “Überleben mit dem "Sonnenschein-Vitamin"”

  1. [...] Aktuelles Beispiel für ähnliche Ergebnisse zu Vitamin D und Darmkrebs aus europäischen Regionen ist die Studie von Prof. Johan Moan und einem Team am Institute for Cancer Research in Oslo, Norwegen. Danach sind die Überlebenschancen bei der Diagnose Darmkrebs signifikant höher, wenn sie im Sommer oder Herbst erfolgt im Gegensatz zur Diagnose im und unmittelbar nach dem “Vitamin D-Winter”, wenn die “eingelagerten” Vitamin D-Reserven aufgebraucht oder stark vermindert sind. (Parallele Ergebnisse für Prostata Krebs in Norwegen). [...]

  2. [...] Blog hatten wir über Forschungsergebnisse zu Vitamin D und Prostatat-Krebs hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [...]

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