Menschen in sonnigen Ländern mit häufig wolkenlosem Himmel und geringem Smog-Anteil erkranken weniger oft an Lungenkrebs als Menschen in Regionen, die von der Sonne weniger begünstigt werden.

Beim Vergleich von 111 Ländern der Erde entdeckten Wissenschaftler der University of California, San Diego diesen Zusammenhang von UVB-Strahlung mit einem geringeren Lungenkrebs-Risiko. Je stärker die Sonnenstrahlen von Wolken, Ozon oder Luftverschmutzung gefiltert wird und je geringer daher die Vitamin D-Bildung über die Haut erfolgen kann, desto größer das Risiko an diesem gefährlichen Krebs zu erkranken.

Cedric Garland, einer der federführenden Autoren der Studie, erläuterte in einem Interview, dass Vitamin D die Freisetzung von Chemikalien stimuliert, die in Kombination mit Kalzium eine leimartige Substanz bilden, die die entscheidenden Zellen eng aneinander bindet. Damit wird die Zellteilung gestoppt. Zusätzlich gab es Hinweise darauf, dass Vitamin D das Fortschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung verlangsamen kann.

Garland unterstrich dabei die Notwenigkeit einer vernünftigen Besonnung. Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht erhöhe das Risiko, an einem Melanom (dem “scharzen Hautkrebs”) zu erkranken nicht entscheidend. Die einzige Krebsart, die mit einer geringen Menge an Sonne in Zusammenhang steht, ist das Plattenepithelkarzinom, das kaum jemals zum Tod führt – im Gegensatz zum Lungenkrebs.

Ein moderater Kontakt mit Sonnenlicht sei, so Garland, bei fünf bis 15 Minuten in der Mittagszeit gegeben (außer im sog. “Vitamin D-Winter”), wenn rund 40 Prozent der Haut unbedeckt sind. Auf einen Sonnenschutz sollte man während dieser Zeit verzichten, da er die Synthese von Vitamin D verhindere.

(Weitere Studien dieser Forscher zum Verhältnis von UV-Strahlung, Vitamin D und Krebsrisiko hier, hier, hier und hier)

Quelle: PubMed/pte

Studie: S. B. Mohr, C. F. Garland, E. D. Gorham, W. B. Grant, F. C. Garland, Could ultraviolet B irradiance and vitamin D be associated with lower incidence rates of lung cancer?, Journal of Epidemiology and Community Health 2008;62:69-74 (online vorab veröffentlicht)

Ein Kommentar zu “Mehr Sonne – weniger Lungenkrebs”

  1. [...] UV-Licht auf, bzw. gegen verschiedene Krebsarten haben wir schon mehrfach berichtet – u.a. hier, hier, hier und unter diesem [...]

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben