waage.jpgWer sich regelmäßig, dabei aber vernünftig sonnt, befindet sich in jedem Fall auf der Sonnenseite der Gesundheit. Die Gefahr für die Haut durch die UV-Strahlen werden weit mehr als ausgeglichen von den positiven Gesundheitswirkungen der Besonnung, vor allem – aber nicht nur – durch die lebensnotwendige Bildung von Vitamin D durch UV-Bestrahlung der Haut.

Diese Bilanz zieht eine norwegische Forschergruppe um den international renommierten Wissenschaftler Johan Moan (wir berichteten erst kürzlich über eine seiner bahnbrechenden Studien) in einer umfassenden Übersichtsstudie über die Risiken einerseits und die gesundheitlichen Vorteile andererseits des Sonnenbadens.

Interview mit dem Autor Prof. Richard Setlow:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=C7lGBT3oMiw]

Selbst wenn man, bei allen vorhandenen wissenschaftlichen Zweifeln, davon ausgehen könne, dass die UV-Strahlen der Sonne zu einem Teil mitverantwortlich sei für die Entstehung von “schwarzem Hautkrebs” (Melanom), rechtfertigten allein die vorbeugenden und therapeutischen Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” D3 bei vielen Krebsarten, bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes oder bei Herzkreislauf-Erkrankungen eine Empfehlung für mehr maßvolles Sonnen – vor allem in Ländern der nördlichen Hemisphäre.

Die Studie referiert noch einmal die zahlreichen wissenschaftlichen Belege aus vielen Ländern der Erde für die krebsverhindernde und lebensverlängernde Kraft des Vitamin D. Sie unterstreicht die unzureichende Versorgung der Bevölkerung in den Ländern mit langen “Vitamin D-Wintern“, in denen die Sonnenstrahlen zu schwach sind, um die notwendigen Prozesse der Vitamin D-Bildung im Körper in Gang zu bringen.

Prof. Richard Setlow, Co-Autor der Studie in einem Interview mit dem TV-Sender ABC: “Die Bedeutunng des Vitamin D liegt vor allem in seiner Schutzwirkung vor den tödlichen Folgen aller Krebserkrankung, auch Hautkrebs“.

Dass dabei das Solarium eine wichtige Rolle spielen kann, wird in weiteren Studien aus jüngster Zeit eindrucksvoll bestätigt.

Als Fazit wenden sich die Wissenschaftler an die Politiker dieser Länder mit der Aufforderung, bei ihren gesetzlichen und Verordnungsmaßnahmen (in Deutschland derzeit in der Diskussion: Das “Umweltgesetzbuch” mit Regelungen zur künstlichen Besonnung und das “Präventionsgesetz“) nicht immer nur einseitig auf die Hautkrebsgefahr durch Mißbrauch der Sonnenstrahlen zu starren, sondern endlich auch die Fülle der internationalen Forschungsergebnisse zu den Gesundheitswirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” zur Kenntnis zu nehmen.

Quelle: PubMed

Studie: Johan Moan et al., Addressing the health benefits and risks, involving vitamin D or skin cancer, of increased sun exposure, PNAS (Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America) , Volltext als PDF, vorab publiziert 7. Januar 2008

Keine Kommentare zu “Sonne auf der Sonnenseite”

  1. Horstam 08.01.2008 um 21:35

    Hallo,

    ich hätte mal gerne mehr Informationen zum Vitamin-D-Winter. Liegt das daran, dass die UVB-Anteile der Sonne zu gering sind oder ist generell die Sonneneinstrahlung im Winter zu gering? Muss also ein Mindestanteil UVB vorhanden sein oder eine Mindest-Strahlendosis?
    Und was wäre dann in beiden Fällen das Minimum?

    Ändert sich die Sonnenlicht-Zusammensetzung zwischen Sommer und Winter?

  2. lbmedienam 09.01.2008 um 11:40

    Ganz vereinfacht gesprochen: Die zu schwache Strahlungsintensität der Sonne im Winter ist bedingt durch den niedrigen Einfallswinkel im Winter. Darüber hinaus beeinflussen eine ganze Fülle von Faktoren die Intensität und Zusammensetzung der Sonnenstrahlen. Eine der einleuchtendsten Darstellungen im Internet ist für mich der – allerdings immer noch viel zu “umständliche” – “Vitamin D-Rechner” von Engelsen unter:
    http://zardoz.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD.html
    bzw.
    http://zardoz.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD-ez.html
    Der erläuternde Artikel dazu (Abstract):
    http://www.bioone.org/perlserv/?request=get-abstract&issn=0031-8655&volume=81&page=1287

    In diesem Weblog kommt das Thema ja regelmäßig vor mit Verweisen auf die einschlägige Literatur. Hilfreich z.B.
    http://sonnennews.de/2007/07/30/der-vitamin-d-mangel-ist-immer-und-uberall/

  3. [...] der Sonnenstrahlen, kommen daher auch zu noch wesentlich deutlicheren Schlüssen (z.B. hier und [...]

  4. diemitfahrer.de - 22 Grad und Sonneam 20.04.2008 um 20:34

    [...] in Sachen Schlafgelegenheit bekommen) störte weniger. Im Gegenteil: angespornt von genügend Vitamin D, motivierte mich das wunderschöne Wetter unsere Beschreibung von diemitfahrer.de zu verfassen und [...]

  5. [...] zum gleichen Thema waren schon zu ähnlich spektakulären Ergebnissen gekommen: hier,  hier und [...]

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