The Vitamin D CureNachdem fast täglich neue Informationen über die vorbeugende und heilende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamin” D in wissenschaftlichen Journalen aber auch in der Publikumspresse veröffentlicht wurden, erscheint jetzt folgerichtig das Buch zur “Wunderdroge” (so die US-Presse): “The Vitamin D Cure” von James Dowd und Diane Stafford.

Die Autoren, Ärzte am Arthritis Institute des US-Bundesstaates Michigan, berichten darin von überraschenden Heilerfolgen mit hochdosierten Gaben an Vitamin D bei Arthritis, Rückenschmerzen, Kopfschmerz etc.

Ein Video zu den Themen dieser Publikation:

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Die Höhe der Dosierung führte denn auch schon bei Erscheinen des Buchs zu einer heftigen Kontroverse. Kritiker befürchten, das es bei der empfohlenen Einnahme von so hochdosiertem Vitamin D zu Vergiftungen kommen könnte. Allerdings haben Studien in letzter Zeit (auch in diesem Weblog vorgestellt) bestätigt, dass die positiven Gesundheitswirkungen sich erst ab einer gewissen Höhe des Vitamin D-Spiegels im Blut – in der Regel empfohlen: mindestens 75 nmol/ml – einstellen. Diese Höhe wird aber von einer Mehrheit der Menschen in unseren Breiten vor allem im “Vitamin D-Winter” (Oktober – März) nicht erreicht.

Notwendig daher die tägliche Zufuhr von Vitamin D in Mengen weit jenseits der “offiziell” empfohlenen Menge von 400 bzw. 600 und von etlichen Wissenschaftlern gefordert: 1.000 IU (internationale Einheiten). Niemand aber weiss zur Zeit genau, wo da die Grenze zur Vergiftung liegt.

Ausserdem belegen etliche Studien (jüngstes Beispiel: K. M. Egan et al., Vitamin D insufficiency among African-Americans in the southeastern United States: implications for cancer disparities (United States), Cancer Causes and Control, vorab online publiziert am 25.01.2008), dass durch Ernährung und Nahrungsergänzung eine angemessene Erhöhung des Serum-Spiegels nur schwierig erreichbar ist.

Unproblematisch dagegen die natürlichste Form der Vitamin D-Zufuhr, die Umwandlung von Cholesterol in das wirksame Vitamin D durch die UV-Strahlen der Sonne auf die Haut oder im Solarium, s. auch hier. 30 Minuten Sonnenbaden im Sommer um die Mittagszeit “produziert” ca. 10.000 IU Vitamin D und mehr. Zu einer “Überproduktion” und damit Vergiftungsgefahr wie bei der oralen Einnahme von Vitaminpillen kommte es dennoch nicht, weil der Körper die Vitamin D-Synthese einfach abbremst, sobald ein optimaler Stand erreicht ist. Diesen optimalen Pegel im Blut vermutet eine Forschergruppe um den bekannten Wissenschaftler Bruce W. Hollis von der Medical University of South Carolina bei ca. 100 nmol/L.
(Studie: Bruce W. Hollis et al., Circulating Vitamin D3 and 25-hydroxyvitamin D in Humans: An Important Tool to Define Adequate Nutritional Vitamin D Status, J Steroid Biochem Mol Biol. 2007 March ; 103(3-5): 631–634. Kostenloses PDF)

Das Buch: James Dowd und Diane Stafford: The Vitamin D Cure“, Verlag John Wiley & Sons, 2008.
Eine deutsche Übersetzung ist angeblich bereits in Arbeit.

Zwei Paperback-Schnellschüsse zu diesem Thema waren bereits in 2007 erschienen:
Michael Merrill: Vitamin D: Antidote to Winter and the Darkness,
und
Paul A. Stitt: Vitamin D: Is It The Fountain of Youth?

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