Monatsarchiv für Januar 2008

UV-Wissen und SonnenverhaltenDer Unterschied von “guter Sonne” und “böser Sonne” liegt in der Dosis. Zu wenig Sonne (im Freien oder im Solarium) schadet erheblich der körperlichen und psychischen Gesundheit – zu viel Sonne auch.

Mit dem UV-Index, der jederzeit über öffentliche Medien weltweit aktuell abgerufen oder mit kleinen Meßgeräten am Körper direkt gemessen werden kann, sollten alle Menschen in die Lage versetzt werden, die Intensität der UV-Strahlung jederzeit zu kennen und sich damit die optimale “Dosis Sonne” selbst verordnen zu können. Durch Wissen zur “Sonnen-Gesundheit”, sozusagen.

Diese Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. Mehr Wissen über UV-Strahlung hier und jetzt führt nicht zu richtigem Verhalten und vernünftiger Nutzung der “guten Sonne” – eher im Gegenteil!

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung italienischer Wissenschaftler mit 91 Teilnehmern im Alter von 21-23 Jahren. Einer Gruppe wurden UV-Messgeräte zur Verfügung gestellt, der anderen Kontrollgruppe dagegen keinerlei Informationen über den jeweils aktuellen UV-Index.

Zur Überraschung der Wissenschaftler verhielt sich die Gruppe mit den UV-Geräten unvernünftiger als die Kontrollgruppe: Die Teilnehmer in dieser Gruppe hielten sich länger in der Mittagssonne auf, nutzten weniger Sonnenschutzmittel und holten sich sehr viel häufiger einen Sonnenbrand – genau das Verhalten, das durch die UV-Informationen verhindert werden sollte.

Die Forscher vermuten unter anderem, dass sich die Nutzer von UV-Messgeräten unbewusst “auf der sicheren Seite” wähnten und daher die Intensität der Sonnenstrahlen unterschätzten.

Über ähnlich paradoxe Ergebnisse hatten wir schon früher berichtet im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Sonnenschutzmitteln (führt nicht zu weniger und gelegentlich zu mehr Sonnenbränden) und der Wirkung von Sonnenschutz- und Angst-Kampagnen (ändern nicht das – falsche – Verhalten an der Sonne vor allem bei Jugendlichen).

Quelle: Blackwell

Studie: Paolo Carli et al., The Use of Commercially Available Personal UV-meters Does Cause Less Safe Tanning Habits: A Randomized-controlled Trial, Photochemistry and Photobiology, vorab online veröffentlicht.

Vitamin D gegen altersbedingten BluthochdruckMit dem Alter steigt auch häufig der Blutdruck – nicht selten unbemerkt in gefährliche Höhen.

Forscher an der Emory University, Atlanta, USA, haben jetzt früher Ergebnisse auch auch aus Deutschland bestätigt: Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D beugt dem altersbedingten Hochdruck vor.

Diee Wissenschaftler untersuchten Daten aus einer umfassenden Studie (3. National Health and Nutrition Examination Survey) und fanden heraus, dass bei Teilnehmern mit normalem und hohem Vitamin D-Spiegel im Blut (25(OH)D ab 80 nmol) der alterbedingte Blutdruckanstieg um 20 Prozent geringer ausfiel als bei Patienten mit einem Vitamin D-Spiegel von 50 nmol/L oder weniger.

Der oft als “heimlicher Killer” bezeichneten Volkskrankheit Bluthochdruck könnte, wenn sich diese Tendenz in weiteren Studien bestätigte, durch höhere Zufuhr an “Sonnenschein-Vitamin” (90% wird im Körper selbst durch UV-Strahlung der Sonne oder im Solarium gebildet) vorgebeugt werden, vermuten die Wissenschaftler.

Quelle: HighWire

Studie: Suzanne E. Judd et al., Optimal vitamin D status attenuates the age-associated increase in systolic blood pressure in white Americans: results from the third National Health and Nutrition Examination Survey, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 87, No. 1, 136-141, Januar 2008

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