Zauberberg - Vitamin D und TuberkuloseMan muss nicht Thomas Mann`s “Zauberberg” gelesen haben, um von einer der ältesten “Anwendungen” der Sonne als Heilmittel zu wissen: Bei Tuberkulose war der Aufenthalt an der Sonne im Freien (am besten in großer Höhe) schon vor einem Jahrhundert das Mittel der Wahl.

Warum das aber so ist, wird erst allmählich bekannt mit der Erforschung der immunregulierenden und antibakteriellen Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” D3.

In einer umfassenden Review- und Meta-Studie, die Forschungergebnisse aus den vergangenen Jahren seit 1980 zusammenfasst, kommen jetzt australische Forscher zu dem eindeutigen Ergebnis, dass “ein niedriger Pegel des Vitamin D-Serums im Blut das Risiko einer akiven Tuberkulose-Erkrankung erhöht.”

Gestützt wird diese Aussage durch eine gleichzeitig erschienene Studie mit 375 afrikanischen Einwanderern nach Australien. 78 Prozent der Probanden hatten eine deutliches Vitamin D-Defizit. Durch die dunkle Pigmentierung konnte unter den veränderten Umständen im Einwanderungsland die Sonne nicht ausreichend Vitamin D3 durch die UV-Strahlen in der Haut bilden.

Teilnehmer mit einem Vitamin D-Defizit litten sehr viel häufiger an Tuberkulose. Zum ersten Mal wurde in dieser Studie nicht nur die “offene” Tuberkulose sondern auch die latente Infizierung gemessen. In beiden Fällen zeigte sich die gleiche Verbindung mit einem Vitamin D-Mangel.

“Ein niedrige Vitamin D-Spiegel erhöht das Risiko einer Erstinfektion mit mykobakterieller Tuberkulose. Und einmal infiziert erhöht der Vitamin D-Mangel die Wahrscheinlichkeit einer offenen TB,” so die Studienleiterin Dr. Katherine Gibney vom Royal Melbourne Hospital in einem Interview.

(Über weitere Studien zu diesem Thema haben wir hier, hier und hier berichtet)

Quellen: Reuters Health/PubMed

Studien:
Kelechi E Nnoaham, Aileen Clarke, Low serum vitamin D levels and tuberculosis: a systematic review and meta-analysis, International Journal of Epidemiology 2008 37(1):113-119 (PDF kostenlos)

K.B. Gibney et al., Vitamin D deficiency is associated with tuberculosis and latent tuberculosis infection in immigrants from sub-Saharan Africa, Clin Infect Dis, Februar 2008;46(3):443-6

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben