Sonnenbank und Vitamin DAuch die Nutzung von Sonnenbänken mit geringeren UV-B-Anteil am Strahlensprektrum erhöht den Vitamin D-Spiegel.
Den Nachweis liefert jetzt eine Studie an der Universität von Kopenhagen, bei der neben modernen Solarien mit sonnen-ähnlichen Strahlenspektren auch Bänke mit einem deutlich überproportionalen UVA-Anteil eingesetzt wurden.

Das lebensnotwendige Vitamin D wird ganz überwiegend durch die Sonnenstrahlen auf der Haut “hergestellt”. Durch die modernen Lebensformen und die Tatsache, dass im “Vitamin D-Winter” von Ende Oktober bis März bei uns die Sonne nicht stark genug ist, diesen Prozess anzustossen, kommt es zu erheblichen Vitamin D-Defiziten in breiten Bevölkerungskreisen. In Deutschland etwa leiden knapp 60 Prozent der Menschen nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) an einem Vitamin D-Mangel, der die Entstehung von Brust- und Darmkrebs, Osteoporose, Diabetes, Multipler Sklerose, Infektions- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen etc. begünstigt.

Ausgleich könnte hier die regelmäßige, kontrollierte Nutzung von Solarien schaffen.

Dass sich diese einfache Lösung eines derart verbreiteten Gesundheitsproblems bisher nicht hat durchsetzen können, liegt auch an den ebenso unermüdlich wiederholten wie falschen Argumenten der Solariengegner: Da das Solarium kaum UV-B – notwendig für die Vitamin D-Synthese – sondern fast ausschliesslich UV-A  ausstrahle, so wird behauptet, könne es auf der Sonnenbank nicht zu einer ausreichenden Vitamin D-Produktion kommen.

Das ist, wie sich nun erweist,  ein doppelter Trugschluss:

  1. Ähneln moderne Solarien der Sonne im Anteil der abgegebenen UVB-Strahlen, haben also in etwa die gleiche Wirkung und
  2. beweist die neue Studie, dass auch Solarien mit höherem UV-A-Anteil die Vitamin D-Produktion in der Haut in Gang bringen.

Unsere Studienergebnisse zeigen, dass Sonnenbänke mit einer Strahlung von nur 0,5% bzw. 1,4% UVB den Vitamin D-Spiegel (Serum 25 OH D) im Blut erhöhen.” So der Leiter der Forschergruppe am Bispebjerg Hospital der Universität Kopenhagen.

Zwei repräsentativ ausgewählte Gruppen gesunder europäischer Frauen wurden zunächt in Abständen von zwei-vier Tagen vier Mal für zunächst jeweils sechs Minuten später weitere vier Mal für 12 Minuten auf eine Sonnenbank mit niedrigem UVB-Anteil (Gruppe 1: 0,5% UVB, Grupps 2: 1,4% UVB) geschickt.
Eine vergleichbare Kontrollgruppe erhielt keine Besonnung auf der Sonnenbank.

Ergebnis: Während sich  bei der “unbesonnten” Kontrollgruppe innerhalb von 9 bzw. 18 Tagen keinerlei Veränderung im Vitamin D-Spiegel zeigte,  hatte sich in der Gruppe 1 innerhalb von 9 Tagen der Spiegel um 12, bei der Grupppe 2 um 27 nmol/mL gesteigert.

In den folgenden Tagen stieg der Spiegel zwar weiter an, erreichte aber gegen Ende der Beobachtungszeit ein oberes Plateau und blieb danach unverändert.

(Über ähnliche Ergebnisse hatten wir auch schon in der Vergangenheit hier, hier, hier, und hier berichtet)

Studie: E.Thieden et al., Sunbed Radiation Provokes Cutaneous Vitamin D Synthesis in Humans. A Randomized Controlled TrialPhotochemistry and Photobiology Nov-Dez. 2008 ; 84(6):1487-92 (vorab online veröffentlicht 29.05.2008 )

2 Kommentare zu “Alle Sonnenbänke erhöhen den Vitamin D-Spiegel”

  1. [...] März reichen die Strahlen der Sonne dafür nicht aus. Nahrungsergänzung oder das Solarium (dazu hier und hier) können den Mangel [...]

  2. [...] Beispiele solcher Studien hier, hier, hier, hier und [...]

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