"Forever young" durch Gen-Reparatur?

"Forever young" durch Gen-Reparatur? Foto: fvs

Der Unterschied zwischen der “guten” und der “bösen” Sonne liegt in der Dosis.

Darauf verweisen Wissenschaftler (s. das Interview mit Prof. Jörg Reichrath) wie Experten der Besonnungsbranche, darauf zielen auch die Bemühungen um Zertifizierung der Sonnenstudios mit dem Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio” und die Diskussionen um staatliche Regulierungen von Solarien. Der Hinweis darauf – und die täglich neuen wissenschaftlichen Erkenntisse darüber – dass allein der meßbare gesundheitliche Nutzen der Besonnung  die möglichen Schäden vor allem bei Sonnen- und Solarien-Mißbrauch um ein Vielfaches übertreffen, macht diese Diskussion keineswegs überflüssig.

UV-Strahlen ab einer bestimmten “Dosis” schädigen die Zellen der Haut. Die Haut schützt sich auf ganz natürliche Weise vor diesen Schäden mit zwei “Strategien” durch

  • “Bräunen”, Produktion, Transport an die kritischen Stellen und Einfärben von Melanin,
  • “Reparatur”, die natürlichen Prozesse in der Haut, die für die Wiederherstellung oder das Absterben geschädigter DNA zuständig sind.
DNA-Schäden durch UV-Strahlen. (c)Kommission zur Früherkennung von Hautkrebs

DNA-Schäden durch UV-Strahlen.

Erst wenn diese beiden “Korrekturgänge” überfordert werden, kommt es zu dauerhaften Schäden mit möglicherweise Spätfolgen von Hautalterung bis Hautkrebs.

Der Erfolge bei den Versuchen, die Menschen von der Einhaltung einer verträglichen und gesunden “Sonnen-Dosis” zu überzeugen, ist äußerst bescheiden (die Zahl der Sonnenbrände pro Person nimmt eher zu als ab). Dazu kommt die Erkenntnis, dass der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln die negativen Folgen übermäßigen Sonnens nicht mindert sondern teilweise sogar noch verstärkt. Dieweil wurde die einzige Möglichkeit einer kontrollierten, individuell dosierten Besonnung im Solarium durch jahrzentelange Verteufelung der Gegner und Versäumnisse der Branche selbst ins gesellschaftliche Abseits gestellt.

Da liegt es nahe, der Haut, statt sie mit allerlei äußeren Manipulationen schützen zu wollen, lieber bei den körpereigenen Abwehr- und Reparatur-Anstrengungen zu helfen.  Dass dabei auch gleich die “Schönheitsfrage” gestellt und beantwortet , der Schlüssel zum “Forever Young” gefunden werden könnte, macht die Sache natürlich brisant – weit über das Problem des Sonnenschutzes hinaus.

Eine auch für Laien lesbare Zusammenfassung der jüngsten Entwicklungen und Diskussionen zu diesem Thema findet sich jetzt in der WELT ONLINE:
http://www.welt.de/welt_print/article2372684/Kur-fuer-die-Gene.html

In eingängigen Beschreibungen der jüngeren Forschung und in vorsichtig-kritischen Kommentaren beteiligter Wissenschaftler stellt der Beitrag die positiven wie bedenklichen Aussichten vor auf die hoffnungsvolle Versöhnung der “guten” und der “bösen” Sonne durch einen (fast) natürlichen Ausgleich.

Quelle: Welt Online, “Kur für die Gene”, 30.08.08

Graphik:Kommission zur Früherkennung von Hautkrebs

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