Lieber Sonne als ...

Lieber Sonne als ...

...bestrahlte Pilze

... mit Lichtblitzen bestrahlte Pilze

Der Vitamin D-Hype ruft allerlei Mitläufer auf den Plan, die von den überraschenden Entdeckungen über die lebenserhaltenden Funktionen des “Sonnenschein-Vitamins” profitieren wollen.

Die Pharma-Industrie, vor allem in den USA, propagiert fast täglich neue (und teure) Nahrungsergänzungsmittel. Jetzt schaltet sich auch ein weltweit führender Konzern der Lichttechnik in den explodierenden Markt ein: Xenon Inc., unter anderem tätig auf dem Gebiet gepulster Lichtsysteme, behauptet, eine “Wunderwaffe” (eigene Angaben) gegen den grassierenden Vitamin D-Mangel gefunden zu haben: Bestrahlte Champignons!

Dass Pilze eines der wenigen Nahrungsmittel ist mit einem gewissen Vitamin D-Gehalt, ist bekannt. Xenon nun will mit Hilfe gepulsten Lichts diese Pilze zu echten “Vitamin D-Bomben” mutieren lassen. Die heller als die Sonne leuchtende Lichtquelle kann den Vitamin-D-Gehalt von Champignons, laut Xenon, beträchtlich erhöhen.

Einer der größten Lebenmittelkonzerne, Dole, steigt in das Geschäft mit ein und hat bereits Portobello-Pilze und andere Pilzvarianten mit Lichtblitzen behandelt und deren Vitamin-D-Gehalt angeblich erheblich gesteigert.

Kurzerhand reklamieren nun Xenon und Dole gemeinsam sämtliche biopositiven Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins” für ihre bestrahlten Pilze – “Krebs, Herzkrankheiten, Typ-1-Diabetes und einer Vielzahl anderer Erkrankungen” wie eine Pressemeldung  aufzählt.

Vor die Wahl gestellt, täglich Unmengen von bestrahlten Champignons zu verzehren oder doch lieber (im Sommer) sich ein Viertelstündchen der Sonne auszusetzen oder (wenn tagsüber keine Zeit ist und im “Vitamin D-Winter”) einmal die Woche ein “Geprüftes Sonnenstudio” aufzusuchen, wird sich wohl auch der größte Technologie-Freak eher für die natürliche Variante der Vitamin D-Beschaffung entscheiden – die entspannt-wohlige Besonnung der Haut.

Quelle: ots/PRNewswire

Dass UVB-bestrahlte Champignons tatsächlich zur Vitamin D-Versorgung beitragen können, belegt jetzt eine britische Fall-Studie. Gründe für den “Umweg” der Vitamin D-Synthese über die Champignons statt des direkten Wegs über die Haut, bietet aber auch diese Studie nicht.

Studie: A. Ozzard et al., Vitamin D deficiency treated by consuming UVB-irradiated mushrooms, Br J Gen Pract. 2008 Sep;58(554):644-5

Ein Kommentar zu “Bestrahlte Pilze oder doch lieber besonnte Haut?”

  1. [...] Wir hatten in der Vergangenheit über ähnliche Versuche mit der UV-Bestrahlung von Pilzen und anderen Lebensmitteln hier, hier und hier berichtet. [...]

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