Monatsarchiv für September 2008

Zwei neue Studien aus Europa und USA bestätigen frühere Untersuchungen zu einer Verbindung von Vitamin D mit reduziertem Brustkrebs-Risiko.

Die italienische Studie ergab ein vermindertes Risiko von über 20 Prozent für das Drittel der Untersuchten mit der höchsten Vitamin D-Aufnahme gegenüber dem untersten Drittel. Die Wirkung stellte sich erst bei einer Vitamin D-Aufnahme über die Nahrung ein von täglich mehr als 143 IU (International Units). Internationale Experten empfehlen inzwischen eine tägliche Vitamin D-Dosis über Sonnen-Bestrahlung, Ernährung und Nahrungsergänzung von 1.000 IU.

Die US-Forschungen, an denen auch der bekannte kanadische Vitamin D-Forscher Reinhold Vieth beteiligt war, widmeten sich spezifischen Formen des Bruskrebses – mit im wesentlichen den gleichen Ergebnissen wie ihre italienischen Kollegen.

Quelle: PubMed

Studien:
M. Rossi, J.K. McLaughlin et al., Vitamin D intake and breast cancer risk: a case-control study in Italy, Annals of Oncology. August 2008, online vorab veröffentlicht,
Print: Annals of Oncology 2009 20(2):374-378

K.M. Blackmore et a., Vitamin D From Dietary Intake and Sunlight Exposure and the Risk of Hormone-Receptor-Defined Breast Cancer, American Journal of Epidemiology, 27. August 2008

Seit der beispiellosen Kampagne gegen Solarien und Sonnenstudios mit der an Hautkrebs sterbenden Clare Oliver weht der Besonnenbranche im australischen Bundesstaat Victoria eine eiskalter Wind ins Gesicht. Diese aufgeheizte Stimmung macht auch vor den Türen des Gerichts nicht halt.

Geklagt hatte die staatliche Verbraucherorganisation (ACCC) gegen den Verband der Solarienindustrie, Australian Tanning Association, und zwei Studio-Ketten. In Veröffentlichungen gegen die seinerzeit laufende Kampagne hatten die Branchenvertreter unter anderem eine Verbindung zwischen Solarium und Hautkrebs bestritten und darauf verwiesen, dass Bräune die Haut vor schädigenden UV-Strahlen schütze.

Der Federal Court des Staates Victoria verbot jetzt diese und ähnliche Veröffentlichungen.

Kommentar des behandelnden Arztes von Clare Oliver, einer der Organisatoren der Anti-Solarien-Kampagne rund um ihren Tod:
Das gehört zu dem wundervollen Erbe, das uns Clare Oliver hinterlassen hat. Ich hoffe, dass jetzt die Besucherzahlen in Solarien gewaltig einbrechen.

Quelle: ABC News

Ein Fall für Fruchtzwerge?

Kinder und Vitamin D: Ein Fall für Fruchtzwerge?

Fruchtzwerge statt Sonne?

TV im Kinderzimmer, Computerspiele und die Panikmache der Anti-Sonnen-Lobby haben eine Kinder-Generation produziert, die unter akutem “Sonnen-Entzug” leidet.  80 Prozent der Kinder heute, so das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE), werden mangels Sonnenstrahlen nicht mit ausreichend Vitamin D versorgt – mit fatalen langfristigen Folgen für die Gesundheit.

Das war ja zu erwarten!

Nachdem in den USA das “Sonnenschein-Vitamin” D bereits als “Wunderdroge” gefeiert wurde und auch in den deutschen Medien derzeit eine steile Karriere hinlegt, hängt sich nicht nur die Pharmaindustrie mit immer neuen Vitamin D-Präparaten und Nahrungsergänzungen sondern inzwischen auch die Lebensmittel-Industrie an den Boom an.

Danones “Fruchtzwerge: Mit Vitamin D und einer Extraportion Calcium für gesunde Knochen” sollen es jetzt richten!

Seit Ende August 2008 enthalten FruchtZwerge Vitamin D und 50 Prozent mehr Calcium als Vollmilch. Die neue Rezeptur soll einen Beitrag zum Ausgleich des Vitamin D-Defizits in Deutschland leisten.” So die Pressemitteilung des Konzerns. “Die zugesetzte Menge von Vitamin D in FruchtZwerge liegt bei 1,25 µg pro 100 g (=2 Becher). Das entspricht 25 Prozent des empfohlenen Tagesbedarfs an Vitamin D“.

Zitiert wird die Studie des Robert Koch Instituts (RKI) im Rahmen des Kinder- und Jugendsurveys 2007 (KiGGS), und folgert: “Nur wenige Kinder können mit Hilfe des Sonnenlichts und der Nahrung ausreichend Vitamin D im Körper bilden.”

Nun, sie könnten schon, einfach durch ganz normale Lebensführung mit viel Aufenthalt im Freien und – kontrolliert – an der Sonne.  Danone aber meint: Gib Deinem Kind Fruchtzwerge statt (kostenloser) Sonne, dann wächst es mit gesunden Knochen auf!

Was sich hier besonders augenfällig am Beispiel der Kinder abspielt, ist typisch für die derzeitige Situation (nicht nur aber auch) in der Bundesrepublik: Mit Panik-Kampagnen und Horror-Daten werden die Menschen vor Sonne und Solarium gewarnt, und die Politik beschließt im Nachtrab Solarien-Verbote, um dann den Pharma- und Lebensmittel-Konzernen die Möglichkeit zu bieten, die gefährliche “Sonnen-Lücke” durch künstliche Ersatz-Präparate zu schließen.

Die Gefahren einer Überdosierung durch solche Präparate und Nahrungsergänzungen werden geflissentlich verschwiegen, eine Überdosierung, die es bei der natürlichen Produktion von Vitamin D3 durch die UV-Strahlen der Sonne im Körper selbst nicht geben kann.

Quelle: Pressemitteilung Danone/presseportal.de

Studien:
Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund: Abschlussbericht zur Sonderauswertung der DONALD Studie, Februar 2008

Bundesgesundheitsblatt, Mai/Juni 2007

B. Hintzpeter, C. Scheidt-Nave et a., Higher prevalence of vitamin D deficiency is associated with immigrant background among children and adolescents in Germany, Journal of Nutrition 138, 1482-90

Zusammenfassung des Wissensstands und Empfehlungen zu “Kinder und Vitamin D”:
Misra et al., Vitamin D Deficiency in Children and Its Management: Review of Current Knowledge and Recommendations, Pediatrics 122, August 2008, pp. 398-417

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