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Ernährung

Sonne reichen nicht aus!

... und Sonne reichen nicht aus!

Fast 90 Prozent aller Frauen in Deutschland und 81Prozent der Männer erhalten nicht einmal das Tagesminimum an Vitamin D durch die Nahrung.  Und da die weitaus meisten von ihnen dieses Defizit auch nicht durch ausreichend Sonne und UV-Strahlen (“verantwortlich” für 80-90% der Vitamin D-Bildung im Körper) ausgleichen, kommt es zu einem “epidemischen” Vitamin D-Mangel in Deutschland.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie des Robert-Koch-Instituts, Berlin, im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, mit 4.000 Probanden im Alter von 18-79 Jahren, die jetzt im internationalen Fachorgan “European Journal of Clinical Nutrition erschienen ist.

Fast 60 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung weist einen Vitamin D-Spiegel im Blut auf, der unterhalb der für notwendig gehaltenen Grenze von 50 nmol/l liegt. Tatsächlich wird in der internationalen Forschung die Grenze überwiegend sogar noch deutlich höher, bei 75 nmol/l, gesehen.

In einigen Altersgruppen erreicht dieser Anteil selbst im Sommer 75 Prozent und liegt im “Vitamin D-Winter” (Oktober bis März), wenn die Sonne nicht stark genug ist, die Vitamin D-Synthese in der Haut anzustoßen, noch weit darüber.

Die Folgen für die Gesundheit der Betroffenen sind gravierend. Vitamin D ist wesentlich beteiligt an tausenden von Regulierugsvorgängen in den menschlichen Körperzellen und ein Mangel erhöht das Risiko, an vielen Leiden wie Osteoporose, Diabetes, Multipler Sklerose, Bluthochdruck und sogar an etlichen Krebsformen zu erkranken.

Gefahren wie diese werden in den Attacken der Dermatologen gegen UV-Strahlen der Sonne und im Solarium schlicht ignoriert, wie etwa bei dem eben zu Ende gegangenen Kongress in der Berliner Charité.  Aber selbst internationale Gesundheitsorganisationen sind inzwischen überzeugt, dass die Dermatologen-Warnungen vor der Sonne eher zu weit gegangen sind und nun für die Gesundheit der Bevölkerung das Gegenteil dessen bewirken, was beabsichtigt war.

(Über eine online vorab veröffentlichte Version der Studie hatten wir 2007 bereits berichtet)

Quelle: Nature

Studie: B Hintzpeter et al., Vitamin D status and health correlates among German adults, European Journal of Clinical Nutrition, September 2008, 62 (9(:1079-89

3 Kommentare zu “Bestätigt: Deutsche leiden an Vitamin D-Mangel”

  1. [...] Vor Beginn des “Vitamin D-Winters” (in unseren Breiten zwischen Ende Oktober und März) bekommen diese Studien eine durchaus aktuelle Bedeutung: Im Winter, wenn die Sonne nicht mehr in der Lage ist, die Vitamin D-Synthese in der Haut anzustoßen, steigt der Anteil der Menschen mit einem deutlichen Vitamin D-Defizit in Deutschland drastisch an – in einigen Bevölkerungsgrupen auf über 80 Prozent (s. die RKI-Studie dazu). [...]

  2. [...] vom Robert-Koch-Institut in Berlin (Berichte über die RKI-Studie zu Vitamin D in Deutschland hier und [...]

  3. [...] für die Vitamin D-Aufnahme,  so die “Nationalen Verzehrsstudie” von 2008. Ähnlich die Studie des Robert-Koch-Instituts, die ebenfalls Jugendliche als “Risikogruppe” für die Unterversorgung mit dem [...]

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