Monatsarchiv für November 2008

Im “Vitamin D-Winter” ist die “künstliche Sonne” im Solarium die “natürlichste” Methode (an die 90 Prozent des Vitamin D-Bedarfs in unseren Breiten wird durch die UV-Strahlen in der Haut “produziert”), Vitamin D-Defizite zu überbrücken. Die Alternative: Nahrungsergänzung, etwa mit Lebertran, ist wirkungsvoll aber nur mit erheblichen Einschränkungen.

Jetzt hat sich die Crème de la Crème der internationalen Vitamin D-Forschung zusammengefunden in einem Protest gegen die Empfehlungen von Gesundheitsorganisationen zu Vitamin D und zu einer klaren Warnung vor dem Lebertran:

Eine ausreichende Vitamin D-Versorgung zum Schutz vor Knochen-, Infektions-, Autoimmun- und psychischen Krankheiten erfordere mindestens die fünffache Zufuhr von Vitamin D im Vergleich zu den bisher empfohlenen Mengen bei Kindern. Lebertran aber führe zu Vergiftungen (Quecksilber durch vergiftetes Meerwasser, Vitamin A-Vergiftung).

Der Appell der Forscher zur Korrektur der Richtlinien im Interesse der Gesundheit breiter Bevölkerungschichten richtet sich sowohl an staatliche als auch an private Orgnisationen.

Studie: John J. Cannell, Reinhold Vieth,  Walter Willett, Michael Zasloff,  John N. Hathcock, M John H. White,  Sherry A. Tanumihardjo,  D. Enette Larson-Meyer, Heike A. Bischoff-Ferrari, Christel J. Lamberg-Allardt, Joan M. Lappe, Anthony W. Norman,  Armin Zittermann,  Susan J. Whiting,  William B. Grant, Bruce W. Hollis,  Edward Giovannucci, Cod Liver Oil, Vitamin A Toxicity, Frequent Respiratory Infections, and the Vitamin D Deficiency Epidemic, Ann Otol Rhinol Laryngol, 2008;117:864-870.

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Barak Obama in Chicago

Ein “schwarzer” Präsident im “Weißen Haus” in den USA wird als Sensation empfunden. Dabei waren alle unsere Vorfahren dunkelhäutig. Die lebten in Ostafrika und waren in den Savannen des Südens der Sonne schutzlos ausgesetzt. Je mehr Sonne, desto mehr Pigmente, die die Zellen der Haut vor zu viel UV-Strahlen schützte.

Bei ihren Wanderungen nach Norden aber entwickelte sich der Schutz zur Gefahr: Unter der schwächer einstrahlenden Sonne konnte in der stark pigemtierten Haut das lebensnotwendige Vitamin D nicht mehr gebildet werden. Nur wer eine relativ helle Hautfarbe aufwies, überlebte auf Dauer. So entwickelte sich über die Jahrtausende die helle Haut der Europäer – je heller, je weiter die Menschheit nach Norden vordrang.

Dazu liefert die Wissenschaft eine witzige Story: In Anatolien in der heutigen Türkei fanden Forscher Fossilien von Urmenschen, bei denen die Männer offensichtlich sehr häufig eine Glatze aufwiesen. Die Erklärung: Da diese Menschen noch zu viel Bräune, Hautpigmente, aus ihrer südlichen Heimat aufwiesen, musste sich die Evolution mehr Hautfläche für die notwendige Vitamin D-Synthese schaffen – die Haare waren im Weg. Mit Hilfe der Glatze wurde die Vitamin D-Versorgung sichergestellt.

Der Preis, den die Menschen mit heller Haut für die gute Vitamin D-Versorgung zahlten, war die größere Empfindlichkeit gegen extreme Sonneneinstrahlung. Die Balance zwischen der “guten” Sonnen, die das Vitamin D im Körper produziert, und der “bösen” Sonne, die die DNA schädigen kann, war zwar im Prinzip wieder hergestellt, muss nun aber immer wieder durch vernünftiges Verhalten austariert werden.

Dabei spielt die Sonnenbräune die Rolle als Verteidiger der Haut gegen die “böse” Sonne. Gleichzeitig werden von der “guten” Sonne im Prozess des vorsichtigen Bräunungsaufbaus die Vitamin D-Speicher gefüllt.

Sanft gebräunte Haut ist also ein typischer Ausdruck dieser gelungenen Balance.

Wenn Dermatologen behaupten, die Sonnenbräune aus dem Sonnenstudio schütze nicht vor UV-Strahlen und daher sei Vorbräunen auf der Sonnenbank zwecklos, dann tun sie das wider besseres Wissen – wie so häufig, wenn es um die künstliche Sonne geht.

Dunkelhäutige Menschen in nördlichen Ländern aber haben einen entscheidenden Nachteil: Ihre Haut, die für die Sonne näher am Äquator pigmentiert ist, schützt sie hier zwar vor der “bösen” Sonne, wehrt aber auch die “gute Sonne” ab, die hier im Norden zu schwach ist, um das Schutzschild der Pigmente ausreichend zu durchdringen und in der Haut das schütztende Vitamin D zu bilden. Menschen mit dunkler Hautfarbe in unseren Breiten leiden daher sehr viel häufiger an einem Vitamin D-Defizit und damit an den vielen Folgekrankheiten.

Bleibt also nur noch, Barak Obama im “Weissen Haus” möglichst viel Sonnenschein zu wünschen. Nur ein sonnengesunder US-Präsident macht eine sonnige Weltpolitik – auch für uns Sanft-Gebräunte.

Abbildung:
Das Video der Rede von Barak Obama vor seinen Anhängern in Chicago nach der Wahl bei Spiegel-TV: www.spiegel.de/video/video-39528.html

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