Vitamin D-Mangel schlägt auf die Atemwege

Vitamin D-Mangel schlägt auf die Atemwege

Riesiges Aufsehen und lautes Rascheln im Blätterwald produzierte vor gut zwei Jahren die Studie von Cannell und anderen zur Bedeutung von Vitamin D für Vorbeugung und Therapie der jährlichen Grippewellen vor allem im Spätwinter (Berichte darüber hier und hier).

Jetzt erscheint eine weitere Studie, die nachweist,  dass Vitamin D-Mangel mitverantwortlich ist für die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten, vor allem Erkrankungen der oberen Atemwege.

Am Ende des Vitamin D-Winters, der in unseren Breiten von Mitte Okober bis März dauert, ist der Vitamin D-Spiegel im Blut der Menschen in Deutschland auf dem niedrigsten Stand.  Über 70 Prozent der Bevölkerung leidet jetzt unter Vitamin D-Mangel. Die Wintersonne hat nicht die nötige Kraft, das Vitamin D über die Haut im Körper zu bilden.

Die Forscher von der University of Colorado Denver School of Medicine und der Harvard Medical School unter der Leitung von Prof. Adit Ginde kamen beim Vergleich der Daten von 18 883 Teilnehmern am Third National Health and Nutrition Examination Survey aus den Jahren 1988-94 zu dem Ergebnis, dass die Probanden mit einem Vitamin D-Defizit um ein Drittel häufiger an Atemwegserkrankungen litten, als die Menschen mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Bei Asthma-Kranken stieg diese Verhältnis auf das Fünffache.

Unsere Ergebnisse belegen die bedeutende Rolle des Vitamin D in der Vorbeugung und Behandlung von allgemeinen entzündlichen  Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Grippe,” so Prof. Ginde. “Menschen mit Lungenproblemen wie Asthma oder Empysem leiden ganz besonders unter Entzündungen der Atemwege durch Vitmain D-Mangel.”

Prof. John Cannell, federführender Autor der umfassenden Studien zu Vitamin D und Grippe 2006 und 2008, geht noch deutlich weiter in seinem Newsletter zu diesen Ergebnissen: “Der Wirkmechanismus des Vitamin D bei Infektionen erhöht die körpereigene Produktion von Antibiotika … und bekämpft nicht nur Grippe und Erkältung sondern auch andere saisonale Infektionen, selbst Meningitis, Blutvergiftung oder Lungenentzündung bei Kindern und Erwachsenen“.

Einzige Quelle der Vitamin D erzeugenden UV-Strahlen in den Wintermonaten ist die Sonnenbank mit einem ausreichenden Anteil an UV-B im Strahlenspektrum.  Vitamin D-reiche Nahrung, etwa fetter Fisch oder Milchprodukte, und Nahrungsergänzung können ihren Teil zur Versorgung beitragen, können aber die Sonnenstrahlen nur unzureichend ersetzen.

Quelle: HighWire

Studie: Adit A. Ginde et al,  Association Between Serum 25-Hydroxyvitamin D Level and Upper Respiratory Tract Infection in the Third National Health and Nutrition Examination SurveyArchives of Internal Medicine, Vol. 169 No. 4, 23. February 2009

3 Kommentare zu “Pünktlich zum Höhepunkt des "Vitamin D-Winters": Neue Erkenntnisse zum Durchatmen”

  1. [...] weil seit einigen Jahren bekannt ist (wir hatten z.B. hier, hier, hier und hier darüber berichtet), dass Vitamin D bei der Regulierung der Immunreaktion gegen die [...]

  2. [...] im Jahr 2006 hatte eine Studie (wir haben hier und hier berichtet) aufsehen erregt, die den “Vitamin D-Winter” (die Jahreszeit, in der die [...]

  3. [...] Art, vor allem aber der Grippe, schlüssig nachgewiesen werden (s. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und [...]

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