Monatsarchiv für Mai 2009

Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Nierenversagen haben eine fast um die Hälfte größere Überlebenschance, wenn ihr Vitamin D-Spiegel im Blut optimal ist im Vergleich zu Patienten mit Vitamin D-Mangel.

Wissenschaftler am NRW Herz-Zentrum der Universität Bochum in Bad Oeynhausen unter Leitung von Dr. Armin Zittermann begleiteten 510 Herzpatienten über ein Jahr lang und untersuchten den Serum-Spiegel der biologisch aktiven Form des Vitamins,  1,25(OH)2D3, der Teilnehmer.  Nach der Höhe des Spiegels wurden die Patienten in fünf Gruppen eingeteilt. Während die Überlebensrate in der Gruppe mit dem niedrigsten Vitain D-Spiegel im Blut bei nur 66,7 Prozent lag, erhöhte sich diese Quote kontinuierlich mit dem Grad der Vitamin D-Versorgung und erreicht im obersten Fünftel eine Überlebensrate von 96,1 Prozent.

In anderen Worten: Das erste Jahr nach der Erkrankung überlebten fast alle Patienten mit einer guten Vitamin D-Versorgung, während ein Drittel der mit einem niedrigen Serum-Spiegel im Blut in dieser Zeit starben.

Quelle:  PubCrawler

Studie: A. Zittermann et al.,  Circulating Calcitriol Concentrations and Total Mortality,  Clinical Chemistry 55: 1163-1170, 2009

Micheal f. Holick

Michael F. Holick

Dr. Michael F.  Holick, Professor der Medizin, Physiologie und Biophysik an der Boston University School of Medicine hat für seine bahnbrechenden Forschungen zur Bedeutung und zu den Gesundheitswirkungen des Vitamin D den mit 50.000 Dollar dotierten Linus Pauling Institute Preis für Gesundheitsforschung erhalten.  Der Preis wird verliehen vom Linus Pauling Institute der Oregon State University.

Holick hatte gegen den ganz auf die “bösen” Seiten der Sonne und der UV-Strahlen fixierten damaligen Zeitgeist in der Forschung die Bedeutung des Sonnenlichts für Leben und Gesundheit, vermittelt über das “Sonnenschein-Vitamin” D3, “wiederentdeckt” und in jahrzehntelanger erfolgreicher Arbeit zusammen mit einer ständig wachsenden Zahl von Wissenschaftlern weltweit immer neue Aspekte der zentralen Bedeutung dieses Vitamins, oder genauer: Hormons,  beschrieben.

Zunächst angefeindet und boykottiert in der Forschungs-Szene sind die Ergebnisse seiner Arbeit inzwischen längst zum wissenschaftlichen “Mainstream” avanciert.

Dank der Arbeiten von Prof. Holick setzt sich heute eine ausgewogene Auffassung von den “guten” und den “bösen” Seiten der Sonnenstrahlen durch.  Die überragende Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” und die fatalen Folgen einer einseitigen Angst-Propaganda gegen jede Form der Sonnen- und Solarien-Nutzung für die Gesundheit der Bevölkerung wird derzeit nur noch von wenigen interessierten Organisationen bestritten.

Ich erinnere mich noch, wie Linus Pauling den Anfeindungen und der Skepsis damals souverän begegnet ist – ganz ähnlich wie Holick später“, sagte bei der Preisverleichung der Präsident der International Nutrition FoundationNevin Scrimshaw . “Heute ist Professor Holick weltweit anerkannt als Ernährungswissenschaftler, dessen Forschungen eine globale Bedeutung hat für die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen gleichermassen.”

Einem breiten Publikum ist Prof. Holick und seine Forschung bekannt vor allem durch das auf Deutsch im Haug-Verlag erschienene Buch :
“Schützendes Sonnenlicht. Die heilsamen Kräfte der Sonne”

Quelle: Eurekalert

A Glass of Milk A Day Keeps Alzheimer’s Away?” fragt sich Newsweek mit der Verballhornung des bekannten Spruchs: “An Apple a Day Keeps the Doctor`s Away!” in seiner heutigen Online-Ausgabe und spielt auf einen aktuellen Beitrag des renommierten kalifornischen Vitamin D-Forschers, William B. Grant, vom Sunlight, Nutrition, and Health Research Center (SUNARC) in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift  Journal of Alzheimer’s Disease.

Darin fasst Prof. Grant den Stand der Forschung zu Vitamin D und Demenz zusammen und drängt auf umfassendere Studien, die den Vitamin D-Mangel tatsächlich auch als eine der Ursachen für Alzheimer bestätigen könnten.

Grant argumentiert mit der seit längerem bekannte Tatsache, dass ein niedriger Vitamin D-Spiegel im Blut bei einer Reihe von Erkrankungen auftritt, die als Vorstufe zur Demenz oder als besondere Risikofaktoren gelten. Auch die schützende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” für Nerven und Gehirn sind vielfach belegt.  (Berichte über solche Studien aus der jünsten Zeit finden sie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier).

Sein Rat:  Menschen ab einem Alter von etwas 60 Jahren sollten auf jeden Fall ihren Vitamin D Serumspiegel prüfen lassen und durch Sonne oder Nahrungsergänzung einen Stand von mindestens 30 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter), besser 40 ng/ml, erreichen und beibehalten.

Quelle: Science Daily

Studie:  William B. Grant. Does Vitamin D Reduce the Risk of Dementia? Journal of Alzheimer’s Disease, 17:1 (May 2009)

pregnant-istockphoto

Foto: iStockPhoto

Ein Vitamin D-Mangel während der Schwangerschaft ist wahrscheinlich mit verantwortlich für zwei verhältismäßig häufig während der Schwangerschaft auftretende Erkrankungen:  Präeklampsie oder Schwangerschaftshypertonie und Scheideninfektionen, die beide die Gefahr einer Frühgeburt erhöhen.

Ein Forscher-Team am Norwegischen Institut für Öffentliche Gesundheit in Oslo bestätigte jetzt frühere Untersuchungen zum Zusammenahng von Vitamin D-Mangel und Präeklampsie.  Bei der Analyse der Daten von 23.423 jungen Frauen mit einer ersten Schwangerschaft aus der Norwegian Mother and Child Cohort Study stellte sich heraus, dass die Frauen mit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung durch die Zufuhr von 20-30 Mikrogramm täglich ihr Risiko, an einer Präeklampsie zu erkranken, um mehr als 25 Prozent reduzieren konnten.

Um etwa 65 Prozent erhöht sich das Risiko schwangerer Frauen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel im Blut (<20 nmol/L), an einer bakteriellen Scheidenentzündung (Vaginose) zu erkranken.  Vitamin D veranlasst die Bildung von antibakteriell wirkenden Molekülen im Körper.

Forscher an der Universität von Pittsburgh, unter Leitung von Prof.  Lisa M. Bodnar, untersuchten 469 schwangere Frauen.  93 Prozent der Frauen mit einer bakteriellen Vaginose wiesen einen zu niedrigen Vitamin D-Spiegel auf. Insgesamt zeigte sich, dass die Wahrschienlichkeit an dieser Infektion zu erkranken kontinuierlich zunimmt bei abnehmendem Vitamin D-Spiegel.

Prof. Bodnar warnt allerdings die Frauen vor übertriebener Einnahme von Vitamin D-Präparaten wegen möglicher Nebenwirkungen von Überdosierungen. Eine Überdosierung kann allerdings bei der Vitamin D-Syntheses in der Haut durch UV-Strahlen der Sonne oder im Solarium nicht entstehen, da der Körper die “Produktion” von Vitamin D bei Erreichen eines gesunden Serum-Spiegels einfach einstellt.

Dr. Klaus König, Vize-Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), warnt ebenfalls: “”Ein Mangel an D-Vitamin trägt offenbar dazu bei, dass es bei Schwangeren leichter zu einer ungünstigen Besiedelung der Vagina mit Bakterien kommt“.

Quelle: HighWire/ScienceDaily

Studien:
M. Haugen et al.,  Vitamin D Supplementation and Reduced Risk of Preeclampsia in Nulliparous WomenEpidemiology, 15. Mai 2009 (online vorab publiziert)

Lisa M. Bodnar et al.,  Maternal Vitamin D Deficiency Is Associated with Bacterial Vaginosis in the First Trimester of PregnancyJournal of Nutrition,  Vol. 139, No. 6, 1157-1161, June 2009

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Prof. Cedric F. Garland

Kann das Sonnenschein-Vitamin D den Krebs schon in seiner frühesten Entwicklungsphase stoppen?

Die von zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu Vitamin D und seinen Wirkweisen weltweit renommierte Forschergruppe um Professor Dr. Cedric Garland am Moores Cancer Center der University of California in San Diego hat ein Entwicklungsmodell für die Entstehung von Krebs vorgeschlagen, mit dem die korrigierende Wirkung von Vitamin D bei der “Entgleisung” entarteter Zellen nachgewiesen werden könnte.

Der erste Schritt bei der Entwicklung von Tumoren ist der Verlust der Verbindung von, und des Austauschs zwischen einzelnen Zellen. Grund dafür ist unter anderem ein Vitamin D- und Kalzium-Mangel, ” so Prof. Garland. Dieser Verlust sei der wesentliche Grund für die “Machtergreifung” der Krebszellen.

Die Verbindung von Vitamin D und zahlreichen Krebsarten sei in mehr als 200 epidemologischen und 2.500 Labor-Studien belegt.

Die Forscher vermuten, dass der Krebs bereits in seiner ersten Entwicklungsphase durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D gestoppt werden kann.   Garland, laut EurekAlert:  “Vitamin D könnte die erste Stufe der Krebsentwicklung anhalten, indem die verlorengegangenen Verbindungen zwischen den entarteten Zellen mit einem funktionierenden Vitamin D-Rezeptor wiederhergestellt werden.”

Das Modell wird in den in diesen Tagen erscheinenden  Annals of Epidemiology vorgestellt.

Quelle: EurekAlert

Fetter Fisch - hilfreich aber nicht ausreichend

Fetter Fisch - hilfreich aber nicht ausreichend

Vitamin D. Das ist im Moment das wichtigste, spannendste Thema innerhalb der Ernährungsforschung, der Ernährungsmedizin.” So zitiert Deutschland Radio den  Experten vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Dr. Bernhard Watzl, bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zur jüngsten Ausgabe des “Ernährungsberichts”.

Dr. Watzl wies dabei auf das doppelte Dilemma bei der Versorgung mit Vitamin D hin:  Einerseits sei Vitamin D nur in ganz wenigen Nahrungsmitteln enthalten, andererseits stehe aber die Hauptquelle, die UV-Strahlen der Sonne, “nur ungefähr sechs Monate (zur Verfügung), weil auf der Position, wo Deutschland auf der Weltkugel liegt haben wir nur sechs Monate genügend UV-Strahlung da, damit die Prozesse in der Haut dann auch wirklich induziert werden können. Und die anderen sechs Monate fehlt die Sonnenstrahlung. Wenn Sie ihre Haut eincremen mit einem Hautschutzfaktor 8 oder mehr, verhindern sie auch im Sommer die Vitamin-D-Bildung in der Haut. Und wenn ich mich sehe, komme morgens hier her, gehe abends nach Hause auch im Sommer – keine Vitamin D Bildung.

Wie wir heute zunehmen wüssten, stünden “verschiedenen Krankheiten, also Kreislauferkrankungen oder Dickdarmkrebs aber vor allem auch Autoimmunkrankheiten, in einem engen Zusammenhang …. mit der Versorgung des Körpers an Vitamin D.“  Als  Beispiele nannte er die Multiple Sklerose und die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, aber auch Krebs,  Herzkreislauferkrankungen und Tuberkulose.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt derzeit noch, täglich fünf Mikrogramm Vitamin D über die Nahrung aufzunehmen. Bernhard Watzl und seine Kollegen diskutieren zurzeit, ob diese empfohlene Tagesmenge verfünffacht werden sollte. Ein Menge, die über Ernährung kaum zu erreichen ist, sondern lediglich durch Nahrungsergänzung oder auf natürliche Weise durch regel-mäßige Besonnung im Freien (von April bis September) oder im Solarium.

Quelle:  Deutschland-Radio

Ohne Zucker aber mit.....

Ohne Zucker aber mit.....

Übermäßiger Genuss von Coca Cola und anderen Softdrinks mit Inhaltsstoffen wie Fructose, Glukose und  vor allem Coffein kann Muskelschwäche verursachen. Das behauptet eine Studie in der aktuellen Ausgabe des internationalen Fachmagazins “International Journal of Clinical Practice”.

Der Konsum von Softdrinks stieg 2007 weltweit auf 552 Milliarden Liter und wird bis 2012 voraussichtlich noch einmal um etwa 15 Prozent ansteigen. In den USA konsumiert jeder Einwohner im Durchschnitt 212 Liter pro Jahr – Tendenz steigend.

Der Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Moses Elisaf, von der Universität Ioannina, Griechenland: “Zusätzlich zu den bekannten Folgen von übermäßigem Softdrink-Verbrauch wie Zahnproblemen, Verlust von Knochenmineralien, metabolischem Syndrom und Diabetes führt übermäßiger Cola-Genuss offensichtlich zu Hypokalämie (Kalium-Mangel) , einer Verminderung der Muskel-Funktion durch sinkenden Potassium-Spiegel im Blut.”

Die Symptome reichen von leichter Muskelschwäche bis zur totalen Paralyse.

Allerdings müssen die Cola-Mengen erheblich sein – mehrere Liter pro Tag – bevor diese Folgen eintreten und die Symptome verschwinden in der Regel, wenn der Cola-Mißbrauch aufhört.

Da in den vergangenen Monaten eine Reihe Studien mit unterschiedlichen Ansätzen die Bedeutung des “Sonnenschein-Vitamins” für Muskelleistung und Knochenstärke unterstrichen haben (z.B. hier und hier), könnte man etwas salopp die Folgerungen aus den Erkenntnissen von Prof. Elisaf ziehen:
Wer sich seine Beweglichkeit und Muskelstärke erhalten will, tankt statt Coke in Zukunft “Sonnenschein-Vitamin” durch mäßiges Sonnen im Freien oder kontrolliert im Sonnenstudio.

Koffeinhaltige Getränke wirken vor allem bei Kindern direkt auf den Knochenstoffwechsel.

Aus den Daten einer “Donald”-Studie – Abkürzung für “Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study” – schliessen Wissenschaftler,   dass zu viel Limo und Cola schlecht für Kinderknochen sind. “Donald” ist einer Langzeitstudie des Instituts für Kinderernährung in Dortmund.

Die Wissenschaftler untersuchten bei 228 der Studienteilnehmer mittels Computertomographie den Auf- und Umbau der Knochen auf einen Zusammenhang mit dem Konsum von Softdrinks. Ergebnis: Der Mineralgehalt lag umso niedriger  je mehr Limo und Cola die Kinder regelmäßig zu sich nahmen.

Da Kinder darüber hinaus – entgegen den Behauptungen einiger Dermatologen -  sich immer weniger im Freien an der Sonne aufhalten und daher oft nicht genug Vitamin D für den Knochenstoffwechsel bilden, besteht die Gefahr, dass die bis zum etwa 30. Lebensjahr angesammelte maximale Knochenmasse zu gering ist, um den dann allmählich einsetzenden  Knochenabbau problemlos zu überstehen. Die Folge:  Osteoporose!

Zum Forschungsinstitut für Kinderernährung:  www.fke-do.de

Quelle: ScienceDaily

bild eines mannes mit brille

Sonne macht klug! - vor allem im Alter. Foto: fotolia

Vitamin D hält das Gehirn in Schwung. Es verbessert insbesondere die Gehirnleistung älterer Männer.

Das  “Sonnenschein-Vitamin” wird in unseren Breiten zu 80-90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium im Körper selbst gebildet und ist daher eigentliche ein “Sonnenschein-Hormon”.

Forscher von acht (8) europäischen Universitäten haben jetzt in einem gemeinsamen Projekt die Auffassungsgabe und das Gedächtnis von 3.369 Männer aus der European Male Ageing Study (EMAS) im Alter zwischen 40 und 79 Jahren geprüft und mit dem Vitamin D-Spiegel im Blut abgeglichen.

Ergebnis:  “In unserer Studie zeigte sich eine eindeutige Verbindung von Vitamin D-Mangel und geringerer Gehirn-Leistung im Test“, so der Studienleiter Prof. David M. Lee, von der Universität Manchester.

Denkbar ist sowohl, dass das Vitamin D die Nerven schützt, als auch dass es die Erzeugung von Neurotransmitter reguliert”, vermutet Lee.

Da nur Männer untersucht wurden, kann die gleiche Wirkung des Sonnenschein-Vitamins bei Frauen nur vermutet werden.

Die Studie könne, so Lee, ein guter Ausgangspunkt für die weitere Erforschung der Wirkung von Vitamin D auf  die Gehirnleistung älterer Menschen geben.

Über weitere Studien mit ähnlichen Ergebnissen haben wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, und hier berichtet.

Quelle: ScienceDaily

Studie: David M Lee et al., Association between 25-hydroxyvitamin D levels and cognitive performance in middle-aged and older European men, Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry, online vorab veröffentlicht,  21. Mai 2009

Sonnenschein-Vitamin gegen metabolisches Syndrom. Foto: fotolia

Sonnenschein-Vitamin gegen metabolisches Syndrom. Foto: fotolia

Die Haut älterer Menschen hat es schwerer, die UV-Strahlen der Sonne und des Solariums für die Vitamin D-Synthese in der Haut zu nutzen. Gleichzeitig aber halten sich die Menschen, je älter desto weniger an der Sonne auf.

Mehr Sonne aber könnte gerade bei älteren Menschen das Risiko verringern, an Herzerkrankungen oder Diabetes zu erkranken oder an einer Kombination verschiedener Krankheiten, einem sogenannten metabolischen Syndrom.

Eine Forschergruppe unter Leitung von Dr. Oscar Franco an der Warwick Medical School, England, in Kooperation mit der Chinese Academy of Sciences, Shanghai, untersuchten mehr als 3.000 Bewohner von Peking und Schanghai im Alter von 50 bis 70 Jahren und fanden bei 94 Prozent von ihnen eine Unterversorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D3.

Knapp die Hälfte der Untersuchten litten unter einem metabolischen Syndrom – je niedriger die Vitamin D-Werte waren, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines metabolischen Syndroms und Diabetes.

Dr. Oscar Franco: “Vitamin D-Mangel ist inzwischen eine weltweite Sorge und das metabolische Syndrom artet zu einer globalen Epidemie aus,”  und fügt hinzu: “Weil die Vitamin D-Synthese in der Haut abnimmt wenn wir älter werden, sollten wir mehr Zeit im Freien verbringen, um die Vitamin D-Werte zu bessern.”

Die eingeschränkte Beweglichkeit vieler älterer Menschen aber verhindert den regelmäßigen Gang an die Sonne.  Der Vorschlag, möglichst allen Älteren den Zugang zu einer Sonnenbank mit ausreichendem Anteil an UV-B im Strahlenspektrum zu ermöglichen, scheint bisher noch in keinem Therapie- und Präventions-Plan eine Rolle zu spielen.

Quelle: ScienceDaily

Studie: L. Lu et al., Plasma 25-hydroxyvitamin D Concentration and Metabolic Syndrome among Middle-aged and Elderly Chinese. Diabetes Care, vorab online 14. April 2009

Mit der Sonne lebt man länger

Mit der Sonne lebt man länger

Bei Frauen mit einem Vitamin D-Mangel (< 50 nmol/L) haben ein fast doppelt so hohes Risiko, dass bei Ihnen ein erfolgreich behandelter Brustkrebs langfristig zurückkommt, als Frauen mit einem angemessenen (> 72 nmol/L) Vitamin D-Spiegel im Blut. Das Risiko, daran schliesslich zu sterben, ist sogar um fast das Dreifaches höher!

Forscher an der Universität von Toronto, Kanada,  untersuchten die Daten von 512 Frauen, bei denen in den Jahren 1989 bis 1996 in Kanada ein Brustkrebs diagnostiziert wurden.  Rund ein Dutzend Jahre später war bei 116 Frauen der Krebs wieder aufgetreten und 106 Frauen starben daran.

“Damit könnte ein Vitamin D-Defizit auf eine schlechte Heilungsprognose bei Bruskrebs hinweisen”,  fassen die Forscher ihre Untersuchungen zusammen.

Nachtrag 30.05.2009:

Eine weitere Studie an der renommierten Columbia University in New York mit mehr als 2.000 Patientinnen , die Hälfte davon an Brustkrebs erkrankt,  kommt zu dem Ergebnis, dass das Risiko für Frauen, an Brustkrebs zu erkranken umso höher ist, je niedriger der Vitamin D-Spiegel im Blut gemessen wird.

Bei 40 ng/mL – d.h. um mehr als 10 ng/mL höher als der Durchschnitt der Teilnehmerinnen – lag der Risiko-Wert um 44 Prozent niedriger gegenüber den Vitamin D-Werten des Durchschnitts. Die Forscher halten daher eine Serum-Spiegel von 40 ng/mL für die optimale Versorgung zu Brustkrebs-Vorbeugung.

Über ähnliche Ergebnisse von Studie zu anderen Erkrankungen oder generell zur Verbindung von Überlebensraten und Vitamin D haben wir hier, hier, hier, hier und hier berichtet.

Quelle:  HighWire

Studien:
Pamela J. Goodwin et al., Prognostic Effects of 25-Hydroxyvitamin D Levels in Early Breast Cancer, Journal of Clinical Oncology,  vorab online veröffentlicht 18, Mai 2009

Katherine D. Crew et al.,  Association between Plasma 25-Hydroxyvitamin D and Breast Cancer Risk,  Cancer Prevention Research, 10.1158/1940-6207 (online vorab)

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