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Vitamin D von der Sonnenbank

Vitamin D ist das einzige Vitamin, oder besser: Hormon (da es zu 90 Prozent im Körper selbst gebildet und nicht primär durch die Nahrung zugeführt wird), das notwendig ist für die Regulierung praktisch aller Zellfunktionen im menschlichen Körper.

Da unsere Nahrung kaum Vitamin D enthält, muss die Sonne mit ihren UV-B-Strahlen für die “Produktion” des  “Sonnenschein-Vitamins” in der Haut sorgen. Das aber kann sie im Spätherbst und Winter in unseren Breiten nicht. Im “Vitamin D-Winter” von Ende Oktober bis März muss unser Körper von den angesammelten Reserven leben. Da die “Halbwertzeit” des gespeicherten Vitamin D aber nur sechs Wochen beträgt, bricht auch bei ansonsten gut mit Sonne und Sonnenschein-Vitamin versorgten Menschen spätestens gegen Ende dieser Periode eine Art “Vitamin D-Notstand” aus.

Hunderte von Studien haben daher auch nachgewiesen, dass der so eintretende Vitamin D-Mangel gravierende Gesundheitsfolgen hat, vom Ausbruch der Grippe bis zum Überleben von Krebserkrankungen.

Seit Jahren nun behaupten die Autoren von Angstkampagnen gegen Sonne und Solarien mit wechselnden Argumenten, dass die Sonnenbank diese Vitamin D-Lücke weder schließen kann noch – wegen der Gefahren für die Haut durch die UV-Strahlung – schliessen sollte.

Beide Argumente wurden jetzt, wie zuvor bereits in zahlreichen Studien, von zwei Forschergruppen an der Universität Kopenhagen widerlegt, die ihre Studien beim internationalen Jahreskongress der Photobiologen (ICP) in Düsseldorf vorstellten.

Die Forscher hatten in einer kontrolierten Testsituation in dem einen Fall einer Gruppe von Frauen unter 50 Jahren, in dem anderen Fall 28 Personen beiderlei Geschlechts, eine Serie von Besonnungen auf der Sonnenbank im Abstand von 2-3 Tagen mit dem üblichen Strahlungsspektrumvon 0,5 % UVB – und in einer andern Gruppe mit einem UV-Anteil von 1,4% – gegeben.

Mit einer niedrigen Dosis beginnend, weit unter der Erythemschwelle (erste Hautrötung), und mit erhöhter Bestrahlungsdauer in einer zweiten Phase erzielten die Probanden der Gruppe mit dem niedrigen UVB-Anteil bereits nach den ersten vier Besonnungen eine Steigerung des Vitamin D-Spiegels von 12 nmol/l. Die Gruppe mit dem UVB-Anteil von 1,4 Prozent erhöhte ihren Vitamin D-Spiegel in der gleichen Zeit um 27 nmol/ml.

In der zweiten Phase von weiteren vier Besonnungen dagegen stieg der Vitamin D-Gehalt im Blut nur noch geringfügig an.

Die Schlussfolgerung der Forscher in beiden Studien:  Mit Besonnungen auf der Sonnenbank lässt sich der Vitamin D-Spiegel im Blut relativ rasch auf ein optimales Niveau bringen.  Weitere Besonnungen danach steigern den Serum-Spiegel aber kaum noch, er verharrt auf dem erreichten Plateau. Der Körper gibt das Signal: Es reicht!
Eine Überdosierung kann auf diese Weise nicht vorkommen.

Inzwischen gibt es Dutzende wissenschaftlich unangreifbarer Studien, die die Bedeutung der Sonnenbank als Quelle für eine gleichmäßige Vitamin D-Versorgung auch im Winter unterstreichen. Die von interessierter Seite unermüdlich gestreute und in Medien regelmäßig wiederholte Behauptung, Solarien könnten aufgrund der überwiegend (gelegentlich behautpet: ausschließlichen) UVA-Strahlen im Strahlensprektrum kein oder nur völlig unzureichend Vitamin D bilden ist damit längst ad absurdum geführt.

(Einige Beispiele solcher Studien hier, hier, hier, hier und hier)

Quelle: Abstract-Band und Vorträge des Photobiologen-Kongresses ICP 2009:

Elisabeth Thieden et al., Sunbed use and endogenous vitamin D synthesis.
Hans Christian Wulf, Dose response UV induced vitamin D synthesis and improtance of skin pigmentation.

Eine frühere Studie der Gruppe zu diesem Thema:
Thieden E, et al., Sunbed radiation provokes cutaneous vitamin D synthesis in humans–a randomized controlled trial, Photochemistry and Photobiology,Volume 84 Issue 6, Pages 1487 – 1492, Nov-Dez 2008

3 Kommentare zu “Sonnenschein-Vitamin D von der Sonnenbank”

  1. [...] UVB-Bestrahlung im Solarium sicherstellen. (Über die Vitamin D-Produktion per Sonnenbank s. hier, hier, hier und [...]

  2. [...] Vielmehr ist zunehmend von einer schützenden bis hin zu einer präventiven Wirkung des „Sonnenschein-Vitamins“ auszugehen. Ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Risiko, an Brustkrebs zu [...]

  3. [...] ähnliche Ergebnisse internationaler Forschung haben wir bereits hier, hier, hier, hier, hier und hier [...]

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