
Makrophage bei ausreichender Vitamin D-Versorgung (links) und bei Vitamin D-Mangel (rechts). Fotos: Washington University School of Medicine
Der Mangel an Sonne und damit an Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, stellt die Gesundheitssysteme aller Länder weltweit vor riesige Probleme. Das ganze Ausmaß wird erst durch die Forschung der letzten Jahre erkennbar.
Rund eine Milliarde Menschen leiden weltweit unter Vitamin D-Mangel. Etwa die Hälfte dieser Menschen entwickelt ab dem mittleren Alter ein Herz-Kreislauf-Problem. Menschen mit Bluthochdruck und Vitamin D-Mangel haben ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Bei Frauen mit Diabetes 2 verdoppelt das Defizit an Sonnenschein-Vitamin die Gefahr einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Diese Krankheit aber ist mit Abstand die häufigste Todesursache bei Diabetes-Patienten.
Forscher an der medizinischen Fakultät der Washington Universität , St. Louis, USA, entdeckten jetzt einen der Gründe für die Entwicklung dieser gefährlichen Krankheit bei Unterversorgung mit Vitamin D. Nach ihren Labor-Untersuchungen führt ein Vitamin D-Mangel zur Entartung von Immunzellen, die sich ähnlich einem Schwamm mit Cholesterol vollsaugen und an den Gefäßwänden ablagern.
“Wir haben endlich herausgefunden, wie es zu dem Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Herz-Kreislauf-Problemen kommt“, meint Dr. Carlos Bernal-Mizrachi, Leiter der Froschungsgruppe.
Vitamin D steuert und reguliert die Immunzellen (Makrophagen) bei ihrer “Arbeit” an der Beseitigung des “schlechten” Cholesterins, LDL. (HDL ist das “gute” Cholesterin). Ist zu wenig Vitamin D vorhanden, “überfressen” sich die Makrophagen an LDL, werden zu eine Art Schaum, der sich in den Gefäßen ablagert. Nach einiger Zeit kommt es dann zum Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Quelle: ScienceNews
Studie: O.H. Jisu et al., 1,25(OH)2 Vitamin D Inhibits Foam Cell Formation and Suppresses Macrophage Cholesterol Uptake in Patients With Type 2 Diabetes Mellitus, Circulation. 2009;120:687-698, vorab online publiziert
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