Wenn bei einem eineiigen Zwillingspaar einer der Zwillinge ein Melanom entwickelt, ist die Wahrscheinlichkeit fast 10 mal so hoch, dass der andere ebenfalls an Hautkrebs erkrankt, als das bei anderen Bürgern der Fall wäre. Bei nicht genetisch identischen Zwillingen ist die Wahrscheinlichkeit dagegen nur das 1,8fache der normalen Bevölkerung.

Die Forschung an identischen Zwillingen ist die mit Abstand verlässlichste Methode, die “Erblichkeit” von Erkrankungen, in diesem Fall also dem Melanom, nachzuweisen. Das schließt zwar nicht völlig aus, dass auch die UV-Strahlen der Sonne an der Entstehung des Melanoms beteiligt sind,  widerlegt aber eindeutig die einseitige  “Schuldzuweisungen” in den üblichen Angst-Kampagnen der Sonnen- und Solariengegner.

Die Autoren der bereits vor einigen Monaten veröffentlichten Ergebnisse der Studie aus dem australischen Queensland schätzen, dass die Erbanlagen  53 Prozent der Melanom-Entstehung erklären – und führen damit die immer wieder kolportierten Aussagen zum Anteil der UV-Strahlen an der Melanom-Entstehung von 90 Prozent und darüber ad absurdum.

Eine weitere soeben im Journal of  Investigative Dermatology erschienene Studie aus dem renommierten Karolinska Institut in Stockholm kommt beim sogenannten “weissen” Hautkrebs zu ähnlichen Schlussfolgerungen. Danach ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Spinaliom (Stachelzellkrebs) zu erkranken um das 2-3fache erhöht, wenn ein Elternteil oder Geschwister bereits an diesem Hautkrebs erkrankt sind – im Vergleich zur Gesamtbevölkerung.

Quelle:  HighWire/PubMed

Studien:
Sri N Shekar et al.,  A Population-Based Study of Australian Twins with Melanoma Suggests a Strong Genetic Contribution to Liability, Journal of Investigative Dermatology (2009) 129, 2211–2219

S.K. Hussain, J. Sundquist, K. Hemminki,  The effect of having an affected parent or sibling on invasive and in situ skin cancer risk in Sweden, Journal of  Investigative Dermatology, 2009; 129(9) :2142-7 

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