Die soeben verabschiedete Änderung der  “Leitlinie Osteoporose” des Dachverbands Osteologie (DVO) stellt die präventive und therapeutische Bedeutung des Vitamin D in den Vordergrund. Damit wird den seit Jahren ständig zunehmenden wissenschaftlichen Einsichten in die entscheidend wichtige Funktion des “Sonnenschein-Vitamins” Rechnung getragen. Die Empfehlung für die wirksame Dosis bei einer Osteoporose-Behandlung mit Vitamin D wird in der neuen Leitlinie mehr als verdoppelt (von 800 auf 2.000 IE als Obergrenze).

Die “Deutsche Ärztezeitung” fasst in ihrer heutigen Ausgabe diese Richtlinien in einer “Empfehlung” für die Vorbeugung von Osteoporose zusammen:
Mindestens 30 Minuten täglich Sonnenlicht-Exposition von Armen und Gesicht zur Bildung von Vitamin D 3; wenn geringer: Supplementierung mit 800 bis 2000 IE Vitamin D 3 oral täglich oder einer äquivalenten Dosis mehrwöchentlich.

Nicht erwähnt wird hier die Tatsache, dass eine ausreichende “Sonnenlicht-Exposition” derzeit und bis weit in den März hinein garnicht möglich ist. Im “Vitamin D-Winter” von Mitte Oktober bis März sind durch den niedrigen Stand der Sonne und durch die Kleidung an den kühlen Tagen eine Vitamin D-Bildung in der Haut ausgeschlossen (s. unten: Vitamin D-Zähler).

Neben der Verabreichung von Vitamin D-Pillen – mit den bekannten Problemen – bleibt da nur der Gang ins qualitätsgeprüfte Sonnenstudio mit kompetenter Beratung und entsprechendem Besonnungsplan.

Der Text zu Vitamin D in der DVO-Leitlinie (Punkt 1) lautet:
Im Vergleich zu Kalzium (siehe unten) ist die Bedeutung von Vitamin D für die Basistherapie der Osteoporose noch zu wenig in der Bevölkerung bekannt. Vitamin D reguliert aber nicht nur die Aufnahme von Kalzium, sondern verbessert auch die neuromuskuläre Koordination und vermindert damit sehr wirksam Stürze beim älteren Menschen. Vitamin D3 wird überwiegend in der Haut unter Einwirkung des UV-Sonnenlichts gebildet. Um einen schweren Vitamin D3-Mangel zu vermeiden, genügt ein täglicher 20-minütiger Aufenthalt im Freien. Ein mäßiger Mangel lässt sich damit aber häufig nicht vermeiden. Bei allen Patienten mit einer Osteoporose wird deshalb eine generelle Supplementierung mit 800-2000 Einheiten Vitamin D3 täglich oder einer gleichwertigen Dosis in mehrwöchentlichen Zeitabständen empfohlen. Alternativ kann man auch die Blutkonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D3 messen und gezielt supplementieren. Diese sollte größer als 20 ng/ml sein.
Mit der bisher üblichen Dosen von 400-800 Einheiten Vitamin D3 täglich wird diese
Blutkonzentration oft nicht ausreichend erreicht
.”

Quelle: ÄrzteZeitung/DVO

Die DVO-Leitlinie (PDF)

Wer wissen will, ob die Sonne an diesem Tag und an diesem Ort Vitamin D in der Haut bilden kann – und wie lange Sie dazu brauchen würde, kann das hier mit einem interaktiven “Vitamin D-Zähler” überprüfen:
http://nadir.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD_quartMED.html

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