
An die Leistungsgrenze mit dem Sonnenschein-Vitamin
Wer den Vitamin D-Spiegel im Blut ständig auf einer optimalen Höhe hält – auch im Winter, wenn die Sonne selbst kein Vitamin D in der Haut erzeugen kann – ist deutlich leistungsfähiger als Menschen mit niedrigem Vitamin D-Spiegel - und zwar sowohl in der Muskelleistung als auch in der Leistungskapazität des Herz-Kreislauf-Systems.
Das belegt eine neue Studie, die jetzt beim Jahreskongress der American Heart Association vorgestellt wurde.
Die Forscher von der Emory University, Atlanta, USA, hatten 163 gesunde Männer und Frauen mittleren Alters ohne jeden erkennbaren Risikofaktor extremen körperlichen Belastungen ausgesetzt und die Sauerstoffaufnahme sowie die Gefäßbelastung bei Extremleistungen gemessen. Es zeigte sich, dass die Leistungsgrenze bei den gut mit Vitamin D versorgten Probanden deutlich höher lag als bei den Testpersonen mit unterdurchschnittlichem Vitamin D-Gehalt im Blut. Sowohl die Blutzufuhr zu den belasteten Muskeln als auch die Belastbarkeit der Gefäßwände war abhängig von der Vitamin D-Versorgung.
Berichte über ähnliche Forschungsergebnisse finden Sie hier, hier, und hier.
Die Forscher weisen allerdings darauf hin, dass damit noch nicht eine eindeutige Abhängigkeit der Herz-Kreislauf-Leistungen vom Vitamin D-Status erwiesen sei. Der Vitamin D-Status könne auch einfach eine Art Anzeiger (Biomarker) für die Leistungsfähigkeit der Herz-Kreislauf-Systeme des Menschen sein.
Quelle: HighWire/AHA
Studie: Ibhar Al Mheid et al., Vitamin D Levels Are Associated With Exercise Capacity and Measures of Endothelial Function in Healthy Humans, Circulation 2009;120:S551
“Vitamin D nutritional policy in Europe” ist der Titel eines Memorandums, den der Ständige Ausschuss der Europäischen Ärzte (Comité Permanent des Medecins Européen, CPME) Ende Oktober verabschiedet hatte.
Die Europäischen Ärzte unterstreichen darin die in der jüngeren Forschung zunehmend deutlich gewordene Bedeutung des Vitamin D nicht mehr nur für Knochen und Muskeln sondern mehr noch für das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System, die Zellteilung und Krebs sowie für den gesamten Soffwechsel des Menschen. Die Unterversorgung von mehr als der Hälfte der euroäischen Bevölkerung müsse überwunden werden. Das gelte besonders für die “Problemgruppe” der älteren Menschen.
Die natürliche Lösung dieses Problems durch das Sonnenlicht (im Freien oder im Solarium) wird in diesem Dokument zwar als ein einfach gangbarer Weg gesehen, der aber durch die Gefahr der Hautschädigungen bei Mißbrauch nicht empfohlen werden könne.
Bleibe nur der Weg über Nahrungsergänzung. Schon eine Gabe von 600-800 IE (Internationle Einheiten) proTag könne den Vitamin D-Spiegel im Blut um entscheidende 20 nmol/L (8 ng/mL) anheben. Die möglichen Nachteile dieser Strategie bleiben allerdings unberücksichtigt. Die Abhängigkeit einer solchen Strategie von sozialen, kulturellen und finanziellen Umständen wird immerhin erwähnt.
Dem Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte gehören die wichtigsten nationalen Ärzteorganisationen der Mitgliedstaaten in der Europäischen Union an.
Quelle: CPME

Sonnenschein-Vitamin unterstützt Impf-Aktion
“Höheres Schweinegrippe-Risiko bei Vitaminmangel” So titelt die Redaktion der Deutsche Gesellschaft für Prävention und Anti-Aging Medizin zu einem Bericht zum Thema “Impfen oder nicht?”
Ein Votum gegen das Impfen und eine Empfehlung, sich lieber auf die anti-virale Kraft des Vitamin D zu verlassen (wie manche Gesundheitsgurus in den USA bereits raten), wäre derzeit in der unübersichtlichen Lage sowohl bei den Impfstoffen als auch bei der Entwicklung der Schweinegrippe selbst, sicher nicht vertretbar.
Dennoch: Die in etlichen Studien seit 2006 belegte vorbeugende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamins” als Immunregulator und “antibiotisches Vitamin” (Raloff, 2006) kann für die Unterstützung einer großangelegten Impfaktion gegen die Pandämie genutzt werden. Das ist zumindest die Ansicht des Vorstandsmitglieds der GSAAM, Dr. med. Claudia Hennig.
Versuche in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Mäuse mit einem niedrigen Vitamin D-Spiegel eher an Schweinegrippe erkranken als solche mit hoher Vitaminversorgung. In klinischen Studien senkten Vitamin D-Gaben die Erkrankungshäufigkeit drastisch und hob die Häufung von Infekten im Winter völlig auf.
Erst kürzlich hatten die kanadischen Gesundheitsbehörden die Nutzung von Vitamin D-Supplementierung zur Schweinegrippen-Vorbeugung befürwortet.
Quelle: GSAAM
“Wir haben heute substantielle Belege dafür, dass Vitmain D eine positive Rolle im Alterungsprozess spielt.“ So das Ergebnis einer umfassenden Review-Studie, die jetzt in der internationalen Fachzeitschrift für Altersforschung, Biogerontology, erschienen ist.
Die Begründung:
Sowohl durch die Rolle bei der Zellteilung und anderen Prozessen im menschlichen Körper als auch durch die vorbeugende und heilende Wirkung des “Sonnenschein-Vitamis” bei vielen chronischen Erkrankungen, beim Schutz vor Strahlungsfolgen und Abnutzungserscheinungen, kommt es bei ausreichender Versorgung mit Vitamin D zu einer Verlangsamung des Alterungsprozesses.
Der Autor der Studie, Dr. Daniel P. Hayes vom The Brooklyn Hospital Center, New York, listet akribisch alle neueren wissenschaftlichen Endeckungen über die Wirkungsweise von Vitamin D und Vitamin D-Mangel auf die zahlreichen Vorgänge im menschlichen Körper, welche die Art und das Tempo des Alterns (mit-)bestimmen.
Sein abschließendes Urteil: ” Die in dieser Studie präsentierten Beweise machen sehr deutlich, dass die präventiven und heilenden Wirkungen des Vitamin D eine positive Hauptrolle beim Altern der Menschen spielen“.
Quelle: HightWire
Studie: Daniel P. Hayes, Vitamin D and ageing, Biogerontology, vorab online publiziert, 21. Oktober 2009
Optimale Vitamin D-Versorgung - ein Vitamin D-Spiegel im Blut von mindestens 80 nmol/L - das gesamte Jahr über ist ein wichtiger Schutz gegen die Volkskrankheit Diabetes.
Eine Studie von der Massey University Neu-Seeland untersuchte die Wirkung von täglichen Vitamin D-Gaben (4.000 IE) auf die Insulin-Bildung bei 81 zufällig ausgewählten Frauen im Alter von 23 – 68 Jahren im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe. Die Insulin-Ausschüttung wurde ebenso wie die Aufnahmefähigkeit der Zellen für das Insulin (Insulinsensitivität und Insulinresistenz) bei diesen optimalen Vitamin D-Werten wesentlich verbessert.
Die Autoren plädieren aufgrund dieser Ergebnisse für eine deutliche Erhöhung der Richtwerte für Vitamin D bei der Vorbeugung und Behandlung von Diabetes.
Über Studien zum Zusammenhang von Vitamin D und Diabetes 1 und 2 hatten wir in der Vergangenheit hier, hier, hier und hier berichtet.
Quelle: PubMed
Studie: P.R. von Hurst, W. Stonehouse , J. Coad, Vitamin D supplementation reduces insulin resistance in South Asian women living in New Zealand who are insulin resistant and vitamin D deficient – a randomised, placebo-controlled trial, British Journal of Nutrition 2009 Sep 28:1-7
Die soeben verabschiedete Änderung der “Leitlinie Osteoporose” des Dachverbands Osteologie (DVO) stellt die präventive und therapeutische Bedeutung des Vitamin D in den Vordergrund. Damit wird den seit Jahren ständig zunehmenden wissenschaftlichen Einsichten in die entscheidend wichtige Funktion des “Sonnenschein-Vitamins” Rechnung getragen. Die Empfehlung für die wirksame Dosis bei einer Osteoporose-Behandlung mit Vitamin D wird in der neuen Leitlinie mehr als verdoppelt (von 800 auf 2.000 IE als Obergrenze).
Die “Deutsche Ärztezeitung” fasst in ihrer heutigen Ausgabe diese Richtlinien in einer “Empfehlung” für die Vorbeugung von Osteoporose zusammen:
“Mindestens 30 Minuten täglich Sonnenlicht-Exposition von Armen und Gesicht zur Bildung von Vitamin D 3; wenn geringer: Supplementierung mit 800 bis 2000 IE Vitamin D 3 oral täglich oder einer äquivalenten Dosis mehrwöchentlich.”
Nicht erwähnt wird hier die Tatsache, dass eine ausreichende “Sonnenlicht-Exposition” derzeit und bis weit in den März hinein garnicht möglich ist. Im “Vitamin D-Winter” von Mitte Oktober bis März sind durch den niedrigen Stand der Sonne und durch die Kleidung an den kühlen Tagen eine Vitamin D-Bildung in der Haut ausgeschlossen (s. unten: Vitamin D-Zähler).
Neben der Verabreichung von Vitamin D-Pillen – mit den bekannten Problemen – bleibt da nur der Gang ins qualitätsgeprüfte Sonnenstudio mit kompetenter Beratung und entsprechendem Besonnungsplan.
Der Text zu Vitamin D in der DVO-Leitlinie (Punkt 1) lautet:
“Im Vergleich zu Kalzium (siehe unten) ist die Bedeutung von Vitamin D für die Basistherapie der Osteoporose noch zu wenig in der Bevölkerung bekannt. Vitamin D reguliert aber nicht nur die Aufnahme von Kalzium, sondern verbessert auch die neuromuskuläre Koordination und vermindert damit sehr wirksam Stürze beim älteren Menschen. Vitamin D3 wird überwiegend in der Haut unter Einwirkung des UV-Sonnenlichts gebildet. Um einen schweren Vitamin D3-Mangel zu vermeiden, genügt ein täglicher 20-minütiger Aufenthalt im Freien. Ein mäßiger Mangel lässt sich damit aber häufig nicht vermeiden. Bei allen Patienten mit einer Osteoporose wird deshalb eine generelle Supplementierung mit 800-2000 Einheiten Vitamin D3 täglich oder einer gleichwertigen Dosis in mehrwöchentlichen Zeitabständen empfohlen. Alternativ kann man auch die Blutkonzentration von 25-Hydroxy-Vitamin D3 messen und gezielt supplementieren. Diese sollte größer als 20 ng/ml sein.
Mit der bisher üblichen Dosen von 400-800 Einheiten Vitamin D3 täglich wird diese
Blutkonzentration oft nicht ausreichend erreicht.”
Quelle: ÄrzteZeitung/DVO
Die DVO-Leitlinie (PDF)
Wer wissen will, ob die Sonne an diesem Tag und an diesem Ort Vitamin D in der Haut bilden kann – und wie lange Sie dazu brauchen würde, kann das hier mit einem interaktiven “Vitamin D-Zähler” überprüfen:
http://nadir.nilu.no/~olaeng/fastrt/VitD_quartMED.html
“Gesund bleiben mit künstlicher Sonne.“ So titelt die Biathlon-Website biathlon2b über die Saisonvorbereitungen des schwedischen Biathlon-Stars Björn Ferry.
Die Redaktion schreibt:
“Schwedens Aushängeschild Björn Ferry legt sich im Hinblick auf die olympische Saison vorsorglich auf die Sonnenbank. Der 31-jährige will sich von gesundheitlichen Problemen und Erkältungen fernhalten und vertraut dabei auf die Kraft der UV-Strahlen. Regelmäßige Besuche im Solarium versorgen den groß gewachsenen Schweden mit ausreichend UVB-Strahlung, die wiederum die Vitamin D-Synthese im Körper fördert. Calcium aus der Ernährung kann mithilfe des Vitamins im Knochen eingelagert werden. Das kommt Björn Ferry ohnehin zu Gute, nachdem er sich im September beim Skirollertraining in Ruhpolding das rechte Schlüsselbein gebrochen hatte. “Im Frühjahr und Sommer wird natürlich genug Vitamin D aufgebaut, wenn es sonnig ist. Im Winter und wenn es dunkel ist, besteht oft ein Mangel und man wird schneller und häufiger krank.”, so Ferry gegenüber dem norwegischen Aftonbladet. Fünf bis zehn Minuten Solarium, zweimal pro Woche und Ferry wird hoffentlich genügend Vitamin D getankt haben, um gesund den kompletten Winter zu überstehen.”
Vermutlich weiss der Biathlet, dass so ein Vorrat denn doch vor Ende des Winters verbraucht ist. Aber am Rande der internationalen Wettkampfstätten gibt es allemal Gelegenheiten, die Speicher wieder aufzufrischen.
Quelle: biathlon2b.com