Die Dezember-Ausgabe des Gesundheits-Newletters, herausgegeben von der medizinischen Fakultät der berühmten Harvard Universität in Boston, USA, ist dem Sonnenschein-Vitamin D3 gewidmet und beginnt mit den euphorischen Sätzen:

Herzkrankheiten. Stürze und Knochenbrüche. Brust- und Prostata-Krebs. Depression und Gedächtnisverlust. Alle diese Gesundheitsprobleme scheinen nichts gemeinsam zu haben, außer der Tatsache, dass sie zu körperlichem Verfall und Tod führen. Aber jetzt deuten aufregende Forschungsergebnisse darauf hin, dass es  diese Verbindung doch gibt: Der Mangel an Vitamin D, dem sogenannte Sonnenschein-Vitamin, trägt zu allen diesen Krankheiten bei.” (Übersetzung, d. Red.)

Das wäre eigentlich nicht weiter erwähnenswert in einer Zeit, da die positiven Gesundheitswirkungen des Sonnenschein-Vitamins praktisch im Stundentakt sowohl in der wissenschaftlichen Literatur als inzwischen aber auch in den Medien zelebriert werden.

Hinter dieser Veröffentlichung aber steckt eine interessante und irgendwie lehrreiche Geschichte. Denn die “Karriere” des Vitamin D, das eigentlich ein Hormon ist, begann an der Harvard-Universität – und die altehrwürdige Dame Harvard wollte nichts davon wissen. Im Gegenteil, als der junge Prof.  Michael F. Holick in den frühen 80ger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer mehr über dieses erstaunliche Hormon erforschte und damit der herrschenden (dermatologischen) Lehre von der Verderblichkeit der Sonnenstrahlen widersprach, wurde er kurzerhand in die Wüste geschickt.
30 Jahre später, Prof. Holick ist inzwischen zu dem wohl international anerkanntesten Vitamin D-Experten geworden, feiert nun auch sein alter Arbeits- und Forschungsplatz seine wissenschaftlichen Entdeckungen und die Neubewertung nicht nur eines Vitamins/Hormons sondern auch der Sonne und ihrer UV-Strahlen.

Da ist es schon kaum noch bemerkenswert, dass die Autoren nun auch den Pfad der dermatologischen Tugend verlassen – wenn auch vorsichtig – und die Sonne als Quelle des Sonnenschein-Vitamins empfehlen.  Der Gewinn, der mit dieser Einsicht erzielt wird, ist hoch und wird im Harvard Newsletter als “umfassende Wirkungen” aufgelistet, unter “vielen, vielen anderen” etwa bei:

  • Regulierung des Knochenstoffwechsels, Osteoporose, Osteomalazie,
  • Erkrankung der Herzkranzgefäße,
  • Bluthochdruck,
  • Herzversagen,
  • Muskelschmerzen,
  • Infektionen wie Grippe, Tuberkulose, Atemwegserkrankungen,
  • etc., etc.

Und endet mit der Empfehlung, einer Organisation (GrassrootHealth) beizutreten, die – von Wissenschaftlern an der Westküste der USA gegründet – sich der Erforschung, vor allem aber der Verbreitung von Informationen über das Sonnenschein-Vitamin D widmet und der sich inzwischen so gut wie alle Universitäten mit einschlägigen Forschungsrichtungen in USA und Kanada angeschlossen haben – auch Harvard!

Von dieser flächendeckenden Einsicht ist Europa, und vor allem Deutschland mit seinen verbissen fightenden Organisationen wie der Deutschen Krebshilfe oder der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP),  noch weit entfernt.  Bei uns hat die “gute” Sonne noch viel Überzeugunsarbeit zu leisten, bevor sie sich neben der – von den Medien so geliebten  -  “bosen” Sonne wird behaupten können.

Quelle: Harvard Health Publications – Harvard Heart Letter

3 Kommentare zu “Wie eine berühmte Universität den Sonnenschein entdeckte”

  1. angelofsunam 06.01.2010 um 16:22

    Sehr schön

    bitte mehr infos :-)

  2. Tricksam 20.01.2010 um 11:49

    Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.

  3. rulett strategiaam 21.01.2010 um 20:21

    Ich denke das ist eh nur ne Modeerscheinung.

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