Die Kosten des Gesundheitssystems spornen die Politiker auch in den USA an zu phantastischen Höchstleistungen beim Erfinden neuer Steuern und Abgaben. Die wichtigste Frage dabei: Wo wird der geringste Widerstand erwartet?

Vor einigen Wochen kamen nach diesem Prinzip Mitglieder des US-Senats auf die Idee, eine Steuer auf Schönheitsoperationen und auf das Sonnen in Sonnenstudios zu erheben.  Die Sache mit den Schönheitsoperationen war schnell wieder vom Tisch, nachdem sich vor allem die mächtige American Medical Association dagegen ausgeprochen hatte.

Das aber erhöhte nur noch den Charme der Besonnungs- oder Bräunungs-Steuer. Sozusagen unterm Weihnachtsbaum hat jetzt hat der Führer der demokratischen Mehrheit im Senat, Senator Harry Reid, die Besonnungssteuer auf den Weg gebracht:  10 Prozent auf alle Solarien-Sitzungen. Das soll unterm Strich dem Staat etwa 2,7 Milliarden Dollar in den nächsten 10 Jahren einbringen – etwa die Hälfte der gekippten Steuer auf die Schönheitsoperationen.

Zu Ende gedacht würde eine “echte”  Besonnungssteuer tatsächlich alle Finanzierungssorgen unserer Gesundheitssysteme mit einem Schlag beseitigen können.  Die Besteuerung  jedes Sonnenstrahls, der auf menschliche Haut trifft – egal ob auf dem Balkon oder am Ballermann oder sehr viel seltener im Sonnenstudio, könnte selbst bei bescheidenen Steuersätzen Milliarden, ja Billionen, in die Staatskassen spülen.

Dass eine Strafsteuer auf`s Sonnen mit Sicherheit am Ende mehr kostet als sie je bringen kann, scheint die US-Politiker nicht zu stören, zumal das Geld jetzt fließt und die teuren negativen Gesundheitsfolgen erst später sichtbar werden. Wissenschaftler haben nämlich ausgerechnet (dazu hier, hierhier und hier), dass die “Gesundheitskosten” des Sonnen-Vermeidens um ein Vielfaches höher liegt als die “Kosten” einer (unvernünftigen) Besonnung. Um auch nur einen Teil der gesundheitlichen und Wohlfühl-Vorteile der UV-Strahlen von Sonne und Solarium zu ersetzen, müssten die Menschen in großem Umfang Pillen schlucken (die Pharma-Lobby freut`s), wenn sie die Steuer sparen wollen.
Pillen schlucken statt Steuern zahlen!?

So etwas kann in Deutschland nicht passieren! oder?

Quelle: Looking fit, 21.12.09

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