Machen Sie mit bei einem kleinen Gedankenexperiment:
Sie haben vor Jahren den Führerschein Klasse 3 erworben und sind seither unfallfrei gefahren. Sie sind sich darüber hinaus durchaus bewusst, dass Sie ein potentiell gefährliches Gerät bedienen und haben das bisher immer verantwortungsvoll getan.

Jetzt will die Regierung nicht tatenlos dem bunten Treiben auf der Strasse zusehen. Sie erlässt nach jahrelangen Kampagnen und Protesten der Fußgänger-Liga und der Vereinigung zum Schutz von Fahrradfahrern (VSF) – unterstützt und gesponsert vom Förderverband Zweirad und der Deutschen Schuh- und Laufwerk Gesellschaft – eine Verordnung, nach der Sie verpflichtet sind:

  • sich nach einer Fahrpause von vier Wochen (also mindestens nach jedem Jahresurlaub) von einem professionellen Fahrlehrer in die Bedienung des Autos neu einweisen zu lassen und
  • als Vertiefung eine Informationsschrift zu lesen über die Gefahren des motorisierten Verkehrs;
  • diese Einweisung in einem Dokument zu bestätigen, das der Fahrlehrer drei Jahre lang aufbewahren muss;
  • nach einer Fahrpause von drei Monaten den Führerschein neu zu erwerben;
  • vom Fahrlehrer danach einen Stufenplan für das Verhalten im Straßenverkehr entsprechend den verschiedenen Erfahrungsstufen (z.B.: je länger desto schneller) in Empfang zu nehmen,
  • sich schriftlich auf die Einhaltung dieses Stufenplans zu verpflichten in einem Dokument, das drei Jahre aufzubewahren ist und bei Verkauf der Fahrschule vom neuen Besitzer wiederum drei Jahre archiviert werden muss;
  • darauf zu achten, dass wann immer Sie in ein Auto einsteigen, ein ausgebildeter Fahrlehrer in der Nähe ist – für alle Fälle;
  • vom Fahrlehrer eine Broschüre über Gefahren und Risiken des Autofahrens und über die potentiell todbringende Qualität von Autos mit Otto- und Dieselmotor aushändigen zu lassen und diese aufmerksam zu studieren;
  • eine Liste der gängigen Gefahren im Strassenverkehr mit Kombustionsmaschinen im Innenraum Ihres Autos an deutlich sichtbarer Stelle anzubringen;
  • auf der Innenseite der Motorhaube einen Aufkleber mit Warnhinweisen über die Gefahren laufender Motoren, Abgase, Ölverluste etc. und deren tödliche Wirkung zu applizieren;
  • und vieles mehr.

Die Regierung ist der festen Überzeugung, damit die Gefahren des Autofahrens an der Wurzel gepackt zu haben und die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten gegen Null driften zu lassen.

Würden Sie dem vorbehaltlos zustimmen? Nicht?

Sie halten das für einen weit hergeholten Scherz?

Dann schauen sie sich mal den eben bekannt gegebenen Verordnungsentwurf  des Bundesumweltministerium zum “Solariengesetz” an. Dort werden alle diese Maßnahmen – und das gelegentlich doppelt – „verordnet“ für Nutzer und Betreiber von Solarien.

Nach dreissig Jahren ohne verpflichtende Regeln und Vorschriften (ausser den gängigen Geräte-Normen) – um im Bild zu bleiben: ohne Straßenverkehrsordnung und Fahrlehrer-Ausbildungsvorschriften – holt der Gesetz- und Verordnungsgeber jetzt alles Versäumte nach und geht dabei ohne Rücksicht auf Verluste in die Vollen. Mehr Regulierung geht nicht, so viel Regulierung war noch nie. Da bleibt keine Entscheidungslücke offen. Nicht für den mündigen Verbraucher und nicht für den Sonnenstudio-Unternehmer im Wettbewerb.

Die Frage drängt sich auf:  Soll hier der derart  administrativ drangsalierte Sonner mit Nachdruck auf die verbleibenden “Freiheitsbereiche”: Balkon, Baggersee und Ballermann, gedrängt werden?

Ist Vernunft und Verantwortung – auch beim Genuss von UV-Strahlen – tatsächlich nur hinter Paragraphengittern sicher? Gibt es zwischen totaler Regellosigkeit und totaler Ver-regulierung keinen Mittelweg, durch Rahmensetzung geschaffene Freiräume für persönliche Entscheidungen zum Beispiel? Schon die Schildbürger scheiterten einst bei dem Versuch, die Sonnenstrahlen einzufangen und ins Rathaus zu tragen.

Noch handelt es sich ja um einen Entwurf, da bleibt noch Zeit zum Nachdenken.

2 Kommentare zu “Sonnen viel gefährlicher als Auto fahren?”

  1. Lobbyistam 02.04.2010 um 07:06

    Pharmalobbyisten:
    Siehe auch Schweinegrippe:
    Das 49-Milliarden-Dollar-Geschäft:
    Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen die Vorwürfe?
    Zum Text:

    Mit der Schweinegrippe-Hysterie wird viel Geld verdient. Regierungen und Privatunternehmen geben Milliarden für neue Impfstoff-Dosen aus. Doch wer sind die Nutznießer dieser Angst?

    Stetig wächst die Sorge über die Auswirkungen der Schweinegrippe. Geschürt von Aussagen sogenannter »Gesundheitsexperten«, Pharmalobbyisten, »Ärzte« und natürlich der Mainstream-Presse werden die Menschen langsam auf die bevorstehende Massenimpfung im Herbst vorbereitet.

    Nutznießer der Angst?

    Das Ganze ist ohne Zweifel ein Milliarden-Dollar-Geschäft für die Pharmaindustrie. Am meisten profitieren GlaxoSmithKline, Roche, Baxter, Novartis und Sanofi-Aventis von den Verträgen mit den Regierungen für Grippe-Impfstoffe und antivirale Medikamente, so die Financial Times.

    GlaxoSmithKline (GSK) bestätigte, dass es 150 Millionen Dosen eines Pandemie-Grippe-Impstoffes in Länder wie Großbritannien, USA, Frankreich und Belgien verkauft hat und die Produktion noch ausweiten wird. Das Unternehmen stellt auch das antivirale Medikament Relenza her, das die Dauer und die Schwere der Infektion verringern soll, und entwickelte für Menschen, die an der vordersten »Gesundheitsfront« arbeiten, eine »Antivirus-Maske«. Allein die Produktion von Relenza soll auf jährlich 60 Millionen Dosen erhöht werden. Großbritannien hat bereits einen Auftrag zur Herrstellung von zehn Millionen Dosen bis Ende des Jahres vergeben.

    Das wird vermutlich aber nur der Anfang sein, wenn die Vernunft nicht endlich gegen die Hysterie siegt.

    Ein anderer Nutznießer der Angst vor einer Pandemie ist Roche aus der Schweiz, das Tamiflu, das führende antivirale Medikament, verkauft. Das Unternehmen verzeichnet ebenfalls einen starken Anstieg von Aufträgen von Firmen und Regierungen.

    Das 49-Milliarden-Dollar-Geschäft

    In einem Bericht der Investmentbank JPMorgan heißt es, dass die Regierungen weltweit fast 600 Millionen Dosen des Pandemie-Impfstoffes im Wert von etwa 4,3 Milliarden Dollar in Auftrag gegeben und weitere 342 Millionen Dosen im Wert von 2,6 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt hätten. Der Bericht prognostiziert ferner, dass GSK und Roche ihren Umsatz aufgrund des neuen antiviralen Impfstoffes auf 1,8 Milliarden Dollar bei den Industrieländern und 1,2 Milliarden Dollar in der Dritten Welt steigern könnten.

    Laut Margaret Chan, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), könnten die Impfstoff-Hersteller im besten Fall fünf Milliarden Grippe-Pandemie-Dosen pro Jahr herstellen. Die Business Week meldet, dass die reicheren Länder, wie etwa die USA und Großbritannien, knapp zehn US-Dollar pro Dosis bezahlen, die Entwicklungsländer etwas weniger.

    Wenn das zutrifft, geht es für die »Big«-Pharma-Industrie um bis zu 49 Milliarden Dollar pro Jahr – und zwar nur für den Schweinegrippe-Impfstoff!

    Die Pharmaindustrie wehrt sich gegen die Vorwürfe

    »Doch für die Pharmahersteller gibt es einige Unsicherheiten. So übersteigt die Nachfrage die Produktion bei Weitem, was darauf hindeutet, dass die Rendite für die Pandemie-Impfstoffe relativ gering ist. Auch geraten sie unter Druck, immer mehr Medikamente und Impfstoffe kostenlos oder sehr billig in die Entwicklungsländer zu liefern«, schreibt die Financial Times.

    Die Pharmaunternehmen wehren sich zudem gegen den Vorwurf, sie würden von der Schweinegrippe-Angst profitieren.

    Allerdings bin ich der Ansicht, dass die Pharmaunternehmen auf hohem Niveau jammern, denn ein Grundsatz aus der Volkswirtschaft heißt: Je höher die Nachfrage und desto niedriger das Angebot, umso höher der Preis für das Produkt.

    Kritiker fragen sich angesichts dieser gewaltigen Profite, warum wir täglich mit neuen Schreckensmeldungen über die angebliche Gefahr der Schweinegrippe bombardiert werden und immer mehr leichtgläubige Menschen langsam in eine richtige Hysterie verfallen.

    Die Antwort ist einfach: Mit der Angst hat man schon immer gute Geschäfte gemacht.

  2. Lobbyistam 02.04.2010 um 07:08

    Quelle diesem Text findet man unter http://www.kopp-verlag.de

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