Monatsarchiv für April 2010

Mit Hautkrebs-Statistiken wird Politik gemacht, jedenfalls dermatologische Standespolitik.

Bei öffentlichen Veranstaltungen und Berichten, wie etwa jüngst bei den Erfolgsmeldungen zum Hautkrebs-Screening, machen die Hautkrebs-Daten plötzliche Sprünge um 60 oder gar 100 Prozent, einfach durch die Einbeziehung von Diagnosen, die bisher nicht als Hautkrebs definiert und statistische erfasst wurden.

Ziel dieser Manipulationen ist natürlich das Erschrecken des ahnungslosen Bürgers, der nun angstgeplagt seine Haut zu Markte, bzw. in die dermatologische Praxis trägt.

(Auf einem anderen dermatologischen Schlachtfeld, dem Feldzug gegen die Sonnenbank, geht es sogar noch heftiger zur Sache: Selbst Professoren der renommierten Charité in Berlin klagen vor der staunenden Presse über die Ungeheuerlichkeit,  dass die Hälfte aller 14jährigen Mädchen sich regelmäßig auf die Sonnenbank legen. Empirische Studien sprechen dagegen von Daten unter einem Prozent. Aber was sind 49 Prozentpunkte Irrtum angesichts einer gerechten Sache!).

Dass es viele Gründe jenseits von Sonne und Besonnung gibt, zeigt zum Beispiel die Aussage eines bekannte Mediziners: Wenn wir alle noch sehr viel älter würden, hätten wir am Ende alle einen Hautkrebs.

Diagnose: “Überdiagnose”

Einer anderen Quelle von statistischen Fehlinformationen nimmt sich dieser Tage eine umfassende Studie unter dem Begriff “Über-Diagnose” an.

Zwei Professoren der bekannten Dartmouth Medical School, in Hanover, USA, untersuchten die Auswirkungen verfeinerter und intensivierter diagnostischer Methoden bis hin zum flächendeckenden Screening einerseits und der dadurch drastisch ansteigenden Menge der Fehldiagnosen auf die Krebsstatistiken andererseits, unter anderem auch auf die Statistiken zum Hautkrebs.

Die auf diese Weise vor allem im Zeitverlauf aufgeblähten Statistiken betreffen am häufigsten die Diagnose “Prostata-Krebs” mit 60 Prozent “Überdiagnose”. Aber auch beim Melanom mit seit vielen Jahren steigenden Fallzahlen aber völlig unveränderten bzw. tendentiell rückgängigen Sterberaten legen die gemeldeten Ergebnisse große Vorsicht bei der Interpretation der nackten Daten nahe.

“Früherkennung hilft sicher manchen Patienten, andere dagegen werden durch voreilige Diagnosen geschädigt”, so die Autoren.

In einem Kommentar zur Studie heisst es im gleichen Heft: “Krebs ist eine ernste Krankheit, aber wir müssen neu definieren, was tatsächlich Krebs ist und was nicht.”

Die eindeutig erwünschten Vorteile einer Hautkrebs-Früherkennung durch flächendeckendes Screening und die auf diese Weise aufgeblähten Statistiken sollten aber in keinem Fall zu politischen Kampfparolen gegen das moderate und gesunde, für die Bekämpfung vieler “Volkskrankheiten” so unverzichtbare,  Sonnen im Freien oder im Solarium missbraucht werden.

Wie wirksam solche luftigen Kampfparolen sein können, zeigt die derzeitige Diskussion um die “Solarienverordnung”, die Ausführungsverordnung zum “Solariengesetz” vom August letzten Jahres, die mit solchen Begründungen aus einer notwendigen Rahmenverordnung für die Besonnungsbranche zu einem Strangulierungsinstrument für die künstliche Besonnung zu verkommen droht.

Quelle: ScienceDaily

Studie:  H. Gilbert Welch, William C. Black,  Overdiagnosis in CancerJournal of the National Cancer Institute, online vorab publiziert 22. April 2010

Vorschläge zur Lösung des “Überdiagnose-Problems”:

L. Esserman, I. Thompson,  Solving the Overdiagnosis Dilemma,  im gleichen Heft.

Mit dem Sonnenschein-Vitamin keine Angst vor der Grippe - Foto:Fotolia

Mit dem Sonnenschein-Vitamin keine Angst vor der Grippe - Foto:Fotolia

Regelmäßige Leser dieses Weblogs haben vermutlich die Grippe-Saison wesentlich besser überstanden als Nichtleser. Das ist nicht das Ergebnis einer abgesicherten Studie sondern der  Vermutung, dass die Meldungen über das Sonnenschein-Vitamin und Influenza/Grippe hier, und hier ihre Wirkung entfaltet haben.

Die japanischen Schulkinder, die in Tokio an einer repräsentativen, randomisierten Studie zur Wirkung von Vitamin D auf die Entstehung der Influenza A teilgenommen haben,  gehören sicher nicht zu unseren Lesern. Die Ergebnisse der Studie aber sind dafür umso eindeutiger:

Zwischen Dezember 2008 und März 2009 nahmen 334 japanische Schulkinder an der placebokontrollierten Doppelblindstudie teil. Täglich nahmen sie entweder 1200 IU Vitamin D3 oder Placebo ein.  Untersucht wurden Spuren der Influenza A in Antigen-Tests und in den Nasenschleimhäuten.

In der Vitamin D Gruppe erkrankten 10.8% der Kinder,  in der Placebogruppe dagegen 18.6%, also fast doppelt so viele.

Noch ausgeprägter die Wirkung bei Kindern mit Asthma. Nur 2 der Kinder in der Vitamin D-Gruppe hatten Asthma-Anfälle – gegenüber 12 Kindern in der Placebo-Gruppe.

Quelle:  Newswise

Studie:  M. Urashima et al, Randomized trial of vitamin D supplementation to prevent seasonal influenza A in schoolchildren, Am J Clin Nutr, Vol. 91, No. 5, 1255-1260, Mai 2010.

Die Sonne hilft nur den Nichtrauchern

Die Sonne hilft nur den Nichtrauchern - Foto: Fotolia

Auch für Norwegen gilt, was für viele andere Länder längst wissenschaftlich belegt ist: Die Sonne und das von ihr durch UVB-Strahlen im menschlichen Körper gebildete Vitamin D sorgen für ein längeres Leben.

Forscher an der Universität von Tromso untersuchten in einer Langzeitstudie über knapp 12 Jahre die Entwicklung einer Gruppe von 7.161 Patienten aus der sog. Tromso-Studie, um herauszufinden, ob die Versorgung mit Vitamin D einen Einfluss haben könnte auf das Überleben bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.

Im Untersuchungszeitraum starben 1.359 der Probanden.  Die Teilnehmer mit einem Vitamin D-Mangel (unteres Viertel der Stichprobe) hatten ein um ein Drittel erhöhtes Sterbe-Risiko gegenüber optimal Versorgten (oberes Viertel der Stichprobe).

Diese Werte galten allerdings nur für Nichtraucher! Bei den Rauchern gab es zwar ebenfalls eine erhöhtes Risiko für die Unterversorgten, dieser Unterschied zu den Vitamin D-reichen Rauchern erwies sich aber als statistisch nicht relevant. Eine Erklärung für dieses Phänomen geben die Autoren nicht.

Quelle: HighWire

Studie:  Moira S. Hutchinson et al.,  Low serum 25-hydroxyvitamin D levels are associated with increased all-cause mortality risk in a general population: the Tromsø study,  European Journal of Endocrinology, Vol 162, Issue 5, 935-942

Die Neuerkrankungen bei vielen chronischen und Volkskrankheiten in den Niederlanden könnten um 10-50 Prozent, die Sterberate insgesamt um 23 Prozent gesenkt werden, wenn die Versorgung der Bevölkerung mit Vitamin D durch Sonne, Solarium oder Nahrungsergänzung auf 40–60 ng/mL,  die tägliche Zufuhr auf  2500–4000 IE (Internationale Einheiten) gesteigert würde.

So das Ergebnis von Berechnungen für die Niederlande  auf der Basis der verfügbaren Literatur, das jetzt online als Vorab-Veröffentlichung des internationalen Fachjournals “The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology” erschienen ist.

Die Autoren hatten eine frühe Version dieser Daten beim 14. internationalen Vitamin D-Workshop im vergangenen Oktober in Brügge bereits vorgetragen und damit einiges Aufsehen erregt.

Mit dieser Studie setzt vor allem der bekannte Vitamin D-Forscher, William B. Grant von der kalifornischen SUNARC (Sunlight, Nutrition, and Health Research Center), die Serie der Länderstudien zu den gesundheitsökonomischen Folgen des “epidemischen” Vitamin D-Mangels fort. (Über die Studien zu Deutschland, Kanada und den USA hatten wir u.a. hier und hier berichtet).

Quelle: HighWire

Studie: William B. Grant, Gert Schuitemaker, Health benefits of higher serum 25-hydroxyvitamin D levels in The Netherlands,  The Journal of Steroid Biochemistry and Molecular Biology, Volume 119, Issues 3-5, Pages 97-180 (April 2010), online vorab veröffentlicht.

Die Sonne hat auf die verschiedenste Weise einen mächtigen Einfluss auf die menschliche Gesundheit. Ein großer Teil dieser Wirkungen wird durch das Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin, vermittelt. Dazu gehört auch die Steuerung des Immunsystems und der Schutz vor Autoimmun-Erkrankungen wie Diabetes und Multiple Sklerose.

Aber selbst hier ist die Sonne nicht immer und nicht vollständig auf die “Vermittlerdienste” des Sonnenschein-Vitamins D angewiesen. Das bestätigt jetzt eine Studie über den Zusammenhang von Sonnen-Exposition und Multipler Sklerose. Die Forscher um Hector DeLuca von der Universität von Wisconsin in den USA hatten im Laborversuch an besonders präparierten Mäusen nachgewiesen, dass nicht nur der Vitamin D-Spiegel im Blut auf Ausbruch und Krankheitsschübe der MS Einfluss haben, sondern dass die UV-Strahlen der Sonne selbst diese Wirkungen erzeugen konnte, unbhängig davon, ob der Vitamin D-Spiegel anstieg oder nicht.

Fazit: Die Sonne macht`s – gelegentlich auch ohne Vitamin D-Hilfe.

Quelle: Neurologen und Psychiater im Netz

Studie:  Bryan R. Becklund et al.,  UV radiation suppresses experimental autoimmune encephalomyelitis independent of vitamin D productionPNAS April 2010,   vol. 107  no. 14  S. 6418-6423

Sonnenscheinn überall!

Sonnenscheinn überall!

Am Ende des “Vitamin D-Winters”, bei uns also Ende  März bis in den April hinein, steht es schlecht um die männliche Sexualität.  Der Grund:  Ein Mangel an “Sonnenschein-Vitamin D”! Noch steht zu dieser Zeit die Sonne am Himmel nicht hoch genug, um mit ihren UV-Strahlen das Vitamin D über die Haut in nennenswerten Mengen zu erzeugen, gleichzeitig aber sind die im Fettbewebe des Körpers eingelagert Vorräte verbraucht.

Was das mit der männlichen Zeugungskraft zu tun hat?

In den männlichen Geschlechtorganen befinden sich überall sogenannte Vitamin D-Rezeptoren, die das  Sonnenschein-Vitamin in die Zellen befördern, die für die Bildung und Weiterleitung des Spermas verantwortlich sind. Dieser Zusammenhang ist jetzt wieder einmal von zwei Forschergruppen in Graz, Österreich, und in Koopenhagen, Dänemark, untersucht worden – mit erstaunlichen Ergebnissen.

Die Grazer Forscher um Prof.  W. März hatten eigentlich den Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel  und einer Erkrankung der Herzkranzgefäße untersucht. Bei der Analyse der Serumproben von 2.299 älteren Männern stiessen sie auf regelmäßig starke Schwankungen der Testosteron-Werte parallel zu den saisonalen Schwankungen des Vitamin D-Spiegels im Blut. Vor allem am Ende der Winterzeit ging der Vitamin D-Mangel einher mit einem um die Hälfte gesunkenen Testosteron-Spiegel.

Insgesamt zeigte sich, dass Männer mit optimalen Vitamin D-Werten einen signifikant höheren Testosteron-Spiegel aufwiesen als Männer mit einem Vitamin D-Defizit.

Die folgen eines Testosteronmangels geht weit über den Einfluss auf die “Männlichkeit” hinaus und ist nicht nur ein Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen sondern ist  nachweislich auch für eine erhöhten Sterblichkeit bei Männern verantwortlich. Die Vermutung, dass der Vitamin D-Mangel der Grund für die Testosteron-Schwankungen sein könnte und nicht eine zufällige Begleiterscheinung war bereits früher in Tierversuchen und bei Untersuchungen auf molekularer Ebene erhärtet worden.

Erste Ergebnisse der gleichen Forschergruppe scheinen darauf hinzudeuten, dass  die Sonne und das Vitamin D bei Frauen genau die gegenteilige Wirkung erzeugt. Das Sonnenschein-Vitamin senkt offensichtlich den Testosteron-Spiegel bei Frauen.

Das Interesse der Forscher an der Universität Kopenhagen galt vor allem den Mechnismen, durch die das Vitamin D in den männlichen Geschlechtsorganen und im Sperma wirksam wird: den Vitamin D-Rezeptoren und den transportierenden Enzymen. Aus der überraschend großen Zahl an Rezeptoren und Vitamin D-verarbeitenden Enzymen schliessen die Wissenschaftler auf die erhebliche Bedeutung des Sonnenschein-Vitamins für die männliche Fruchtbarkeit und damit für die menschliche Fortpflanzung.

Erst kürzlich hatten wir über drei Studien zu ähnlichen Themen hier und hier berichtet .

Eine heute online erschienene Studie liest sich wie ein Kommentar zu dieser Meldung:  Wissenschaftler an der University of Western Australia hatten in den Jahren 2001-2004 mehr als 3.600 ältere Männer zwischen 70–88 Jahren auf ihre körperliche Fitness untersucht und hatten diese untersuchungen in den Jahren 2008 – 2009 wiederholt. Gleichzeitig wurden die Testosteron-Werte erhoben.

Es zeigte sich, dass die Männer mit vergleichsweise niedrigen Testosteronwerte sowohl in der Ausgangs-  als auch in der Folgeuntersuchung deutlich mehr und stärkere Symptome von Gebrechlichkeit aufwiesen und entwickelten als die Männer mit höheren Werten.

Es zeigt sich, dass die Sonne und “ihr” Sonnenschein-Vitamin über die Wirkung auf die Testosteron-Werte nicht nur die Fruchtbarkeit von Männern in jüngeren Jahren sondern auch die Fitness und Beweglichkeit im späteren Alter positiv beeinflusst. (Ähnliche Ergebnisse einer Studie hier).

Quelle: Pressemitteilung der Universität Graz

Studien:

Wehr E., Obermayer-Pietsch B. et al., Association of vitamin D status with serum androgen levels in men, Clinical Endocrinology 2010 Aug;73(2):243-8

Pilz S, Frisch S, Koertke H, Kuhn J, Dreier J, Obermayer-Pietsch B, Wehr E, Zittermann A. Effect of vitamin D supplementation on testosterone levels in men. Horm Metab Res. 2011 Mar;43(3):223-5.

Martin Blomberg Jensen et al.,  Vitamin D receptor and vitamin D metabolizing enzymes are expressed in the human male reproductive tract,  Human Reproduction 2010 25(5):1303-1311

Zoë Hyde et al., Low Free Testosterone Predicts Frailty in Older Men: The Health in Men Study, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism , published online on  April 21, 2010

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Sonne macht glücklich - und süchtig?

Sonnenbank macht süchtig!

Ähnlich wie das Monster von Loch Ness taucht dieses Thema jedes Jahr um diese Zeit wieder auf.  Die erste Studie dazu datiert von 2004.  Seither kommt jedes Jahr eine neue dazu.  Das Kind hat sogar damals einen Namen bekommen: Tanerexia, vom Englischen “to tan”, bräunen.
Die Autoren machen garkein Hehl daraus, worum es ihnen geht: Die Sonnenbank-Nutzung als geistige Verwirrung zu qualifizieren und ein Verbot zu rechtfertigen.

Was aber steckt wirklich hinter den tatsächlich ganz interessanten Ergebnissen:
Die Sonnenstrahlen haben – das ist ja nicht überraschend – eine vitalisierende, stimmungsaufhellende Wirkung. Diese Wirkung kommt auf zwei Wegen zustande. Verkürzt gesagt

  1. durch das sichtbare Licht, das die Produktion des “Glückshormons” Serotonin und von Endorphinen  im Hirn stimuliert und die Menschen heiterer werden lässt – hallo  Frühling!
  2. durch das UV-Licht (UVB), das über die Haut das lebenswichtige Vitamin D im Körper aus Cholesterol herstellt. Dieses Vitamin D in seiner aktiven Form hat seinerseits erhebliche Auswirkungen auf die Hirnfunktionen und auf die Serotonin-Stimulierung.

Also: Sonne macht glücklich. Und da der Mensch nun mal süchtig ist nach Glücksgefühlen, liebt er die Sonne – gelegentlich auch zu sehr, Folge: Sonnenbrand.

Auf der Sonnenbank funktioniert nur die zweite Wirkungsweise der Sonnenstrahlen, nämlich die UVB-Produktion von Vitamin D.  Insofern macht die Sonnenbank zwar auch süchtig nach Sonnen-Glück, die Sonne aber sogar doppelt, mit ihrem sichtbaren und dem UV-Licht.

Sollten wir also die Sonne abschaffen? Oder die Sonnenbank? und überhaupt alles, was uns Glücksgefühle verschafft und daher süchtig macht? Sex zum Beispiel, oder Schokoklade (wann kommt die erste Studie zu Schokolexia?)?

Wohl kaum, denn das wäre tödlich! Die Natur nämlich steuert uns listig über die Glücksgefühle zu Tätigkeiten, die wir für`s Überleben brauchen. Und dazu gehört der Aufenthalt an der Sonne und das Vitamin D.  Zugegeben, nicht unbedingt das Sonnen auf der Sonnenbank, aber als Sonnenersatz kann sie sehr wohl einspringen, beim Glücksgefühl wie beim Vitamin D.

Und da das Vitamin D eine unglaubliche Fülle von Funktionen im Körper steuert und so zum Beispiel Schmerzen (Muskelschmerz, unspezifische Schmerzen: Fibromylagie) lindert und verhindert, kann es ja nicht verwundern, dass der Mensch auch “süchtig” wird nach Schmerzfreiheit, oder Osteoporose-Freiheit, oder Diabetes-Freiheit etc. etc. , alles Wirkungen ausreichender Vitamin D-Versorgung.

Was sagt uns das? Brüder (und natürlich Schwerstern) zur Sonne….!

Quelle: pte

Studie:  Catherine E. Mosher et al., Addiction to Indoor Tanning – Relation to Anxiety, Depression, and Substance Use, Archives of Dermatology, vol. 146 No. 4, April 2010

Professor Johan Moan

Professor Johan Moan

Where the sun does not shine – schwarzer Hautkrebs an Körperstellen, an die die Sonne nicht (hin)scheint gilt als Phänomen. Wissenschaftler aus Oslo und San Francisco haben das Auttreten des Scheidenmelanoms im Zusammenhang mit dem Auftreten des malignen Melanom untersucht und habe Überrachendes herausgefunden.

Forscher um den norwegischen Professor für Strahlenbiologie Johan Moan und den amerikanischen Vitamin D-Forscher William B. Grant entdecken die Möglichkeit einer protektiven Wirkung von Sonnenstrahlen gegen das maligne Melanom. An dieser Untersuchung waren die Abteilung Strahlenbiologie des Krebsforschungsinstituts im Universitätskrankenhaus Oslo, der Fachbereich Physik der Universität Oslo und das Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, beteiligt.

Intermittierende, also zeitweilige Sonnenexposition im Urlaub am Strand und Sonnenbrand sind Boten des bösartige schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Maligne Melanome können aber auch an Körperstelen entstehen, die so gut wie nie Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, z.B. den weiblichen Geschlechtsorganen. Bislang waren die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Melanomen an der Vulva nicht sehr umfangreich. Die Forscher aus Oslo und San Francisco haben zeitliche und breitengradbedingte Zusammenhänge zur Häufigkeit des Schwarzen Hautkrebses bei hellhäutigen Frauen kaukasischen Typs untersucht -  in Schweden, den neuen Bundesländern Deutschlands, in den USA und im Bundesstaat Vitoria in Australien.

Ergebnis dieser Untersuchungen war, das der Anteil der Scheidenmelanome an der Häufigkeitsrate des malignen Melanoms insgesamt sinkt. Die Anzahl der Fälle schwarzen Hautkrebses insgesamt hat zugenommen, während die Häufigkeit des Scheidenmelanoms im Betrachtungszeitraum konstant blieb, oder sogar rückläufig war. In den USA steigt die Zahl der Scheidenmelanome von Süden nach Norden, während die Häufigkeit des malignen Melanoms an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, von Süden nach Norden abnimmt. Im Vergleich ihres Auftretens nach unterschiedlichen Breitengraden zeigen das maligne Melanom und das Scheidenmelanom also gegenläufige Entwicklungen. Immer, wenn die Häufigkeit des schwarzen Hautkrebses steigt – sowohl mit der Zeit als auch mit kleiner werdenden, südlichen Breitengraden, ein Zeichen also für eine stärkere Sonnenstrahlung – nimmt die Anteil der Scheidenmelanome an der Zahl des malignen Melanoms insgesamt ab.

Diese Erkenntnisse bekräftigen die Annahme, dass Scheidenmelanome nicht durch UV-Strahlen erzeugt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das UV-Strahlung eine schützende Wirkung gegen das Scheidenmelanom hat – wahrscheinlich über ihre Rolle bei der Vitamin D-Photosythese in sonnenexponierter Haut. Diese Annahmen zu bestätigen bedarf aber weiterer Untersuchungen, so die Forscher.

Über die positive, oft sogar protektive Wirkung von UV-Licht auf, bzw. gegen verschiedene Krebsarten haben wir schon mehrfach berichtet – u.a. hier, hier, hier und unter diesem Link.

Quelle: Science Direct

Studie: Johan Moan, Alina C. Porojnicu, Arne Dahlback, William B. Grant, Asta Juzeniene, Where the sun does not shine: Is sunshine protective against melanoma of the vulva? Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology, In Press, Corrected Proof, online erhältlich

Per Verordnung aus dem Wirtschaftsministerium wird nun auch in Östererreich den Jugendlichen unter 18 Jahren die Nutzung von Solarien verboten. Ein Übergangsfrist gilt bis zum September 2010.

Damit regelt die österreichische Regierung auf demVerordnungswege, was in Deutschland bereits seit Juli 2010 per “Solariengesetz” gilt. Das Ministerium beruft sich dabei auf europäische Richtlinien und auf die umstrittenen Studien der IARC. Die Hinweise der Solarienverbände und der Wiener Wirtschaftskammer auf die negativen Gesundheitswirkungen eines solchen Verbots – durch die modernen Lebensstile hat der “Sonnenmangel” und damit die Unterversorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin D gerade bei Jugendlichen “epidemische” Ausmaße – wurde, wie auch schon Deutschland, nicht berücksichtigt.

Quelle: pte

Wissenschaftler kritisiert unsaubere Untersuchungsmethodik der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) – IARC-Bericht sei fehlerhaft, da unterschiedliche Hauttypen nicht berücksichtigt wurden.

Einer der weltweit renommiertesten Vitamin-D-Forscher, William B. Grant, geht mit der Methodik, die die Internationale Agentur für Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer – IARC) bei ihren Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko anwendet, hart ins Gericht.

Die IARC hat für eine sogenannte Meta-Analyse insgesamt 19 Studien als Basis herangezogen und kam nach der Datenauswertung zu dem Schluss, dass für die Altersgruppe der unter 35jährigen eine Verbindung zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko besteht. Von diesen 19 Studien bezogen sich fünf auf Menschen, die den Hauttyp eins aufweisen. Da dieser Hauttyp genetisch bedingt mit einem höheren Risiko, an Hautkrebs zu erkranken verbunden ist, wird dieser Bevölkerungsgruppe seit jeher dringend geraten, Besonnung – sei es unter dem Solarium oder im Freien – zu vermeiden. Um methodisch sauber zu arbeiten, muss man diese Gruppe gesondert betrachten. Das hat die IARC ganz offensichtlich versäumt“, erläutert William B. Grant.

Nehme man, so Grant weiter, diese getrennte Betrachtung vor, ergäben sich keine kausalen Zusammenhänge zwischen Solariennutzung und Hautkrebsrisiko. Über die kritische Beurteilung der IARC-Ergebnisse durch führende internationale Wissenschaftler hatten wir hier, hier und hier berichtet. Eine kritische Einschätzung der IARC-Kategorisierung von Sonne und Solarien finde Sie hier.

Studie: William B. Grant, Critique of the International Agency for Research on Cancer’s meta-analyses of the association of sunbed use with risk of cutaneous malignant melanoma (A critical review of Vitamin D and Cancer ), in: Dermato-Endocrinology 1:6, 1-7; November/December 2009“.

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