Professor Johan Moan

Professor Johan Moan

Where the sun does not shine – schwarzer Hautkrebs an Körperstellen, an die die Sonne nicht (hin)scheint gilt als Phänomen. Wissenschaftler aus Oslo und San Francisco haben das Auttreten des Scheidenmelanoms im Zusammenhang mit dem Auftreten des malignen Melanom untersucht und habe Überrachendes herausgefunden.

Forscher um den norwegischen Professor für Strahlenbiologie Johan Moan und den amerikanischen Vitamin D-Forscher William B. Grant entdecken die Möglichkeit einer protektiven Wirkung von Sonnenstrahlen gegen das maligne Melanom. An dieser Untersuchung waren die Abteilung Strahlenbiologie des Krebsforschungsinstituts im Universitätskrankenhaus Oslo, der Fachbereich Physik der Universität Oslo und das Sunlight, Nutrition and Health Research Center (SUNARC) in San Francisco, USA, beteiligt.

Intermittierende, also zeitweilige Sonnenexposition im Urlaub am Strand und Sonnenbrand sind Boten des bösartige schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Maligne Melanome können aber auch an Körperstelen entstehen, die so gut wie nie Sonnenstrahlen ausgesetzt werden, z.B. den weiblichen Geschlechtsorganen. Bislang waren die Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Sonnenexposition und Melanomen an der Vulva nicht sehr umfangreich. Die Forscher aus Oslo und San Francisco haben zeitliche und breitengradbedingte Zusammenhänge zur Häufigkeit des Schwarzen Hautkrebses bei hellhäutigen Frauen kaukasischen Typs untersucht -  in Schweden, den neuen Bundesländern Deutschlands, in den USA und im Bundesstaat Vitoria in Australien.

Ergebnis dieser Untersuchungen war, das der Anteil der Scheidenmelanome an der Häufigkeitsrate des malignen Melanoms insgesamt sinkt. Die Anzahl der Fälle schwarzen Hautkrebses insgesamt hat zugenommen, während die Häufigkeit des Scheidenmelanoms im Betrachtungszeitraum konstant blieb, oder sogar rückläufig war. In den USA steigt die Zahl der Scheidenmelanome von Süden nach Norden, während die Häufigkeit des malignen Melanoms an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, von Süden nach Norden abnimmt. Im Vergleich ihres Auftretens nach unterschiedlichen Breitengraden zeigen das maligne Melanom und das Scheidenmelanom also gegenläufige Entwicklungen. Immer, wenn die Häufigkeit des schwarzen Hautkrebses steigt – sowohl mit der Zeit als auch mit kleiner werdenden, südlichen Breitengraden, ein Zeichen also für eine stärkere Sonnenstrahlung – nimmt die Anteil der Scheidenmelanome an der Zahl des malignen Melanoms insgesamt ab.

Diese Erkenntnisse bekräftigen die Annahme, dass Scheidenmelanome nicht durch UV-Strahlen erzeugt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das UV-Strahlung eine schützende Wirkung gegen das Scheidenmelanom hat – wahrscheinlich über ihre Rolle bei der Vitamin D-Photosythese in sonnenexponierter Haut. Diese Annahmen zu bestätigen bedarf aber weiterer Untersuchungen, so die Forscher.

Über die positive, oft sogar protektive Wirkung von UV-Licht auf, bzw. gegen verschiedene Krebsarten haben wir schon mehrfach berichtet – u.a. hier, hier, hier und unter diesem Link.

Quelle: Science Direct

Studie: Johan Moan, Alina C. Porojnicu, Arne Dahlback, William B. Grant, Asta Juzeniene, Where the sun does not shine: Is sunshine protective against melanoma of the vulva? Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology, In Press, Corrected Proof, online erhältlich

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