Sonne wie Schokolade - Genuss mit Maß

Sonne wie Schokolade - Genuss mit Maß

Die Botschaft will partout nicht zünden: “Sonne ist bös, Bleichgesicht ist gut!”

Seit vielen Jahren ziehen dermatologische Organisationen mit immer neuen Marketing-Einfällen gegen Sonne und Solarien zu Felde – und kehren regelmäßig frustriert aus der Schlacht zurück:
Das blöde Volk will nicht auf die “Ritter von der weissen Haut” hören!

So in diesen Tagen mal wieder in den USA, wo seit einiger Zeit eine Kampagne der American Academy of Dermatology (AAD) unter dem fetzigen Slogan “Suntelligence: How Sun Smart is Your City?” (Sonnen-Intelligenz: Wie sonnen-schlau ist Deine Stadt?). In einer Online-Umfrage, die als eine Art Wettbewerb zwischen Städten organisiert ist (welches ist die “sonnenklügste” Stadt?), wollten die dermatologischen Kreuzzügler wissen, ob ihre Botschaften von der “bösen” Sonne und dem unvermeidlichen Hautkrebs für Sonnenbadende verstanden worden ist.

Nein, war sie nicht, im Gegenteil!

Erschreckende 72 Prozent der mehr als 7.000 Befragten fanden (leicht) gebräunte Haut attraktiv. Ausgerechnet bei den Männern waren es sogar 76 Prozent.
70 Prozent der Männer waren auch der Meinung, dass gebränte Haut gesunder aussehe, schlimmer noch: gesunder sei! und immerhin noch 60 Prozent hielten den Aufenthalt an der Sonne für prinzipiell gesund.

Die Kampagnen-Veranstalter haben Vitamin D, das “Sonnenschein-Vitamin”, in Verdacht, die Menschen zum Sonnen zu verführen. Und das, obwohl doch die AAD immer wieder gepredigt habe, Vitamin D könne viel gefahrloser über die Ernährung (z.B. 12 Gläser Milch täglich oder zwei Portionen fetten Fisch pro Tag) zugeführt werden. Dass nicht einmal 10 Prozent der Menschen die von den Ernährungsorganisationen empfohlene, ohnehin schon sehr geringe Vitamin D-Zufuhr erreichen, schreckt den sendungsbewussten Dermatologen nicht ab.

Und dann plötzlich die überraschende Volte in der Meinung des wankelmütigen Publikums:
75 Prozent der Befragten machten sich Sorgen um Hautkrebs und meinten, sie würden alles tun, um vor allem das Melanom zu vermeiden.

Ja, was denn nun!?

Während nun die AAD über verbesserte Methoden der psychologischen Kriegsführung grübelt, liegt für den Rest der Welt die Antwort auf der Hand:
Die normalen Bürger, im Einklang mit der Natur, haben das Wechselspiel von “guter” und “böser” Sonne sehr viel schneller begriffen als die ideologisch tunnelblickenden Kampagneros.

Die “gute” Sonne wird nicht nur als wohltuend, entspannend und gesundmachend erlebt, sie ist es auch – weit über die Vitamin D-Bildung durch die UVB-Strahlen hinaus! Und die Wissenschaft gibt den Leuten da recht.
Das ändert nichts daran, dass sich die gleichen Menschen vor der “bösen” Sonnen fürchten. Und auch hier haben sie die Wissenschaft auf ihrer Seite.
Auch dass die “gute” Sonne um ein Vielfaches (eine von der Weltgesundheitsorganisation initiierte Studie behautpet gar um ein 2.000faches) stärker ist als die “bose” Sonne finden sie in wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Intuitiv ist den meisten Menschen klar, dass es eine optimale Balance zwischen den zahllosen Gesundheitsvorteilen der Sonne einerseits und den unbestreitbaren Gefahren andererseits gibt. Und sie suchen nach Richtlinien, besser Faustregeln, für dieses Balance.

Statt hier nun den Bürgern mit ausgewogenen und wissenschaftlich haltbaren Ratschlägen über die bestmögliche Nutzung der Sonnenstrahlen zur Hand zu gehen, wird die AAD, wie auch manch andere Dermatologen-Organisation anderswo (in Deutschland etwa die ADP) im nächsten Jahr wieder auf`s  Kampagnen-Pferd steigen, eine neue Attacke in neuer Rüstung mit eingelegter Lanze gegen “gute” und “böse” Sonne gleichermaßen reiten – und scheitern.

Bis zu dem Tag, an dem auch diese Dermatologen gelernt haben, dass es mit der Sonne geht wie etwa mit dem Sex oder der Schokolade: Sie schmeckt herrlich, hellt das Gemut auf und tut etwas für die Gesundheit, aber dann heisst es wieder auf die Linie achten, Adipositas vermeiden – Maß halten eben!

Quelle: Newswise

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