depressionÄltere Menschen mit einem Vitamin D-Mangel entwickeln eher eine Depression als andere. Das betrifft vor allem Frauen.

Ein Forschungsteam um Prof. Luigi Ferrucci vom National Institute on Aging in Baltimore, USA, beobachteten über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren insgesamt 531 Frauen und 423 Männer im Rahmen der inCHIANTI-Studie, um herauszufinden, ob deren Vitamin D-Status in einem Zusammenhang mit einer Depression bzw. mit der Entwicklung einer Depression stünde.

Zu Beginn der Studie wiesen 72 Prozent der Menschen, die schon an Depressionen litten, einen Vitamin D-Mangel auf (<50 nmol/L). Von den nicht depressivenTeilnehmern waren es nur 60 Prozent.

Entscheidender aber: Die Teilnehmer mit einem Vitamin D Mangel entwickelten im Laufe der Jahre sehr viel häufiger eine Depression, gemessen an einem stadardisierten Depressions-Test,  als die Teilnehmer mit normalem Vitamin D-Spiegel. Bei den Frauen war dieses Verhältnis besonders ausgeprägt. Doppelt so häufig als die Mitglieder der Gruppe mit normalen Vitamin-Werten erkrankten die Frauen mit Vitamin D-Mangel an Depression und depressiven Verstimmungen. Bei den Männern lag das Verhältnis wesentlich niedriger.

Das sei zwar noch kein ausreichender Beweis dafür, dass der Vitamin D-Mange ein oder gar der Grund für die Depression sei, so Prof. Ferrucci, aber “die Bekämpfung eines Vitamin D-Defizits wird vermutlich in Zukunft ein wesentlicher Teil der Therapie sein zur Vermeidung einer depressiven Entwicklung bei älteren Menschen mit all den negativen Folgen für die Gesundheit. Ausserdem wird die Normalisierung des Vitamin D-Spiegels auch zu jeder Depressions-Therapie vor allem bei den Älteren gehören“.

Depression durch Vitamin D-Mangel verhindert Heilung anderer chronischer Krankheiten

In einer anderen Übersichts-Studie unterstreichen die Autoren um Prof. Penckhofer von der Loyola Universität,  Chicago, dass eine durch den Mangel an Sonnenschein-Vitamin entstandene oder vertiefte Depression auch der Therapie anderer, gleichzeitig auftretender chronischer Krankheiten im Wege stehen könnte.

Sie fassen zusammenen: “Die wirkungsvolle Diagnose und Behandlung von Vitamin D-Mangel bei Patienten mit Depressionen oder depressiven Verstimmungen ist eine einfache und kostengünstige Therapie, die die Langzeit-Gesundheit und die Lebensqualität der Patienten wesentlich verbessern könnte.”

Psychose-ähnliche Symptome treten seltener auf

Eine schwedische Studie unterstreicht in diesen Tagen die Breite der positiven Wirkungen von ausreichender vitamin D-Versorgung bei psychischen Störungen.

Eine schwedische Studie mit 33 623 Teilnehmerinnen, die beim Beginn der Studie 1991/92  30-49 Jahre alt waren, untersuchte über eine Zeitraum von mehr als 10 Jahren das Auftreten von Psychosen und ähnlichen Symptomen im Zusammenhang mit dem Anteil von Vitamin D-reicher Ernährung (z.B. fetter Fisch) und den Vitamin D-Werten im Blut.

Bei dem Viertel der Teilnehmerinnen mit dem höchsten Vitamin D-Spiegel halbierte sich fast das Auftreten Psychose-ähnlicher Erscheinungen gegenüber dem Viertel mit den niedrigsten Werten.

Quelle: Reuters Health/PubCrawler

Studien:
Luigi Ferrucci et al., Serum 25-Hydroxyvitamin D and Depressive Symptoms in Older Women and Men, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism,  vorab online, 05. Mai 2010

S. Penckofer et al.,  Vitamin D and depression: where is all the sunshine? Issues in Mental Health Nurs.,  Juni 2010 ;31(6):385-93.

Maria Hedelin et al., Dietary intake of fish, omega-3, omega-6 polyunsaturated fatty acids and vitamin D and the prevalence of psychotic-like symptoms in a cohort of 33 000 women from the general population, BMC Psychiatry 2010, 10:38, vorab online 26 May 2010

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