Monatsarchiv für Mai 2010

Menschen in südlichen Ländern und Menschen, die häufiger den UVB-Strahlen der Sonne ausgesetzt sind, leiden um etwa ein Drittel weniger unter einem Blasenkrebs als ihre weniger von der Sonne verwöhnten Zeitgenossen.

Auf der Basis der IARC-Datenbank GLOBOCAN mit Krebsdaten aus 174 Ländern kam jetzt eine Gruppe von Wissenschaftlern um die Brüder Garland an der Universität von Kalifornien (San Diego) zu dieser Schlussfolgerung.

Diese ersten “ökologischen” Studien können allerdings nicht mehr als der Vermutung eine gewissen Plausibilität verleihen, dass das von den UVB-Strahlen der Sonne  in der Haut erzeugte (Pro-)Vitamin D beim Blasenkrebs ähnlich wirkt, wie bei bereits besser belegten 19 anderen Krebsarten.

Quelle: Newswise

Studie: S.B. Mohr, C.F. Garland , E.D. Gorham, W.B.  Grant, F.C. Garland, Ultraviolet B irradiance and incidence rates of bladder cancer in 174 countries,  Am J Prev Med.  2010; 38(3):296-302.

weisweiler georgRegelmäßiges Sonnetanken hilft Vitamin-D-Mangel und damit unter anderem auch Osteoporose vorzubeugen“,  riet der saarländischen Gesundheitsminister Georg Weisweiler, FDP, den Bewohnern eines Altenwohnheims bei einem Besuch Rahmen des Projektes „3 x 15“ der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e.V. (LAGS).

Der Slogan “3 x 15″ drückt die Empfehlung der Arbeitsgemeinschaft aus, wöchentlich mindestens drei Mal 15 Minuten an der (Mittags-)Sonne aufzuzhalten, um den Körper mit dem lebensnotwendigen Vitamin D zu versorgen.

Der Vitamin-D-Mangel stehe im Verdacht, neben der Osteoporose auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes und verschiedene Krebsarten zu erhöhen. Dabei bilde der Körper rund 90 Prozent seines Vitamin-D-Bedarfs mit Hilfe der UVB-Strahlung der Sonne selbst, so der Minister „Und das Beste ist: Sonne ist kostenlos zu bekommen“.

Die Kampagne “3 x 15” wurde im Mai vergangenen Jahres mit Unterstützung des epidemiologischen Krebsregisters des Saarlandes (Esther-Studie), der Uniklinik Homburg, des saarländischen Gesundheitsministeriums und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg gestartet. Hintergrund der Vitamin-D-Kampagne „3 x 15“ ist der Mangel an Vitamin D bei mehr als der Hälfte aller älteren Menschen in Deutschland.

Quelle: Pressemitteilung des saarländischen Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz

Website der Aktion: www.3×15.lags.de

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je mehr Sonne für die Mütter, desto geringer das MS-Risiko für die Babies.

Je geringer der Aufenthalt der Schwangeren an der Sonne und je niedriger die Sonne am Horizont steht, desto größer das Risiko einer MS-Erkrankungen bei den Neugeborenen. Nachdem bereits Studien in der Ländern der nördlichen Hemisphäre diese vermutung bestättigt hatten (hier, hier und hier), kommt jetzt auch eine australische Studie zu diesem Ergebnis.

In einer Studie auf der Basis von bevölkerungs- und gesundheitsstatischen und meteorologischen Daten seit 1920 entdeckte die Professorin Dr. Anne-Louise Ponsonby und ihr Team am Murdoch Childrens Research Institute in Melbourne einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Wohnort (Breitengrad) der Mütter,  ihrem Aufenthalt an der Sonne und dem Geburtsmonat der Kinder mit der Häufigkeit von Erkrankungen der Kinder an Mutlipler Sklerose.

Kinder von Müttern mit Wohnort im australischen Norden, -  also, anders als bei uns, näher zum Äquator, die im May-Juni, dem Beginn des australischen Winters, geboren wurden hatten ein deutlich erhöhtes MS-Risiko im Vergleich zu Babies, die im November-Dezember z.B. in Tasmanien im Süden des Kontinentes geboren wurden. Im ersten Fall lag die Schwangerschaft, vor allem die ersten drei Monate, überwiegend in den Sommer-, im zweiten Fall überwiegend in den Winter-Monaten.

Von ausschlaggebender Bedeutung aber erwies sich der Aufenthalt an der Sonne selbst, gemessen in Sonnentagen während der Schwangerschaftmonate.  Je häufiger, länger und intensiver die Sonne in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft geschienen hatte, umso geringer die Rate der MS-erkrankten Kinder.

Ob und inwieweit der Mangel an Sonnenstrahlen vor allem in den ersten Schwangerschaftsmonaten durch künstliche Besonnung (Solarium) behoben werden könnte, war nicht Thema der Untersuchung.

Quelle: Newswise

Studie: A. L. Ponsonby et al. BMJ,  Low maternal exposure to ultraviolet radiation in pregnancy, month of birth, and risk of multiple sclerosis in offspring: longitudinal analysis, British Medical Journal, 340 (291): c1640. (2010) – PDF kostenlos

Ältere Menschen, die nach einem Hüftbruch täglich eine hohe Dosis Vitamin D zu sich nehmen, erleiden weit weniger häufig neue Brüche und Rückfälle als andere. Das Vitamin D schützt vor weiteren Sturzverletzungen und schweren Infektionen. So eine Studie im Schweizerischen  Nationalen Forschungsprogramms «Muskuloskelettale Gesundheit – Chronische Schmerzen» unter Leitung der bekannten Vitamin D-Forscherin Prof. Heike Bischoff-Ferrari vom Zentrum Alter und Mobilität der Universität Zürich.

An der  Studie nahmen 173 Patientinnen und Patienten nach einer Hüftbruchoperation teil. Alle Studienteilnehmer nahmen täglich Vitamin D ein – die eine Hälfte von ihnen in der empfohlenen Standarddosis (800 IE, internationale Einheiten), die andere Hälfte in einer zweieinhalbfach erhöhten Dosis. Dabei zeigte sich: Patienten und Patientinnen mit der höheren Dosis erlitten im Folgejahr deutlich weniger Sturzverletzungen. Zudem schützte die höhere Dosis vermehrt vor schweren Infektionen.

Vitamin D wird zu etwa 90 Prozent in der Haut durch Sonnenlicht gebildet. Mit zunehmendem Alter nimmt der Aufenthalt an der Sonne ebenso ab wie die Fähigkeit der Haut, das Vitamin D herzustellen. In der älteren Bevölkerung ist ein Mangel daher weitverbreitet: In Europa ist mehr als die Hälfte aller Erwachsenen mit Vitamin D unterversorgt.

Aufgrund der Studien-Ergebnisse empfiehlt Bischoff-Ferrari älteren Menschen, die schon einen Hüftbruch erlitten haben, die höhere Dosierung:
Die Standarddosis reicht zwar aus, um die Muskulatur zu stärken und dadurch Stürze zu vermeiden“, so Bischoff-Ferrari. Um bei den dennoch eintretenden Stürzen auch das Knochenbruchrisiko zu verringern, brauche es im Blut jedoch einen höheren Vitamin-D-Spiegel, und somit eine höhere Dosierung.

Vitamin D ist wichtig für starke Knochen, weil es die Aufnahme von wichtigen Knochenbestandteilen wie etwa Kalzium und Phosphat im Darm und deren Einbau in die Knochen fördert. Ein Mangel an Vitamin D kann deshalb zu schmerzhaften Knochenerweichungen und zu einer erhöhten Knochenbruchgefahr führen.

Gegenteilige Wirkung?

Dem scheint eine soeben erschienene australische Studie zu widersprechen.  An der Universität von Melbourne hatten Forscher um Prof. Kerrie M. Sanders drei Jahre lang mehr als 1.000 Frauen von 70 Jahren und älter eine einzelne Dosis Vitamin D von 500.000 IE jährlich verabreicht. Weitere 1.100 Probanden erhielten eine Placebo.

Das unerwartete Resultat:  Mehr Teilnehmerinnen in der Vitamin D-Gruppe erlitten einen Knochenbruch als in der Placebot-Gruppe: 171 gegenüber nur 135 Brüche. Auch die Zahl der Stürze ohne Knochenbruch  in dieser Zeit lag in der Vitamin D-Gruppe höher als in der Placebo-Gruppe.

Diesen scheinbaren Widerspruch löst in einem Kommentar im gleichen Heft der Fachzeitschrift JAMA die bekannte Wissenschaftlerin vom Institut für Ernährung und Altersforschung an der Tufts Universität in Boston, Bess Dawson-Hughes, auf:
Auch in früheren Studien und Tierversuchen habe sich gezeigt, dass bei sehr hohen einmaligen Dosen Vitamin D eine Art Abwehrreaktion (abrupte Verminderung des “aktiven” Vitamin D, 1,25-dihydroxyvitamin D)  einsetze, die die Wirkung des Vitamins vermindere  oder gar ganz verhindere. In diesen Veruchen sei es ausserdem zu Gefäßverkalkungen gekommen. Beides könne die erhöhte Sturz- und Bruchgefahr erklären.

Paradoxerweise könnten aber auch einige der bekannten positiven Wirkungen des “Sonnenschein-Vitamins”, die erhöhte Beweglichkeit durch Stärkung der Muskeln und Verbesserung von Bewegungsschmerzen, durch vermehrte Aktivität der Senioren zu diesem Ergebnis beigetragen haben.

Die Autorin warnt daher vor einmalig extrem hohen Dosen an Vitamin D. Anders als bei der Vitamin D-Synthese durch die UVB-Strahlen der Sonne oder im Solarium, kann es bei der Verabreichung von zusätzlichem Vitamin D etwas in Pillenform zu Fehldosierungen mit negativen Folgen kommen.

Quelle: PubMed, AlphaGalileo

Studien:
Heike A. Bischoff-Ferrari et al.,  Effect of High-Dosage Cholecalciferol and Extended Physiotherapy on Complications After Hip Fracture, Archives of Internal Medicine,  Vol. 170 No. 9, 10. Mai, 2010

Kerrie M. Sanders et al.,  Annual High-Dose Oral Vitamin D and Falls and Fractures in Older Women – A Randomized Controlled Trial, JAMA. 2010;303(18):1815-1822., 12. Mai. 2010

Bess Dawson-Hughes, Susan S. Harris, High-Dose Vitamin D Supplementation
Too Much of a Good Thing?
JAMA, 12. Mai 2010—Vol 303, No. 18

Sonnenschein Vitamin D für Mutter und Kind - Foto: Fotolia

Sonnenschein-Vitamin für Mutter und Kind - Foto: Fotolia

Damit es ein gesundes Baby wird: Ausreichend Sonnenschein-Vitamin tut not, während der Schwangerschaft – und auch schon davor!

Während der Schwangerschaft brauchen Frauen mehr Vitamin D. Das ist besonders wichtig sowohl zur Vorbeugung gegen Komplikationen bei der Geburt als auch für die Gesundheit des Neugeborenen.

Gerade in der Schwangerschaft aber leiden die Mehrheit der Frauen an einem akuten Vitamin D-Mangel, der dann oftmals nicht mehr ausreichend durch Vitamin D-reiche Ernährung oder Vitamin D Pillen ausgeglichen werden kann. Grund ist nach Meinung von US-Wissenschaftlern: zu wenig Sonne!

In einer umfangreichen aktuellen Studie hatten Forscher von der Medizinischen Universität von Colorado und von der Kinderklinik vopn Massachussetts, Boston, einen Vitamin D- Mangel bei 70 % der Schwangeren festgestellt.

Prof. Adit Ginde, Leiter der Studiengruppe: “Wir wissen längst, dass Vitamin D wichtig ist für die Knochengesundheit von Mutter und Kind. Aber wir haben eben erst angefangen, an der Oberfläche der vielen möglichen Gesundheitsvorteile von Vitamin D während der Schwangerschschaft  zu kratzen.”

Vor allem im “Vitamin D-Winter” (Oktober bis März) und bei Frauen in nördlichen Ländern, Frauen mit dunklerer Haut und religiös oder kulturell bedingter Kleidung, die den gesamten Körper bedeckt, ist das Problem besonders gravierend.

Die Empfehlung der Wissenschaftler: Frauen sollten möglichst Monate vor Beginn Ihrer Schwangerschaft auf ihren Vitamin D-Spiegel im Blut achten! Aufenthalt an der – natürlichen oder künstlichen – Sonne das ganze Jahr über, notfalls auch zusätzliche Einnahme von Vitamin D-Präparaten, immer allerdings nach Kontrolle des Vitamin D-Spiegels im Blut, könnten den Risiken durch einen Vitamin D-Mangel vor allem bei den Babies vorbeugen.

In den vergangenen Jahren hatten medizinische Studien nicht nur Rachitis, sondern auch Krankheiten wie Wachstumsstörungen, Atemwegserkrankungen, Multiple Sklerose oder Autismus mit einer mangelnden Vitamin D-Versorgung beginnend im Mutterleib in Verbindung gebracht.

Probleme bei der Geburt vermeiden

Über ähnliche Ergebnisse einer Studie an der Medizinischen Universität von South Carolina, USA, mit knapp 500 schwangeren Frauen, berichtete die Leiterin der Studie,  Prof. Carol L. Wagner, und Prof. Bruce W. Hollis, seit 30 Jahren in der Vitamin D-Forschung aktiv, beim Jahreskongress der Pediatric Academic Societies (PAS) in Vancouver, British Columbia, Canada.

Die Studie versucht, die optimale Vitamin D-Dosis in der Schwangerschaft zu bestimmen.

Dr. Wagner: “Ernährung allein reicht nicht aus für die optimale Versorgung, und wir gehen heutzutage nicht mehr annähernd so oft an die Sonne, wie es eigentlich nötig wäre!”

Die Teilnehmerinnen an der Studie waren in drei Gruppen eingeteilt worden. Die erste Gruppe erhielt eine zusätzliche Vitamin D-Gabe von 400 IE (Internationalen Einheiten), die zweite 2.000 IE und die dritte Gruppe 4.000 IE.  Regelmäßige Kontrollen sicherten die Teilnehmerinnen gegen mögliche Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen ab. Keine der Frauen zeigte negative Auswirkungen der Vitamin D-Supplementierung.

Wichtiger noch:
Je höher die Vitamin D-Einnahme war, desto geringer das Risiko von Geburts-Komplikationen, vor allem von Frühgeburten und Infektionen.

Quelle: Eurekalert, Science Daily, Science Direct

Studie: A. A. Ginde et al.,  Vitamin D insufficiency in pregnant and nonpregnant women of childbearing age in the United States, American Journal of Obstetrics and Gynecology, 2010, 202 (5): 436.e1-436.e8 (PDF kostenlos)

Internationale und nationale medizinische Gesellschaften und Gesundheitsorganisationen ändern derzeit ihre Richtlinien und Empfehlungen zur Vitamin D-Versorgung und zum Umgang mit Sonne und Solarium. Wir können hier nur über einige typische Beispiele berichten.

Jetzt hat die International Osteoporosis Foundation (Internationale Osteoporose Gesellschaft) ihre Richtlinien den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst:

Vor allem für die Älteren (65 +) wird

  • ein Vitamin D-Spiegel im Blut – 25(OH)D – von 75 nmol/L,
  • eine tägliche Vitamin D-Zufuhr von 20-25 ng (800-1.000 IE),
  • die Verdopplung dieser Mengen bei Menschen, die sich wenig an der Sonne aufhalten,  an Übergewicht oder Osteoporose leiden oder die Probleme mit der Vitamin D-Synthese haben,
  • eine Kontrolle der Blutwerte

empfohlen.

Diese Werte liegen zwar noch deutlich unterhalb der Werte, die von vielen Experten als optimal angesehen werden, verdoppeln andererseits aber die bisherigen Empfehlungen der meisten Gesundheitsorganisationen.

Dr. Bess Dawson-Hughes von der  Tufts University, wies bei der Vorstellung der neuen Richtlinien auf die weltweit verbreiteten Vitamin D-Defizite hin:

Dieser verbreitete Mangel bedeutet, dass viele Stürze und Knochenbrüche durch eine ausreichende Vitamin D-Versorgung verhindert werden könnten. Diese so einfach zu realisierenden Maßnahmen könnten bedeutende positive Wirkungen zeitigen auf die Häufigkeit osteoporotischen Brüche.”

Erst kürzlich waren auch in Deutschland z.B. die Osteologie-Leitlinien in ähnlicher Form geändert worden.

Quelle:  International Osteoporosis Foundation

Sonne wie Schokolade - Genuss mit Maß

Sonne wie Schokolade - Genuss mit Maß

Die Botschaft will partout nicht zünden: “Sonne ist bös, Bleichgesicht ist gut!”

Seit vielen Jahren ziehen dermatologische Organisationen mit immer neuen Marketing-Einfällen gegen Sonne und Solarien zu Felde – und kehren regelmäßig frustriert aus der Schlacht zurück:
Das blöde Volk will nicht auf die “Ritter von der weissen Haut” hören!

So in diesen Tagen mal wieder in den USA, wo seit einiger Zeit eine Kampagne der American Academy of Dermatology (AAD) unter dem fetzigen Slogan “Suntelligence: How Sun Smart is Your City?” (Sonnen-Intelligenz: Wie sonnen-schlau ist Deine Stadt?). In einer Online-Umfrage, die als eine Art Wettbewerb zwischen Städten organisiert ist (welches ist die “sonnenklügste” Stadt?), wollten die dermatologischen Kreuzzügler wissen, ob ihre Botschaften von der “bösen” Sonne und dem unvermeidlichen Hautkrebs für Sonnenbadende verstanden worden ist.

Nein, war sie nicht, im Gegenteil!

Erschreckende 72 Prozent der mehr als 7.000 Befragten fanden (leicht) gebräunte Haut attraktiv. Ausgerechnet bei den Männern waren es sogar 76 Prozent.
70 Prozent der Männer waren auch der Meinung, dass gebränte Haut gesunder aussehe, schlimmer noch: gesunder sei! und immerhin noch 60 Prozent hielten den Aufenthalt an der Sonne für prinzipiell gesund.

Die Kampagnen-Veranstalter haben Vitamin D, das “Sonnenschein-Vitamin”, in Verdacht, die Menschen zum Sonnen zu verführen. Und das, obwohl doch die AAD immer wieder gepredigt habe, Vitamin D könne viel gefahrloser über die Ernährung (z.B. 12 Gläser Milch täglich oder zwei Portionen fetten Fisch pro Tag) zugeführt werden. Dass nicht einmal 10 Prozent der Menschen die von den Ernährungsorganisationen empfohlene, ohnehin schon sehr geringe Vitamin D-Zufuhr erreichen, schreckt den sendungsbewussten Dermatologen nicht ab.

Und dann plötzlich die überraschende Volte in der Meinung des wankelmütigen Publikums:
75 Prozent der Befragten machten sich Sorgen um Hautkrebs und meinten, sie würden alles tun, um vor allem das Melanom zu vermeiden.

Ja, was denn nun!?

Während nun die AAD über verbesserte Methoden der psychologischen Kriegsführung grübelt, liegt für den Rest der Welt die Antwort auf der Hand:
Die normalen Bürger, im Einklang mit der Natur, haben das Wechselspiel von “guter” und “böser” Sonne sehr viel schneller begriffen als die ideologisch tunnelblickenden Kampagneros.

Die “gute” Sonne wird nicht nur als wohltuend, entspannend und gesundmachend erlebt, sie ist es auch – weit über die Vitamin D-Bildung durch die UVB-Strahlen hinaus! Und die Wissenschaft gibt den Leuten da recht.
Das ändert nichts daran, dass sich die gleichen Menschen vor der “bösen” Sonnen fürchten. Und auch hier haben sie die Wissenschaft auf ihrer Seite.
Auch dass die “gute” Sonne um ein Vielfaches (eine von der Weltgesundheitsorganisation initiierte Studie behautpet gar um ein 2.000faches) stärker ist als die “bose” Sonne finden sie in wissenschaftlichen Studien bestätigt.

Intuitiv ist den meisten Menschen klar, dass es eine optimale Balance zwischen den zahllosen Gesundheitsvorteilen der Sonne einerseits und den unbestreitbaren Gefahren andererseits gibt. Und sie suchen nach Richtlinien, besser Faustregeln, für dieses Balance.

Statt hier nun den Bürgern mit ausgewogenen und wissenschaftlich haltbaren Ratschlägen über die bestmögliche Nutzung der Sonnenstrahlen zur Hand zu gehen, wird die AAD, wie auch manch andere Dermatologen-Organisation anderswo (in Deutschland etwa die ADP) im nächsten Jahr wieder auf`s  Kampagnen-Pferd steigen, eine neue Attacke in neuer Rüstung mit eingelegter Lanze gegen “gute” und “böse” Sonne gleichermaßen reiten – und scheitern.

Bis zu dem Tag, an dem auch diese Dermatologen gelernt haben, dass es mit der Sonne geht wie etwa mit dem Sex oder der Schokolade: Sie schmeckt herrlich, hellt das Gemut auf und tut etwas für die Gesundheit, aber dann heisst es wieder auf die Linie achten, Adipositas vermeiden – Maß halten eben!

Quelle: Newswise

Die Fülle der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bedeutung der Sonne und des Vitamin D schlägt sich nun auch bei uns immer häufiger in den Empfehlungen und Leitlinien der Ärzte-Organisationen nieder.

So räumen jetzt die neuen Osteoporose-Leitlinie des Dachverbands Osteologie (DVO) dem Sonnenschein-Vitamin eine völlig neue Bedeutung ein für die Vorbeugung der Volkskrankheit Osteoporose.

“Die Bedeutung von Vitamin D für die Knochen ist bisher unterschätzt worden”, so die Göttinger Endokrinologin Prof. Heike Siggelkow bei der Vorstellung der Leitlinien in Wiesbaden. Das Sturzrisiko werde reduziert und darüber hinaus gebe es günstige Effekte auf Immun- und Herz-Kreislaufsystem.

Die neuen Empfehlungen:

  • Tägliche mindestens 30 Minuten Sonne auf Arme und des Gesicht zur Bildung von Vitamin D3 oder
  • die Einnahme von 800 bis 2000 IE Vitamin D3 täglich.

Bei der Einnahme von Vitamin D-Pillen sei es sinnvoll, vorab den Vitamin-D-Spiegel zu messen, so Prof. Siggelkow.

Quelle: ÄrzteZeitung

Leitlinien: www.dv-osteologie.org/osteologe-dvo

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