test_logoInzwischen ist das fast ein gewohntes Bild. Die Stiftung Warentest prüfte 21 Sonnenschutzmittel für Kinder mit dem hohen Lichtschutzfaktor 30 und stellt wieder einmal fest: Billiger ist nicht schlechter. Im Gegenteil. Einige der günstigsten Cremes bekamen die höchsten Rankings, einige der teuersten mussten sich mit den hinteren Plätzen zufrieden geben.

Genauso wichtig allerdings die Warnung der Redaktion, den Lichtschutzfaktor nicht allzu “wörtlich”  zu nehmen, die Sonnenschutzmittel reichlich aufzutragen und in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Tatsächlich wird der Lichtschutzfaktor berechnet auf einer Basis, die angesichts der üblichen Eincreme-Praktiken völlig unrealistisch ist: 2 Milligramm pro Quadratzentimeter (2 mg/cm²). Kaum jemand verwendet eine ganze Packung bei einem Nachmittag am Strand.  Trägt man aber nur, wie das normalerweise geschieht, etwa ein Viertel dieser Menge auf, dann wird aus einem LSF 30-50 plötzlich nur ein LSF von 3-4 – und damit genau der Schutzfaktor, der auch bei einem kontrollierten Vorbräunen im Solarium erreicht wird.

Die Gefahr dabei:
Menschen, die von der Kosmetik-Werbung “gelernt” haben, dass z.B. der Lichtschutzfaktor 30 die sogenannte Eigenschutzzeit – die Zeit, die ich ohne Sonnenbrand ungeschützt an der Sonne verbringen kann – um das Dreissigfache erhöht, holen sich einen Sonnenbrand im Vertrauen auf dieses Schutzversprechen, da sie sich viel zu lange den Sonnenstrahlen aussetzen (s. dazu diesen Beitrag).Für Kinder gilt das ganz besonders, weil Sonnenbrände in der Kindheit eines der bedeutendsten Risikofaktoren für einen Hautkrebs im Erwachsenenalter darstellen.

Repräsentative Studien zeigen daher regelmäßig, dass sich pro Ferien-Saison etwa 40 Prozent der Bevölkerung und bis zu 60 Prozent der Jugendlichen mindestens einen, oft mehrere Sonnenbrände zuziehen.

So kommt es denn auch zu dem paradox erscheinenden Ergebnis, dass die eifrigsten Sonnenschutz-Anwender ein höheres Hautkrebs-Risiko tragen als die “Schutz-Muffel”.

Eine vorgebräunte Haut und ein informierter, angstfreier Umgang mit der Sonne am Strand wie auf dem Balkon ist daher die beste Methode, gleichzeitig die Wohlfühl- und die zahllosen Gesundheitswirkungen der Sonne und des Sonnenschein-Vitamins D  zu geniessen und – durchaus auch mit Hilfe der kostengünstigen Sonnencremes in richtiger Dosierung zur rechten Zeit -  Schäden für die Haut zu vermeiden.

Quelle: Stiftung Warentest

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