Monatsarchiv für Juli 2010

Vitamin D-Mangel kann zur Versteifung der Arterien und damit zum Herzinfark und Schlaganfall führen. Da schwarze Jugendliche weniger Vitamin D als weisse Jugendliche durch die UVB-Strahlen der Sonne in der Haut bilden können, sind sie besonders gefährdet. Mit der Einnahme von 2.000 IE zusätzlich kann dieser Gefahr begegnet werden.

Von den schwarzen Teilnehmern an unserer Studie hatten 95% einen Vitamin D-Mangel, und das im sonnigen Georgia (Südstaat der USA, d. Red)”, berichtet Yanbin Dong, Leiter der Forschungsgruppe am Medical College of Georgia in Augusta. “Wir konnten zeigen, dass Vitamin D-Supplementierung die Gesundheit von Herz und Gefäßen bei schwarzen Teenagern, die nicht genug Vitamin D  durch die Sonne oder die Ernährung bekommen.”

Dies ist die erste klinische Studie mit Vitamin D-Gaben von 2.000 IE bei Jugendlichen.

Die Teilnehmer waren in zwei Gruppen eingeteilt worden. Die eine Gruppe bekam die vom Verband der Kinderärzte empfohlene Dosis von 400 IE, die andere Gruppe 2.000 IE täglich. Es zeigte sich, dass die geringere Dosis, anders als die höhere Dosis, nicht ausreichte, einen angemessenen Vitamin D-Spiegel im Blut zu erreichen und gleichzeitigweder einen ausreichenden Schutz gegen die Versteifung der Arterien zu bieten noch eine Verbesserung des Herz-Kreislauf-Systems .

Quelle: Eurekalert/Biosciencetechnology

Studie: Yanbin Dong, et al., A 16-week randomized clinical trial of 2,000 IU daily vitamin D3 supplementation in black youth: 25-hydroxyvitamin D, adiposity, and arterial stiffness, Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Oktober 2010 (vorab online berichtet)


... zum Palmenstrand

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Assitoaster

Vom Toaster ...

Vom “Assitoaster” zur “Klappkaribik“. Schneller als die meisten Medien, und viel schneller natürlich als die meisten Dermatologen , haben die Jugendlichen den Qualitätssprung der letzten Jahre bei den Solarien bemerkt und “jugendsprachlich” honoriert.

Klappkaribik” ist eines der 30 neuen Begriffe aus der Jugendsprache, die der Langenscheid Verlag auf eine Shortlist für die Wahl des “Jugendworts des Jahres 2010” gesetzt hat.

Ab sofort kann jedermann auf der Website www.jugendwort.de darüber abstimmen, ob er der “Klappkaribik” oder doch lieber der “Änderungsfleischerei” (Klinik für Schönheitschirurgie), dem “Schnitzelhusten” (Schweinegrippe) oder der “Speckbarbie” (aufgetakeltes Mädchen in viel zu enger Kleidung) den Vorzug geben will.

Der “Paradigmenwechsel” vom Turbo-Röster zum Palmenstrand signalisiert sowohl den neuen Modetrend zum “sanften Sonnen” als auch die Wende hin zu Wellness und Gesundheit in der Nutzung der künstlichen Sonnenstrahlen.

Quelle: Pressemeldung Langenscheid

rückenschmerzen / bandscheibenvorfallDie Richtlinien und Empfehlungen für die Vitamin D-Versorgung zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose werden nach und nach weltweit dem neuesten Stand der Forschung angepasst.

Jetzt hat die kanadische Osteoporose-Gesellschaft (Osteoporosis Canada) neue Tageswerte für die Supplementierung mit Vitamin D herausgegeben:

  • 400 bis 1000 IE für Erwachsene unter 50 Jahren ohne Osteoporose,
  • 800 bzw 2000 IE für Ältere.

Bis zu 2.000 IE (25 mcg) könnten, so die Autoren, gefahrlos zugeführt werden. Eine höhere Dosis sollte mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

In den vergangenen zehn Jahren gab es jede Menge aufregende wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema Vitamin D. Daher war es an der Zeit, die Praxis Richtlinien von Osteoporose Canada anzupassen, ” so Prof. David Hanley, der Leitautor der Richtlinien.

Wie in Deutschland (auf den gleichen Breitengraden wir der südliche Teil von Kanada) reicht die UVB-Strahlung der Sonne zwischen Okotber und April auch in Kanada nicht aus, um die Vitamin D-Versorgung sicherzustellen. Nahrungsergänzung oder künstliche Besonnung müssen die Lücken schließen.

Die Autoren der Richtlinien empfehlen dringend die regelmäßige Überprüfung der Vitamin D-Werte im Blut durch den Hausarzt, da jeder Mensch ganz individuelle Voraussetzungen für die Vitamin D-Synthese im Körper mitbringe.

Quelle: Eurekalert

Richtilinien: Hanley et al., Vitamin D in adult health and disease: a review and guideline statement from Osteoporosis Canada, CMAJ. Juli 2010 (onlien vorab)

Urlaubsgeld mit SandstrandWer jetzt im Sommer die täglichen Standard-Warnungen von Dermatologen vor den tödlichen Sonnenstrahlen in den Medien verfolgt und gleichzeitig, wenn auch etwas weniger standardisiert und ritualisiert,  die Klagen der Wissenschaftler und der ärzlichen Nicht-Dermatologen über den keineswegs weniger tödlichen Mangel an Sonnenschein und Sonnenschein-Vitamin D liest, den juckt es, darüber eine Satire zu schreiben.  Rein in die Sonne, raus aus der Sonne – ja was denn nun?

Jetzt hat sich – leider nur im fernen Amerika – endlich ein bekannter Journalist und Satiriker, Harmon Leon, daran gemacht, das Rätsel der dermatologischen “Sonnenschein-bringt-uns-um-Botschaft”, wie er es nennt, zu lösen. Und zwar mit der klassischen Fragen: Wer profitiert davon? Wer hat ein Interesse an der so erzeugten “Sonnen-Panik”?

Da die Antwort am besten an der Quelle zu finden sein würde, ging Leon in den journalistischen Untergrund, sozusagen, nämlich als Patient in eine Reihe dermatologischer Praxen in seiner Heimatstadt San Franzisko. Mystery Shopping heisst das Verfahren auch im Neu-Deutschen und wird mit nie versagendem Erfolg auch bei uns  von “Enthüllungsreportern” angewendet, wenn es um die Anklage gegen die künstliche Besonnung in Sonnenstudios geht.

Anders als RTL oder BILD bei uns, die gelegentlich Mühe haben, die dramaturgisch passende “Brezelbude” (ähnlich wie bei Restaurants, Auto-Werkstätten oder öffentlichen Toiletten gibt es auch unter den Solarienbetreibern etliche Ausreisser nach unten) zu entdecken , wurde Leon schon bei seinen ersten Besuchen fündig: Die Wort und Ton-Protokolle seiner Besuche verführen zu ungehemmten Heiterkeitsausbrüchen. Aber das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Hier wird mit Entsetzen Spott getrieben.

Mit ein wenig Dramatisierung, phantasievollen Statistik-Hinweisen und schnell konstruierten Begründungen werden irritierende Muttermale zu Melanome “aufgewertet”, auf Kassen-Kosten und Statistik-wirksam entfernt (der “schwarze” Hautkrebs gilt als eine der häufigsten Krebs-Fehldiagnosen, JNCI Journal of the National Cancer Institute 2010 102(9):605-613). In allen Fällen, mit einer einzigen Ausnahme, wurde Leon eindringlich ermahnt, im Freien immer Sonnencremes mit hohem LSF aufzutragen und vor allem die lebensgefährlichen Solarien zu meiden. Phototherapie, ebenfalls UV-Bestrahlung,  dagegen sei eine gute Sache.

Keiner der besuchten Ärzte erwähnte die Tatsache, dass Sonnenschutzmittel nachweislich nicht vor Melanoma schützen, noch dass Vitamin D-Mangel durch Vermeiden oder Blocken von Sonnenstrahlen weit mehr Schaden anrichtet als die UV-Strahlen – selbst bei unvernünftiger Anwendung, noch dass die Neuerkrankungen an “schwarzem” Hautkrebs nur “statistisch” und nur bei den Älteren ansteigen und die Todesfälle seit Jahrzehnten eher abnehmen etc. etc.

Leon`s Erklärung dieses Phänomens: “In dieser zu Panikattacken neigenden Gesellschaft profitiert die kosmetische Dermatologie davon, dass überAngst-betriebene Pipelines Patienten in die Praxen gespült werden…Die dermatologische Industrie hat sich in ihre Sandkasten-Ecke verkrochen, um nicht die wissenschaftliche Realität einer ausgewogenen Botschaft akzeptieren zu müssen: Sonnenschutz im Licht der Forschung, die völlig eindeutig die Notwendigkeit regelmäßiger Besonnung aufzeigt.”

Quelle: Harmon Leon: Is Profit Behind Dermatology’s ‘Sun Scare’ Message? Huffington Post, 13. Juli, 2010

in balance

Mit dem Sonnenschein-Vitamin D geht`s dem Darm gut! Abbildung: Fotolia

Ein appetitliches Thema ist das nicht, wohl aber ein erstaunliches:  Vitamin D, das Sonnenschein-Vitamin, ist verantwortlich für die Steuerung und den richtigen Einsatz der Billionen von Mikroben in unserem Verdauungstrakt, schön umschrieben als Darmflora, die für uns die Verarbeitung unserer täglichen Nahrung und die Abwehr gefährlicher Bakterien erledigen.

Dieser überraschenden Tatsache kamen Forscher  an der US-Universität von Rochester auf die Spur bei ihren Studien zu Erkrankungen und vor allem der chronischen Entzündung des Darms, wie etwa dem Morbus Crohn.

Die Wissenschaftler beobachteten in Laborversuchen, wie die Vitamin D-Rezeptoren im Darm auf die „Herausforderung“ etwa durch Salmonellen mit schlagartig verstärkter Aktivität reagierten. Vitamin D-Rezeptoren sind sozusagen die „Türhüter“ am Eingangstor von Zellen.

Die Vitamin D-Rezeptoren nehmen, als eine Art Darmpolizei, den Hauptübeltäter bei Entzündungen im Darm, das sogenannte NF-Kappa B Molekül, fest und machen es so unschädlich.

Mit den meisten Bakterien in unserem Darm leben wir in friedlicher Koexisitenz“, so die Forschungsleiterin und Mikrobiologin Jun Sun. „Sie helfen uns bei der Verdauung und wir stellen ihnen dafür Wohnraum und Nahrung zur Verfügung. Aber es gibt eben Ausnahmen, über die wir noch viel zu wenig wissen.“

Vorläufig also sind wir noch ganz auf die Polizei-Arbeit des Sonnenschein-Vitamins in dem dunklen Mikroben-Getümmel in unserem Darm angewiesen.

Quelle: Eurekalert

Studie: J. Sun et al., Vitamin D Receptor Negatively Regulates Bacterial-Stimulated NF-{kappa}B Activity in Intestine, American Journal of Pathology, online vorab veröffentlicht 21. Juni 2010.

fvs-frau-am-felsen-strand-stehendSonnen senkt das Diabetes 2-Risiko. Frauen mit häufigem, bewussten Aufenthalt an der Sonne erkranken um ein Drittel weniger an Diabetes als Frauen mit weniger aktivem Sonnen-Aufenthalt.

Forscher vom Karolinska Institut, Stockholm und der Universität von Lund in Südschweden befragten in den Jahren von 1990-92  40.000 Frauen im Alter von 25 bis 64 nach ihren Gewohnheiten im Umgang mit Sonne und Aufenthalt im Freien.  Bei einer zweiten Befragung elf Jahre später glichen die Wissenschaftler die Sonnen-Gewohnheiten mit den inzwischen eingetretenen Diabetes-Erkrankungen ab und kamen zu dem Ergebnis, dass die Frauen mit “aktiver Sonnen-Exposition” ihr Risiko, an Diabetes zu erkranken, um 30 Prozent senken konnten. Allerdings galt das deutlich weniger für übergewichtige Frauen (BMI).

In der Zusammenfassung bestätigen die Autoren: “Unsere Untersuchungen belegen einen deutlichen Zusammenhang von Besonnung und Glukose-Metabolismus“.

Über ähnliche Forschungen aus jüngster Zeit haben wir hier berichtet.

Quelle: PubCrawler

Studie: Pelle G. Lindqvist et al.,  Are active sun exposure habits related to lowering risk of type 2 diabetes mellitus in women, a prospective cohort study? Diabetes Research and Clinical Practice,  vorab online veröffentlicht  8. Juli 2010

Je besser die Versorgung mit den Sonnenschein-Vitamin D, desto geringer das Risiko, an der Parkinson`schen Krankheit zu erkranken.

In einer Langzeitstudie untersuchten finnische Forscher die Auswirkungen des Vitamin D-Mangels mit dem chronischen Dopamin-Verlust, der diese “Schüttellähmung” verursacht. Die Wissenschaftler vom National Institute for Health and Welfare, Helsinki, Finland, unter Leitung von Paul Knekt, untersuchten 3.173 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die bei Beginn der Studie im Jahr 1978 noch keine Parkinson-Symptome aufwiesen. 30 Jahre später hatten 50 Teilnehmer einen Parkinson entwickelt.

Die Teilnehmer mit den höchsten Vitamin D Werten im Blut litten zu 67 Prozent seltener an der Krankheit als die Probanden im unteren Viertel der Vitamin D-Versorgung.

Trotz des allgemein niedrigen Vitamin D-Spiegels von weniger als der Hälfte der optimalen Dosis von 75-80 nmol/l im sonnenarmen Finnland zeigte sich eine eindeutige Beziehung zwischen der Vitamin D-Dosis und dem Auftreten der Krankheit.

Unsere Ergebnisse belegen die Vermutung, dass chronischer Vitamin D-Mangel ein Risikofaktor für die Parkinson`schen Krankheit darstellt.”

In einer klinischen Pilotstudie wird jetzt an der Emory University in Atlanta, USA, der Einsatz von Vitamin D als Therapie gegen den Parkinson getestet.

Quelle: JamaMedia.org

Studie: Paul Knekt et al., Serum Vitamin D and the Risk of Parkinson Disease, Archives of  Neurology 2010;67[7]:808-811

Editorial: M.L. Evatt, Beyond vitamin status: is there a role for vitamin d in Parkinson disease? Arch Neurol. 2010 Jul;67(7):795-7

Vitamin D-Pionier Prof. Anthony Norman

Vitamin D-Pionier Prof. Anthony Norman

Zwei Drittel der Weltbevölkerung und immerhin noch mehr als die Hälfte der Menschen in USA leiden unter einem akuten Vitamin D-Mangel – trotz Nahrungsergänzung bei Milch, Cornflakes und Orangensaft und ähnlichem. Laut RKI ist die Situation in Deutschland ähnlich kritisch (die Daten hier, hier und hier).

Mit dieser Feststellung unterstreicht einer der Pioniere der Vitamin D-Renaissance, Prof. Anthony Norman,  die Notwendigkeit,  die Richtlinien für die Vitamin D-Zufuhr durch die Sonne oder durch Nahrungsergänzung zu ändern bis zum Zehnfachen der derzeit geltenden Richtwerte etwa in USA oder Deutschland.

Es besteht inzwischen weitgehend Übereinstimmung unter den Wissenschaftlern darüber, die tägliche Vitamin D-Zufuhr auf 2.000 bis 4.000 IE (Internationale Einheiten) bei Erwachsenen zu erhöhen,” so Prof. Norman. “Das kann problemlos durch eine Kombination von Sonnenstrahlen, Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzung sowie den mäßigen Gebrauch von Solarien erreicht werden.” (Übers. d. Red.)

Trotz der Fülle von wissenschaftlichen Nachweisen über die Wirkung und Wirksamkeit des Sonnenschein-Vitamins D  – 2.400 Studien erschienen allein im Jahr 2009 – bleibe viel zu tun. “Die Vorteile für das gesamte Gesundheitssystem rechtfertigen eine gezielte Forschungsförderung auch durch die Regierungen.”

Quelle: Science Daily/University of California – Riverside/Endocrine today

Die Kontrolle des Blutzuckers hängt nicht zuletzt ab von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D. Sonnen- und Vitamin D-Mangel spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Diabetes 2. Gleich drei Studien aus den vergangenen Wochen belegen diesen Zusammenhang.

Ein Forscherteam der Universitäten Harvard, Tufts und Boston werteten Daten der Framingham Offspring Studie über einen Zeitraum von sieben Jahren aus. Bei 132 Teilnehmern wurde in dieser Zeit eine Diabetes 2 diagnostiziert. Im Vergleich zu dem Drittel der Teilnehmer mit dem niedrigsten Vitamin D-Spiegel im Blut zu Beginn der Untersuchung hatten die Teilnehmer im oberen Drittel der Vitamin D-Versorgung ein um 40 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko. Dabei waren alle bekannten Risikofaktoren für Diabetes 2 ausgeschlossen worden.

Entsprechend die Schlussfolgerung der Forscher: “Unsere Ergebnisse belegen die Verbindung eines niedrigeren Diabetes-Risikos mit einem höheren Vitamin D-Status. Die optimale Versorgung mit Vitamin D sollte eine der Strategien sein, künftige Diabetes 2 Erkrankungen zu verhindern.”

Ähnlich die Ergebnisse einer Studie an der Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, USA, wo ein Team unter Leitung der Endocrinologin Prof. Esther Krug 124 Patienten im Alter zwischen 36 und 89 Jahren mit Diabetes 2 über fünf Jahre auf ihren Vitmain D-Spiegel untersuchten. Nicht weniger als 91 Prozent litten unter einem deutlichen Vitamin D-Mangel (weniger als 15 ng/ml) oder zumindest einer Unterversorgung (15-31 ng/ml). Ein niedrigerer Vitamin D-Wert ging einher mit einer geringeren Fähigkeit der Blutzuckerregulierung und einem höheren Blutzuckerspiegel.

Nach den Ergebnissen unserer Studie spielt die Vitamin D-Versorgung eine wichtige Rolle bei der Entsteheung von Diabetes 2“, so Prof. Krug bei der Präsentation zum Jahreskongress der US-Endokrinologen in San Diego. Und ihr Appell an die Hausärzte: “Die Kontrolle und die Verbesserung des Vitamin D-Spiegels in der Erstversorgung könnte die Erfolge bei der Bekämpfung dieses weit verbreiteten Leidens wesentlich steigern.

Eine völlig andere Perspektive aber ähnliche Resultate bietet eine dänische Langzeitstudie. Danach verdoppeln sich die Überlebenschancen bei Folgeerkrankungen von Diabetes 2, insbesondere bei den häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit ausreichender Vitamin D- Versorgung im Vergleich zu drastischen Vitamin D-Defizit (<13,9 nmol/l). Auch wenn die üblichen Risikofaktoren für Herz-Keislauf- und Gefäßerkrankungen ausgeschlosssen wurden, blieb das Ergebnis unverändert.

Die Studie hatte 289 Diabetes-Patienten über durchschnittlich 15 Jahre begleitet.

Die Autoren warnen allerdings vor voreiligen Schlüssen: “Ob die regelmäßige Vitamin D-Supplementierung tatsächlich die Überlebensprognose wesentlich verbessern würde, muss erst noch in klinischen Studien nachgewiesen werden.”

Gilt das auch für Diabetes 1?

Während der Zusammenhang von Diabetes 2 mit Sonne und Vitamin D relativ gut gesichert ist, sind bei Diabetes 1 mehr Fragen offen.

In einer umfassenden Review-Studie wertet Prof. E. Hyppönen vom UCL Institute of Child Health, London, die bisher erschienen Studien aus: Unter ganz verschiedenen Ansätzen und Methoden sei dieser Zusammenhang belegt und die biologische Wirkweise plausibel.

Studien:
1. Paul F Jacques et al., Predicted 25-hydroxyvitamin D score and incident type 2 diabetes in the Framingham Offspring Study, American  Journal of  Clinical  Nutrition, April 14, 2010

2. Quelle: Eurekalert/Science Daily – Bericht vom Jahreskongress der US-Endokrinologen

3. Christel Joergensen et al.,  Vitamin D levels and mortality in type 2 diabetesDiabetes Care, online vorab veröffentlicht6. Juli 2010.

4.  E. Hyppönen, Vitamin D and increasing incidence of type 1 diabetes-evidence for an association? Diabetes, Obesity & Metabolism 2010 Sep;12(9):737-43

SunblockerWenn Sonnenmilch in die Haut einzieht, gelangen chemische Stoffe in die unteren Hautschichten und erzeugen einen zerstörerischen Überschuss an “Freien Radikalen” und erhöhen damit die Hautkrebsgefahr. Als Schutz gedacht gegen Hautschäden und Hautkrebs werden die Sonnenschutzmittel selbst zum Auslöser.

Über Jahrzehnte hat die Kosmetikindustrie profitiert von der künstlich erzeugten Sonnenangst. Kam der Sommer, brachen sämtliche Medien unisono in Warnungen vor der “bösen” Sonne aus.

Die Botschaft: Abwehr der Sonnenstrahlen mit allen Mitteln bei Strafe massenhafter Krebserkrankungen.

Das Ergebnis: Ein epidemischer Mangel an einem der wichtigsten Mikro-Nahrungsmitteln, dem Vitamin D, “Sonnenschein-Vitamin” genannt, weil es durch die UVB-Strahlen der Sonne über die Haut erzeugt wird, und -  ständig steigende Hautkrebszahlen, auch und sogar verstärkt bei den Menschen, die sich regelmäßig durch Sonnenschutzmittel vor den Strahlen der Sonne schützen und das Solarium meiden.

Forscher an der University of California, Riverside, haben jetzt einen der Gründe für diese überraschende Entwicklung entdeckt:
Die auch in Deutschland für Sonnenmilch zugelassenen UV-Filter Octylmethoxycinnamat, Benzophenon-3 und Octocrylen dringen schnell in tiefere Hautschichten ein. Nicht nur die oberen Hautschichten verlieren bald den Sonnenschutz. Wichtiger noch: Die UV-Filter produzieren in den tieferen Hautschichten hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die sogenannten Freien Radikalen. In anderen Worten, statt vor Hautalterung und Hautkrebs zu schützen, produzieren sie genau den oxydativen Stress, der zu Hautalterung und Hautkrebs führen kann.

Je länger die Sonnenmilch auf der Haut verbleibt und in die Haut eindringen kann, desto desto stärker steigert sich dieser negative Effekt. Schon nach einer Stunde am Strand mit Sonnenmilch, die die genannten Chemikalien enthält, sind die Schäden für die Haut größer als wenn die Haut ungeschützt den Sonnenstrahlen ausgesetzt wäre.

Ahnungslose Sonnenbader, die dem Schutz der Sonnenmilch und den angegebenen Lichtschutz-Faktoren vertrauen, verlieren also gleich an zwei Fronten:  Sie verlieren den Gesundheitsschutz des “Sonnenschein-Vitamins” und geraten gleichzeitig
unbemerkt über die Grenze zwischen der “guten”, vitalisierenden und gesunden Sonne und der Haut- und DNA-schädigenden “bösen” Sonne.

Die Lösung dieses Dilemmas ist einfach: Mäßiger Genuss der Sonnenstrahlen – gerade auch in der Mittagszeit – weit unterhalb der Sonnenbrandschwelle, dann eincremen mit Sonnenschutzmitteln möglichst ohne solche Chemikalien und Nanopartikel, die tief in die Haut einziehen – und schließlich: ab in den Schatten! Gesunde Haut, sanfte Bräune und Schutz vor vielen chronischen Krankheiten sind Belohnung solch vernünftigen Verhaltens.

K.M. Hanson et al., Sunscreen enhancement of UV-induced reactive oxygen species in the skin, Free Radic Biol Med.;41(8):1205-12

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