Die Kontrolle des Blutzuckers hängt nicht zuletzt ab von einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D. Sonnen- und Vitamin D-Mangel spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Diabetes 2. Gleich drei Studien aus den vergangenen Wochen belegen diesen Zusammenhang.

Ein Forscherteam der Universitäten Harvard, Tufts und Boston werteten Daten der Framingham Offspring Studie über einen Zeitraum von sieben Jahren aus. Bei 132 Teilnehmern wurde in dieser Zeit eine Diabetes 2 diagnostiziert. Im Vergleich zu dem Drittel der Teilnehmer mit dem niedrigsten Vitamin D-Spiegel im Blut zu Beginn der Untersuchung hatten die Teilnehmer im oberen Drittel der Vitamin D-Versorgung ein um 40 Prozent niedrigeres Erkrankungsrisiko. Dabei waren alle bekannten Risikofaktoren für Diabetes 2 ausgeschlossen worden.

Entsprechend die Schlussfolgerung der Forscher: “Unsere Ergebnisse belegen die Verbindung eines niedrigeren Diabetes-Risikos mit einem höheren Vitamin D-Status. Die optimale Versorgung mit Vitamin D sollte eine der Strategien sein, künftige Diabetes 2 Erkrankungen zu verhindern.”

Ähnlich die Ergebnisse einer Studie an der Johns Hopkins University School of Medicine, Baltimore, USA, wo ein Team unter Leitung der Endocrinologin Prof. Esther Krug 124 Patienten im Alter zwischen 36 und 89 Jahren mit Diabetes 2 über fünf Jahre auf ihren Vitmain D-Spiegel untersuchten. Nicht weniger als 91 Prozent litten unter einem deutlichen Vitamin D-Mangel (weniger als 15 ng/ml) oder zumindest einer Unterversorgung (15-31 ng/ml). Ein niedrigerer Vitamin D-Wert ging einher mit einer geringeren Fähigkeit der Blutzuckerregulierung und einem höheren Blutzuckerspiegel.

Nach den Ergebnissen unserer Studie spielt die Vitamin D-Versorgung eine wichtige Rolle bei der Entsteheung von Diabetes 2“, so Prof. Krug bei der Präsentation zum Jahreskongress der US-Endokrinologen in San Diego. Und ihr Appell an die Hausärzte: “Die Kontrolle und die Verbesserung des Vitamin D-Spiegels in der Erstversorgung könnte die Erfolge bei der Bekämpfung dieses weit verbreiteten Leidens wesentlich steigern.

Eine völlig andere Perspektive aber ähnliche Resultate bietet eine dänische Langzeitstudie. Danach verdoppeln sich die Überlebenschancen bei Folgeerkrankungen von Diabetes 2, insbesondere bei den häufig auftretenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit ausreichender Vitamin D- Versorgung im Vergleich zu drastischen Vitamin D-Defizit (<13,9 nmol/l). Auch wenn die üblichen Risikofaktoren für Herz-Keislauf- und Gefäßerkrankungen ausgeschlosssen wurden, blieb das Ergebnis unverändert.

Die Studie hatte 289 Diabetes-Patienten über durchschnittlich 15 Jahre begleitet.

Die Autoren warnen allerdings vor voreiligen Schlüssen: “Ob die regelmäßige Vitamin D-Supplementierung tatsächlich die Überlebensprognose wesentlich verbessern würde, muss erst noch in klinischen Studien nachgewiesen werden.”

Gilt das auch für Diabetes 1?

Während der Zusammenhang von Diabetes 2 mit Sonne und Vitamin D relativ gut gesichert ist, sind bei Diabetes 1 mehr Fragen offen.

In einer umfassenden Review-Studie wertet Prof. E. Hyppönen vom UCL Institute of Child Health, London, die bisher erschienen Studien aus: Unter ganz verschiedenen Ansätzen und Methoden sei dieser Zusammenhang belegt und die biologische Wirkweise plausibel.

Studien:
1. Paul F Jacques et al., Predicted 25-hydroxyvitamin D score and incident type 2 diabetes in the Framingham Offspring Study, American  Journal of  Clinical  Nutrition, April 14, 2010

2. Quelle: Eurekalert/Science Daily – Bericht vom Jahreskongress der US-Endokrinologen

3. Christel Joergensen et al.,  Vitamin D levels and mortality in type 2 diabetesDiabetes Care, online vorab veröffentlicht6. Juli 2010.

4.  E. Hyppönen, Vitamin D and increasing incidence of type 1 diabetes-evidence for an association? Diabetes, Obesity & Metabolism 2010 Sep;12(9):737-43

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