Der Traum von der perfekten, gleichmäßigen Ganzkörper-Bräune ist ausgeträumt.

Ausgerechnet Forscher aus Schottland, dem Land mit den meisten keltischen Hauttyp-1-Bewohnern, sind für diese Nachricht verantwortlich. Und nicht die schlappe Rache von neidischen Leuten, die ja ohnehin nicht bräunen, sondern tatsächlich harte Wissenschaft steckt hinter dieser Botschaft.

Die Wissenschaftler um den Dermatologen Prof. Jonathan Rees von der Universität Edinburgh konnten bei einem Experiment mit 98 Teilnehmern nachweisen, dass unterschiedliche Stellen des Körpers unterschiedlich bräunen und folglich ganz unterschiedlich besonnt werden müssten, um nahtlose Bräune zu erzeugen.
Wir haben nicht wirklich eine Haut oder einen Hauttyp sondern mehrere in den verschiedenen Haut-Regionen unseres Körpers, die unterschiedlich auf UV-Strahlen reagieren“, so Rees.

Die Teilnehmer waren in sechs Besonnungs-Sitzungen mit UVB-Bestrahlung auf dem Bauch liegend gleichmäßig besonnt worden. Aber schon eine Woche nach der ersten Bestrahlung stellten die Forscher fest, dass der Rücken sehr viel brauner geworden war als der Hintern und die Beine.

Wenn die Sonne gleichmäßig auf verschiedene Körperteile scheint, entwickelt sich die Bräune an einigen Stellen doppelt so schnell und intensiv wie an anderen. Bei der Hautrötung beträgt der Unterschied sogar 1:5. Was an der einen Stelle noch mäßige Besonnung ist, kann an einer anderen Stelle schon Sonnenbrand bedeuten.”

Die Wissenschaftler führen diese Unterschiede auf die unterschiedliche Dicke der Haut an den verschiedenen Körperstellen zurück.  Zwar hätten die Ausgangsbräune der Haut, Erbfaktoren, Geschlecht und der Hauttyp neben der Bestrahlungsstärke und der Körperregion einen Einfluss auf die Bräunung, aber bei einer Einbeziehung der Hautrötung seien lediglich noch die UV-Dosis und die Körperregion von Bedeutung.

Die ernste Seite dieses Experiments ist die Einsicht, dass es einen einfachen Sonnenschutz für den gesamten Körper nicht geben kann. Die Sonnenbrandgefahr ist bei verschiedenen Stellen der Haut sehr unterschiedlich. Faustregeln für einen gesunden Aufenthalt an der Sonne seien daher wertlos.

Die unterschiedliche Empfindlichkeit der Haut sei, so glauben die Forscher, auch verantwortlich dafür, dass bestimmte Hautschäden bis hin zum Hautkrebs an bestimmten Stellen häufiger auftreten als an anderen.

Quelle: Eurekalert

Studie: Jonathan L. Rees et al.,  The physiological and phenotypic determinants of human tanning measured as change in skin colour following a single dose of ultraviolet B radiationExperimental Dermatology, Volume 19 Issue 7, Pages 667 – 673

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben