Monatsarchiv für August 2010

Ausreichende Versorgung mit Vitamin D, dem Sonnenschein-Vitamin, kann für Mukoviszidose-Patienten überlebenswichtig werden.

Bei Vitamin-D-Mangel reagieren Asthma- und Mukoviszidose-Kranke besonders heftig auf einen weit verbreiteten Schimmelpilz, der bei Gesunden kaum allergische Reaktionen hervorruft: Aspergillus fumigatus. Für die Kranken aber kann der Pilz zu einer tödlichen Bedrohung werden.

Forscher am Health Sciences Center in New Orleans verglichen zwei Gruppen von Mukoviszidose-Patienten, die den Pilz trugen: Ein Teil der Probanden hatte allergisch auf den Pilz reagiert, die andere Gruppe dagegen nicht.

Dabei stellte sich heraus, dass die Vitamin-D-Versorgung eine ausschlaggebende Rolle spielte:
Je höher der Vitamin D-Spiegel im Blut desto geringer das Vorkommen eines Proteins, das die allergische Reaktion auslösen kann, und um so höher die Bildung von Eiweissen, die die überschießenden Immunreaktionen bremsen.

«Unsere Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass Vitamin D auf breiter Front zur menschlichen Gesundheit beiträgt», so der Leiter der Forschungsgruppe, Prof. Jay Kolls.

In einer klinischen Studie soll nun der Einsatz von Vitamin D zur Vorbeugung dieser allergischen Reaktionen getestet werden.

(Zum Thema Sonne, Vitamin D und Atemwege haben wir in der Vergangenheit häufiger berichtet: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier).

Ausführlichen infos auch hier: www.OnMeda.de/krankheiten/asthma.html

Quelle: curado.de

Studie:  J.L. Kreindler et al., Vitamin D3 attenuates Th2 responses to Aspergillus fumigatus mounted by CD4+ T cells from cystic fibrosis patients with allergic bronchopulmonary aspergillosis, Journal of Clinical Investigation,  16. Aug 2010 (online vorab veröffentlicht)

Kinder und Jugendliche sind eine “Problemgruppe” bei der Versorgung mit dem Sonnenschein-Vitamin D. Nicht nur die Studien zum Vitamin D-Mangel weltweit sondern immer häufiger auch Detailstudien über den Zusammenhang von Sonnen-/Vitamin D-Mangel und einzelnen Krankheiten bei jungen Menschen bestätigen diese Einschätzung.

In den vergangenen Wochen sind ein halbes Dutzend solcher Studien erschienen. Zwei davon behandeln ein weit verbreitetes Problem bei Kindern und Jugendlichen: Atemwegserkrankungen, Allergien, Enzündungen, Asthma.

Gleichzeitig fordern die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die Vitamin D Versorgung von Kindern mit Asthma regelmäßig zu kontrollieren. Kinder mit geringem bis mittelschwerem Asthma seien stärker gefährdet, Asthmaanfälle zu erleiden, wenn sie einen Mangel an Vitamin D aufwiesen.

50 Prozent mehr Asthma-Anfälle bei Vitamin D-Mangel

Forscher am Brigham and Women’s Hospital, Boston, USA, hatten 1024 Kinder mit leichtem bis mittelschwerem Asthma auf ihren Vitamin-Spiegel im Blut getestet und dann über einen Zeitraum von vier Jahren der Fortgang der Krankheit, Einlieferung in eine Klinik oder eine Notfall-Behandlung beobachtet. 35 Prozent der Kinder hatten einen ausgeprägten Vitamin D-Mangel.

Die Kinder mit niedrigem Vitamin D-Spiegel (<30 ng/ml) hatten ein um 50 % erhöhtes Risiko, einen Asthma-Anfall zu erleiden, der in der Klinik oder einer Notfallstation behandelt werden musste.

Je besser der Vitamin D-Spiegel desto weniger Medikamente nötig

In einer weiteren Studie mit 100 Asthma-kranken Kindern untersuchten Wissenschaftler vom National Jewish Health Institut in Denver, Colorado, USA, den Zusammenhang von Vitamin D-Status und der Entwicklung der Krankheit, insbesondere unter Kortison-Therapie.  Auch hier war das Ergebnis eindeutig:

Alle Tests und Messwerte für entzündliche und allergene Asthma-Reaktionen verbesserten sich mit steigenden Vitamin D-Werten. Je höher der Vitamin D-Spiegel, desto geringer auch die benötigten Kortison-Mengen. Der Wirkungsgrad der Medikamente steigerte sich mit zunehmender Vitamin D-Versorgung.

Quelle: PubMed

Studien:
J.M. Brehm et al. (Childhood Asthma Management Program Research Group und weitere 258 Mitautoren),  Serum vitamin D levels and severe asthma exacerbations in the Childhood Asthma Management Program study, Journal of Allergy and  Clinical Immunology. 2010 Jul;126(1):52-8.e5

D.A. Searing et al., Decreased serum vitamin D levels in children with asthma are associated with increased corticosteroid use, Journal of Allergy and  Clinical Immunology, 2010  May;125(5):995-1000

Drei weitere Studien zu diesem Thema – mit besonderem Akuent auf Unterschiede der Rassen/Ethnien:

Freishtat RJ et al., High prevalence of vitamin D deficiency among inner-city African American youth with asthma in Washington, DC. J Pediatr 2010 Jun; 156:948

Dong Y et al., Low 25-hydroxyvitamin D levels in adolescents: Race, season, adiposity, physical activity, and fitness, Pediatrics 2010 Jun; 125:1104.

Brehm JM et al., Serum vitamin D levels and markers of severity of childhood asthma in Costa Rica, Am J Respir Crit Care Med 2009 May 1; 179:765

In einem ausführlichen Interview auf dem Blog “Netzwerk Frauengesundheit” begründet der Photomediziner und Lichtbiologe Dr. Alexander Wunsch seine Auffassung von der Überlegenheit der überlegenen präventiven und therapeutischen Kraft der Sonne und der natürlichen Anpassungen des menschlichen Körpers an die wechselnden “Anforderungen” der Sonnenstrahlen über die “chemischen” Formen z.B. von Sonnenschutz – bei vernünftigem Sonnen im Freien und im Solarium.

Die derzeitige Regulierungswut – ausgelöst von den Angstkampagnen um Sonne und Hautkrebs – kritisiert er als konterproduktiv und im Endeffekt schädlich für die Gesundheit der Bevölkerung.

Alexander Wunsch ist Humanmediziner und Lichttherapeut. Seine Tätigkeitsfelder und Forschungsinteressen sind die Geschichte der Lichtbiologie, Lichtwirkung auf Zellebene sowie die Photoendokrinologie und Anwendung der Photomedizin beim Menschen. Er ist Mitglied der deutschen Lichttechnischen Gesellschaft (LiTG) und Lehrbeauftragter für den Themenbereich “Light and Health” im internationalen Studiengang “Architectural Lighting Design” der Hochschule Wismar.

Quelle: Netzwerk-Frauengesundheit

Beim Pilz wird das "Sonnenschein-" zum "Blitz-Vitamin"

Der Pilz braucht nur einen Blitz, wo der Mensch ein ganzes Sonnenbad benötigt: Die tägliche Vitamin D-Dosis wird in modernen Produktionsstätten dem Champignon durch UV-Blitze von zwei Millisekunden aus einer Xenonlampe zugeführt. Je höher der Vitamin D-Gehalt sein soll, desto mehr Blitze sind notwendig. Eine Art Turbo-Pilz-Solarium.

Theoretisch könnte der Mensch damit seinen Vitamin D-Bedarf aus Champignons bestreiten. Tatsächlich sind die Pilze die einzigen Pflanzen, die einen nennenswerten Beitrag zum Vitamin D-Haushalt des Menschen leisten können.

Die Champignon-Farmer hatten mit der zunehmenden “Popularität” des Sonnenschein-Vitamins in der UV-Bestrahlung der Pilze ein überzeugendes Marketing-Instrument entdeckt. Es reicht aus, die Pilze nach der Ernte in der Sortieranlage zu bestrahlen, um ihren Vitamin D-Gehalt zu erhöhen. Allerdings handelt es sich hier umd das weniger wirkungsvolle Vitamin D2.

Aber erst die großen Frucht-Konzerne entwickelten die blitz-schnelle Methode der Anreicherung ihrer Produkte.

Pflanzenpathologe Gary Schroeder, “Pilzdirektor” eines dieser Konzerne, dazu: “Das ist so, als würde man die Pilze länger in die Sonne halten.” Wie lange, verrät er nicht. Vermutlich reicht dem Champignon, wie dem Menschen, eine 10-15minütige Ganzkörperbesonnung im Sommer zur Mittagszeit (unterschiedliche Hauttypen scheint es bei den Pilzen nicht zu geben), um sich die optimale Dosis einzuverleiben. Mit Blitz geht`s schneller – aber nur beim Champignon!

Quelle: fruchtportal.de

Der Traum von der perfekten, gleichmäßigen Ganzkörper-Bräune ist ausgeträumt.

Ausgerechnet Forscher aus Schottland, dem Land mit den meisten keltischen Hauttyp-1-Bewohnern, sind für diese Nachricht verantwortlich. Und nicht die schlappe Rache von neidischen Leuten, die ja ohnehin nicht bräunen, sondern tatsächlich harte Wissenschaft steckt hinter dieser Botschaft.

Die Wissenschaftler um den Dermatologen Prof. Jonathan Rees von der Universität Edinburgh konnten bei einem Experiment mit 98 Teilnehmern nachweisen, dass unterschiedliche Stellen des Körpers unterschiedlich bräunen und folglich ganz unterschiedlich besonnt werden müssten, um nahtlose Bräune zu erzeugen.
Wir haben nicht wirklich eine Haut oder einen Hauttyp sondern mehrere in den verschiedenen Haut-Regionen unseres Körpers, die unterschiedlich auf UV-Strahlen reagieren“, so Rees.

Die Teilnehmer waren in sechs Besonnungs-Sitzungen mit UVB-Bestrahlung auf dem Bauch liegend gleichmäßig besonnt worden. Aber schon eine Woche nach der ersten Bestrahlung stellten die Forscher fest, dass der Rücken sehr viel brauner geworden war als der Hintern und die Beine.

Wenn die Sonne gleichmäßig auf verschiedene Körperteile scheint, entwickelt sich die Bräune an einigen Stellen doppelt so schnell und intensiv wie an anderen. Bei der Hautrötung beträgt der Unterschied sogar 1:5. Was an der einen Stelle noch mäßige Besonnung ist, kann an einer anderen Stelle schon Sonnenbrand bedeuten.”

Die Wissenschaftler führen diese Unterschiede auf die unterschiedliche Dicke der Haut an den verschiedenen Körperstellen zurück.  Zwar hätten die Ausgangsbräune der Haut, Erbfaktoren, Geschlecht und der Hauttyp neben der Bestrahlungsstärke und der Körperregion einen Einfluss auf die Bräunung, aber bei einer Einbeziehung der Hautrötung seien lediglich noch die UV-Dosis und die Körperregion von Bedeutung.

Die ernste Seite dieses Experiments ist die Einsicht, dass es einen einfachen Sonnenschutz für den gesamten Körper nicht geben kann. Die Sonnenbrandgefahr ist bei verschiedenen Stellen der Haut sehr unterschiedlich. Faustregeln für einen gesunden Aufenthalt an der Sonne seien daher wertlos.

Die unterschiedliche Empfindlichkeit der Haut sei, so glauben die Forscher, auch verantwortlich dafür, dass bestimmte Hautschäden bis hin zum Hautkrebs an bestimmten Stellen häufiger auftreten als an anderen.

Quelle: Eurekalert

Studie: Jonathan L. Rees et al.,  The physiological and phenotypic determinants of human tanning measured as change in skin colour following a single dose of ultraviolet B radiationExperimental Dermatology, Volume 19 Issue 7, Pages 667 – 673

Sonne und Solarium “erholen” sich allmählich von 40 Jahren “feindlicher Propaganda” von “interessierter Seite”. Dazu bedurfte es einer überwältigenden Fülle wissenschaflticher Publikationen (allein 2.400 Studien im Jahr 2009) und solcher Schriften, wie sie jetzt vom Mankau Verlag vorgelegt wird. Das Buch der beiden Experten Profs. Spitz und Grant wird im Oktober erscheinen. Hier die Information des Verlags:

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Über viele  Jahrhunderte nutzte die Medizin ihre heilende Kraft. Durch intensive Angst-Kampagnen von Dermatologen und Krebsorganisationen, gefördert von Kosmetik- und Pharmaindustrie,  ist sie zum bösen Dämon mutiert, der nur noch unsere Gesundheit bedroht. Antibiotika und die Angst vor Hautkrebs haben die positiven Eigenschaften der Sonnenstrahlen vergessen lassen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie wichtig das Sonnenlicht für unsere Gesundheit ist. Denn ohne Sonne kommt es zu einem Defizit an Vitamin D, das für die Regulation zahlreicher Prozesse in nahezu allen Körperzellen benötigt wird.  Eine deutliche Mehrheit aller Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden an Vitamin-D-Unterversorgung und wissen nicht, dass dieser Mangel in vielen Fällen zu Krebs führen kann.

Das “Sonnenhormon” kann nicht nur bei Betroffenen die Lebensqualität verbessern und die Lebenszeit verlängern, sondern ist vor allem maßgeblicher Schlüssel zur Prävention: Vitamin D senkt das Krebsrisiko und unterdrückt das Wachstum bösartiger Tumore. Außerdem schützt es vor Rachitis und Diabetes, verlangsamt Knochenschwund, kräftigt die Muskulatur, fördert das Immunsystem, produziert körpereigene Antibiotika, schützt die Nervenzellen (auch vor Multipler Sklerose) und senkt den Blutdruck.

Präventionsmediziner Prof. Dr. Jörg Spitz und Vitamin-D-Experte Prof. Dr. William B. Grant schildern die neuesten Forschungsergebnisse zum UV-Licht und zum Sonnenhormon, erläutern, wie der eigene Vitamin-D-Spiegel ermittelt und reguliert werden kann und geben wertvollen und konkreten Rat, wie mithilfe der Heilkraft der Sonne Krankheiten wie Krebs oder Multiple Sklerose vermieden oder gelindert werden können.
Ein Plädoyer für einen gesundheitsbewussten Umgang mit dem Sonnenlicht!

Auf einige der hier behandelten Themen geht Prof. Spitz in einem Gespräch mit der Redaktion ein, das hier und auf dem YouTube-Kanal “Sonne ist Leben” zu sehen ist:

Johan Moan, Querdenker, Pionier und einer der weltweit bekanntesten UV- und Vitamin D-Forscher erhält in diesem Jahr den renommierten Forschungspreis der Universität Oslo (UiO). Moan leitet die Forschungsabteilung für Biophysik und Photodynamische Therapie am Universitätsklinikum Oslo und ist Professor am Physikalischen Institut der Universität Oslo. Er wird insbesondere für seine Forschung über die Effekte von Besonnung auf die menschliche Gesundheit ausgezeichnet.

Bei uns auf SonnenNews.de war der Wissenschaftler schon oft “zu Gast” mit bahnbrechenden Einsichten und Erkenntnisen (z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), die er in einem Interview mit der Redaktion zusammenfasst:

Prof. Moan hatte in vielen seiner Forschungsprojekte etablierten dermatologischen Ansichten widersprochen und manchen eher reflexartig von “Experten” in den Medien wiederholten Vorurteile wissenschaftlich begründete Einsichten entgegengestellt. Vor allem der vernünftige Umgang mit dem lange “verteufelten” UVB als Quelle der Vitamin D-Synthese im menschlichen Körper gehört zu seinen zentralen Botschaften. Er gehörte schon zu einer Zeit, da diese Botschaften auch in Wissenschaftskreisen noch praktisch tabuisiert waren, zu den “Verteidigern”  der “guten”, der lebensspendenden Sonne – auch und gerade der Mittagssonne.

Inzwischen gehören die Arbeiten und die Ergebnisse der Forscher um den norwegischen Professor Johan Moan zum aktuellen Stand der Forschung über die Rolle der UV-Strahlen – ob natürlich oder künstlich – für Prävention und Therapie vor allem bei chronischen Erkrankungen.

Die Preisverleihung findet am 2. September 2010 im Zuge des Jahresempfangs der Universität Oslo statt. Der UiO-Forschungspreis ist mit 250.000 Norwegischen Kronen dotiert.

Quelle: Sunlight Research Forum

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