Sonne im Winter

Mehr Sonne und Solarium im Norden

Es gibt eine Art “Vitamin D-Notstand” weltweit,  das ist inzwischen nicht mehr umstritten und selbst die Dermatologenverbände nähern sich dem Problem, wenn auch mit spitzen Fingern. Für Deutschland hat das “regierungsoffizielle” Robert-Koch-Institut (RKI) die Unterversorgung von rund 60 Prozent der Bevölkerung festgestellt (im “Vitamin D-Winter” noch deutlich mehr). Die Folgen sind gravierend für viele, vor allem chronische, Erkrankungen.

Die Frage, was wäre wenn …? Wenn alle Menschen einen optimalen Vitamin D-Spiegel im Blut hätten.

Dieser Frage sind jetzt zwei der bekanntesten Vitamin D Forscher, Prof. William B. Grant, SUNARC, und Prof. Johan E. Moan, vom Physikalischen Institut der Universität Oslo, für die Skandinavischen Länder nachgegangen. Auf Basis der umfangreichen Literatur entwickelten sie ein Modell für die Wirkung unterschiedlicher Blutwerte/Dosierungen des Sonnenschein-Vitamins bei den unterschiedlichsten Erkrankungen, bei denen diese Wirkung bisher verlässlich nachgewiesen wurde.

Um wieviel geringer würde, so die Frage, die allgemeine Sterberate ausfallen bei  einem als optimal angenommenen Wert von 105 nmol/L für das Vitamin D-Serum (25 (OH)D) im Bevölkerungsdurchschnitt? Wieviel länger also würden die Skandinavier bei optimaler Vitamin D-Versorgung leben können?

Verblüffende Antworten: Die Dänen um 17 Prozent (zwischen 11%–24%), die Finnen um 24 Prozent (17%–32%), die Isländer um ebenfalls 24 Prozent (17%–32%); die Norweger um 18 Prozent (11%–26%) und die Schweden um ebenfalls 18 Prozent (8%–25%).

Allerdings, so betonen die Autoren der Studie, wäre die Voraussetzung dafür ein radikales Umdenken von Regierungen und Verbänden und eine Neubewertung im Umgang mit Sonne und Solarium, bei der Anreicherung von Nahrungsmitteln (wie In USA etwa bei der Milch) und bei den Nahrungsergänzungsmitteln.

Im Vergleich zu den derart umfassenden gesundheitlichen Vorteilen sei die Gefahr bei vernünftiger Nutzung von Sonne und Solarium verschwindend gering und die Gefahr der Überdosierung bei den Nahrungsergänzungen zu vernachlässigen.

Quelle: HighWire

Studie:  William B. Grant, Asta Juzeniene, Johan E. Moan,  Health benefit of increased serum 25(OH)D levels from oral intake and ultraviolet-B irradiance in the Nordic countries, Scandinavian Journal of Public Health, 3. September 2010 (vorab online veröffentlicht)

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