Über einen direkten Zusammenhang von Vitamin D-Mangel und Brustkrebs wird seit einigen Jahren kontrovers diskutiert. Zwei neue Studien aus den USA und Frankreich stützen einmal mehr diese These:
Die französischen Wissenschaftler vom Center for Research in Epidemiology and Population Health in Paris beobachteten 636 Frauen mit einer Brustkrebs-Diagnose im Vergleich mit  1272 gesunden Frauen gleichen Alters, Eintritt der Wechseljahre und Untersuchungszeitpunkt.

In allen Fällen zeigte sich, dass die Teilnehmerinnen mit Vitamin D-Werten im oberen Drittel aller Probanden ein deutlich geringeres Risiko hatten, an Brustkrebs zu erkranken im Vergleich mit den Frauen unteren Drittel der Vitamin D-Versorgung . Am ausgeprägtesten war der Unterschied mit 40 Prozent bei  Frauen nach den Wechseljahren, aber nicht älter als 53 Jahre. Bei den Frauen vor den Wechseljahren fiel dieser Unterschied geringer aus.

Dunkle Haut wird zum Nachteil

Die Ergebnisse der zweiten, noch unveröffentlichte Studie von der Universitiy of South Carolina wurde  vorgestellt bei einem Kongress der American Association of Cancer Research:

Frauen mit einem Vitamin D-Mangel leiden wesentlich häufiger an einer aggressiven Form von Brustkrebs. Das trifft weit häufiger die Frauen mit dunkler Haut als die weissen Frauen. Die pigmentierte Haut hindert die Bildung von Vitamin D3 durch die UVB-Strahlen der Sonne und führt so häufiger zu Vitamin D-Mangel bei Afro-Amerikanerinnen.

Wir wissen, dass dunklere Hautfärbung gewissermaßen als Blockade gegen die Produktion von Vitmain D durch Sonneneinstrahlung , die wesentliche Quelle der Vitamin D-Versorgung” so Prof.  Susan Steck, die Leiterin der Forschungsgruppe.

In der Studie wurden 66 afro-amerikanische und 47 weiße Frauen mit Brustkrebs über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet und ihr Vitamin D-Spiegel gemessen. Der mittlere  Vitamin D-Wert (25 hydroxyvitamin D) bei den weissen Frauen lag bei 29,8 ng/ml, bei den dunkelhäutigen Frauen dagegen bei 19.3 ng/ml. Damit wiesen 60 Prozent der Afro-Amerikanerinnen aber nur 15 Prozent der weissen Amerikanerinnen ein Vitamin D-Defizit (<20 ng/ml) auf.

Die Frauen mit dem Vitamin D-Defizit hatten ein um das Achtfache (800 Prozent) erhöhte Risiko einer besonders aggressiven (tripel-negativ) Brustkrebs-Erkrankung.

Quelle: PubMed und Eurekalert

Studie:  P. Engel et al.,  Serum 25(OH) vitamin D and risk of breast cancer: a nested case-control study from the French E3N cohort, Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2010 Sep;19(9):2341-50.

3 Kommentare zu “Sonnenschein-Vitamin D schützt vor Brustkrebs – Zwei neue Studien”

  1. [...] Über eine frühere Studie aus dem gleichen Forschungszusammenhang haben wir hier berichtet. [...]

  2. [...] Überlebenschancen der Erkrankten. Über frühere Studien zu Vitamin D und Brustkrebs hatten wir hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und [...]

  3. [...] von Brustkrebs ist in den vergangenen Jahren in etlichen Studien belegt worden. (Wir haben hier,  hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und [...]

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