Frau in der Sonne auf dem Golfplatz

Vom Büro auf den Golfplatz - nicht immer von Vorteil (Foto: Glaubitz-Fotolia)

Fast könnte man sagen: Je reicher die Leute, desto eher verursacht ihr Aufenthalt an der Sonne einen “schwarzen” Hautkrebs, das Melanom. Bei den mittleren und unteren Einkommen gibt es diesen Zusammenhang überhaupt nicht.

Eine Studie an verschiedenen kalifornischen Universitäten mit einem innovativen Ansatz verortete die Teilnehmer, 23,564 Fälle von Melanom aus den Jahren 1998- 2002,  per Geotagging in unterschiedlich sozial strukturierten Wohngebieten und befragte sie nach ihren Sonnen-Gewohnheiten.

Dabei stellt sich heraus, dass die Häufigkeit und Intensität des Aufenthalts an der kalifornischen Sonne nur bei den “Oberen Zehntausend”, den Bewohnern der sozial am besten gestellten Viertel, eine Auswirkung auf das Melanom-Risiko hatte. Die Bewohner der reichsten Viertel hatten um 60 Prozent höheres Risiko an Melanom zu erkranken als die Bewohner der ärmsten Viertel.

Ähnliche Ergebniss hatte auch bereits frühere Studien, z.B. in Irland, ergeben.

Die Erklärung dieses Phänomens, das Ergebnissen bei andern Krankheiten diametral widerspricht:
Die Bewohner ärmlicherer Regionen arbeiten sehr viel häufiger in Berufen mit dauerhaftem Aufenthalt im Freien, etwa Gärtner, Bauarbeiter etc., während in den wohlhabenderen Bezirken eher Büro-Angestellt, Manager etc. siedeln, die tagsüber entweder keine Sonne abbekommen oder nur gefiltert duch Glasfenster, die nur das UVA-Licht durchlassen. Diese Menschen haben andererseits Geld und Gelegenheit, in ihrer knapp bemessenen Freizeit sich lange und ohne vorherige Gewöhnungszeit an der Sonne aufzuhalten – auf dem Golfplatz oder am Strand vor allem im Urlaub.

Wie zahlreiche Studien nachgewiesen haben, ist nicht die regelmäßige Bestrahlung mit UV-Licht eine Ursache für das Melanom, sondern die abrupte (intermittierende), lang andauernde Sonnen-Exposition, wie sie typisch ist für Urlaubssituationen bei Büroarbeitern. Als Grund wird von vielen Forschern vermutet, dass der durch regelmäßige Besonnung optimale Vitamin D3 Serum-Spiegel  im Blut durch seine regulierende Wirkung auf die Zellteilung und den Zelltod die Menschen vor dem Melanom schützt.

Quelle: PubMed

Studie: Christina A. Clarke et al.,  Interaction of Area-Level Socioeconomic Status and UV Radiation on Melanoma Occurrence in CaliforniaCancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, November 2010 19; 2727

Ein Kommentar zu “Nur die Wohlhabenden müssen zu viel Sonne fürchten”

  1. [...] Kalifornien bestätigt dieses überraschende Ergebnis früherer Untersuchungen (wir haben darüber hier, hier und hier [...]

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