Gesicht in der Sonne iStockphoto

Im Sommer Sonne und Vitamin D tanken schützt vor dem Winter-Defizit (Foto: iStockphoto)

Nur wer sich  im Sommer regelmäßig an der Sonne aufhält und am Ende des Sommers dadurch  optimale Vitamin D-Werte im Blut aufweisen kann, vermeidet im Herbst und Winter ein akutes Vitamin D-Defizit. Derzeit erreichen die wenigsten Menschen in Europa diesen optimalen Stand und leiden daher im Winter an einem Vitamin D-Mangel mit oft gravierenden gesundheitlichen Folgen.

In einer Studie an der Universität von Manchester waren 125 weisse Engländer im Alter von 20 bis 60 Jahren über einen Zeitraum von 15 Monaten beobachtet worden. Ihr Aufenthalt an der Sonne, ihre Ernährungsgewohnheiten und der Vitamin D-Spiegel im Blut wurde registriert.

Wie erwartet spielte die Vitamin D-Versorgung durch die Ernährung so gut wie keine Rolle. Die Vitamin D-Bildung durch den Aufenthalt an der Sonne war im Frühjahr und Sommer relativ hoch, im Herbst gering und im Winter praktisch nicht vorhanden.

Im September erreichten die Teilnehmer die höchsten Vitamin D-Werte im Blut mit im Druchschnitt 28·4 ng/ml – immer noch deutlich unterhalb der optimalen Werte von 32 ng/ml und darüber. Nur 28 Prozent der Probanden wiesen optimale Werte auf.

Im Februar waren die durchsnittlichen Werte gefallen auf 18·3 ng/ml und lagen damit unterhalb der Schwelle von 20 ng/ml, bei der das akute Vitamin D-Defizit beginnt. Zwischen 20 und 32 ng/ml wird von einem Vitamin D-Mangel bzw.  lediglich einer “Unterversorgung” gesprochen.

Nur die Teilnehmer, die um September deutlich über Werten von 30 ng/ml gelegen hatten (bei Männern sogar erst bei 35 ng/ml), fielen in der Regel im Winter nicht mehr unter die 20 ng/ml-Schwelle, handelten sich also kein Vitamin D-Defizit ein – eine kleine Minderheit!

Eine gleichzeitig erschienene kanadische Studie bestätigt diese Ergebnisse. Auch hier waren die Vitamin D-Werte im September das ausschlaggebende Kriterium für einen ausreichenden Vitamin D-Spiegel im Winter.  Der “epidemische” Vitamin D-Mangel im “Vitamin D-Winter” zeigte sich in dieser Studie sogar noch deutlicher.

Dramatisiert werden diese Ergebnisse noch durch US-Studien, die nachweisen, dass sich der Anteil der Menschen in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt hat, die bereits im Sommer einen Vitamin D-Mangel aufweisen.

In welchem Maße dieser bedenkliche Zustand durch Nahrungsergänzung und/oder regelmäßige Nutzung von Solarien ausgleichen liesse, war in dieser Studie nicht untersucht worden. Frühere Berichte dazu hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Quelle: PubMed

Studien:
A.R. Webb et al., The role of sunlight exposure in determining the vitamin D status of the U.K. white adult populationBritish Journal of  Dermatology, November 2010 ;163(5):1050-5

Agnes Gozdzik et al.,  Serum 25-Hydroxyvitamin D Concentrations Fluctuate Seasonally in Young Adults of Diverse Ancestry Living in TorontoJournal of Nutrition, 1. December 2010, vol. 140 no. 12 2213-2220

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben