Die immunregulierende Wirkung des Sonnenschein-Vitamins ist inzwischen unbestritten.  Immer mehr wissenschaftliche Studien beweisen die Bedeutung des Vitamin D beim Kampf gegen die steil ansteigende Anzahl der Autoimmunerkrankungen wie Diabetes 1 oder Multiple Sklerose (MS). Die Krankheiten treten oft schon in frühester Kindheit auf. Der Sonnen- und Vitamin D-Mangel in der Schwangerschaft gehört unter anderem zu den Auslösern dieser Krankheit bei Neugeborenen.

Mehrere Studien zu diesen Themen wurden jetzt bei der Jahrestagung der European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS) im schwedischen Göteborg vorgestellt.

In einer Übersicht der wissenschaftlichen Literatur bis heute fassten die beiden Autoren, Irfan Rafique nnd Jette Lautrup Frederiksen von der Universität Kopenhagen, Dänemark, zusammen: “Acht von neuen Untersuchungen zeigten einen signifikanten Zusammenhang von Vitamin D-Mangel im Blut und Multipler Sklerose. Während  der Aufenthalt an der Sonne in der Kindheit und Pubertät einen klaren Zusammenhang mit MS aufweist, ist die Zufuhr von Vitamin D über die Erhährung ohne Bedeutung.”

Kanadische Forscher verschiedener Institute im “Canadian Pediatric Demyelinating Disease Network” untersuchten in einer Studie 135 Kinder unter 16 Jahren, die mit einem ersten Verdacht auf MS untersucht worden waren. Der Vitamin D – Spiegel im Blut dieser Kinder wurde gemessen und die Entwicklung über einen längeren Zeitraum beobachtet. Bei einem Viertel der Kinder in der Gruppe entwickelte sich tatsächlich eine Multiple Sklerose.

Es stellte sich heraus, dass der Anteil der Kinder mit den niedrigsten Vitamin D-Werten bei der Gruppe der akut an MS erkrankten wesentlich höher lag als bei den Kindern, bei denen die Sympome wieder verschwanden. Oder in anderen Worten: Das MS-Risiko lag bei den Kindern mit niedrigen Vitamin D-Werten wesentlich höher als bei bei denen mit normalem oder optimalem Vitamin D-Spiegel.

Eine weitere Studie von der Universität Bergen, Norwegen, lieferte eine Bestandsaufnahme der Faktoren, die bei der Entstehung der Multiplen Sklerose von Bedeutung sind. Die norwegischen Forscher identifizierten dabei eine Gruppe von Genen (HLA genannt), die die Immunaktivität kontrollieren, aber auch Umwelteinflüsse und Auswirkungen der Lebensführung wie eben ein niedriger Vitamin D-Spiegel und bestimmte Viren. Wie Prof. Trond Riise, einer der Autoren der Studie ausführte, liegt die eibentliche Gefahr in der Wechselwirkung dieser unterschiedlichen Faktoren.

Durch den Vitamin D-Mangel allein erkranken Menschen nicht an MS. Im Verein aber mit anderen auslösenden Faktoren spielt, so die Studie, das Sonnenschein-Vitamin eine  bedeutende Rolle. Mit der Kenntnis dieser Wechselwirkungen hoffen die Wissenschaftler weltweit, den Ausbruch dieser bisher unheilbaren Krankheit verhindern zu können.

Quelle: ECTRIMS

Studien:

H. Hanwell et.al., HLA-DRB1*15 and vitamin D status at first demyelinating episode are independent risk factors for MS in children, präsentiert bei der ECTRIMS-Jahrestagung 2010, Göteborg, Schweden. (Die Präsentation)

Irfan Rafique, Jette Lautrup Frederiksen, A Complete Literature Survey: Vitamin D and Multiple Sclerosis – What is Clearly Evident?, präsentiert bei der ECTRIMS-Jahrestagung 2010, Göteborg, Schweden (Das Poster)

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