Sonne schützt vor Multipler Sklerose

Sonne schützt die Nervenhüllen

Wer häufiger und länger sonnt und sich so einen hohen Vitamin D-Spiegel “ersonnt”, schützt seine Nerven vor Schäden an den Hüllen, die die Nerven im menschlichen Körper umgeben. Schon seit langem ist bekannt, dass die Menschen in den südlichen Ländern und Regionen zum Beispiel weit seltener an der unheilbaren Multiplen Sklerose erkranken als Menschen in nördlicheren Gefilden.
Allerdings erklären Sonnen-Exposition und Vitamin D nur einen Teil dieses Nord-Süd-Gefälles.

Forscher von verschiedenen australischen Instituten und Kliniken, die bereits seit vielen Jahren den Zusammenhang von UV-Strahlen und Gesundheit untersuchen, haben jetzt in der internationalen Fachzeitschrift “Neurology” ihre Ergebnisse dazu veröffentlicht. 216 Patienten aus den unterschiedlichen Regionen Australiens zwischen dem 27. und 43. Grad südlicher Breite , die gerade erst mit der Krankheit MS diagnsotiziert worden waren, nahmen an der Studie teil. Zum Vergleich wurden  395 gesunde, gleichaltrige Australier aus den gleichen Regionen untersucht.

Die Teilnehmer  wurden befragt nach ihrem Aufenthalt an der Sonne in den verschiedenen Lebensphasen seit ihrer Kindheit. Das Ausmaß der Hautschäden und die Hautpigmentierung durch die Sonneneinstrahlung wurde gemessen und der Vitamin D-Spiegel im Blut bestimmt. Die Sonnen-Dosis für jeden Teilnehmer wurde in Kilojoule pro Quadratmeter (kJ/m²) gemessen.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Wahrscheinlichkeit, an einer Multiplen Sklerose zu erkranken, sank um nicht weniger als 30 Prozent für jede zusätzliche 1,000 Kilojoule an Sonnenstrahlen auf den Haut.  Die Teilnehmer mit den deutlichsten Anzeichen für Hautschäden durch UV-Strahlen hatten eine 60 Prozent geringeres Risiko, an MS zu erkranken.

Entsprechend auch die Ergebnisse für die Vitamin D-Werte im Blut: je höher desto geringer die Gefahr einer MS-Erkrankung. Erstaunlicherweise aber zeigte sich, dass die Sonnen-Einstrahlung und der Vitamin D-Spiegel ihre positiven Wirkungen unabhängig voneinander entfalteten. Bei fortgeschrittener MS-Erkrankung allerdings, so der Leiterin der Studie, Prof. Robyn Lucas,  habe die Besonnung keine positiven Auswirkungen mehr.

Prof. Lucas: ” Eine moderate Dosis Sonnenschein auf der Haut, möglichst häufig, ist vermutlich das Optimum sowohl für einen gesunden Vitamin D-Spiegel als auch für andere Gesundheitseffekte.” (Übers. von Reuters d.Red.)

Sonne in der Kindheit schützt vor MS in späteren Jahren

Bei einer Untersuchung von (ehemaligen) US-Soldaten mit MS an der Universität von Maryland konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass bei Teilnehmern, die sich in der Kindheit vor allem im Winter wenig an der Sonne aufgehalten hatten, die Multiple Sklerose über zwei jahre früher ausbrach als bei Patienten mit mehr Sonnenexposition im Kindesalter.

Wer als Kind mit regelmäßig Lebertran traktiert worden war,  bei dem setzten die MS-Symptome gar erst vier Jahre später ein.

Da Sonnenexposition und Einnahme von Lebertran auf einen für höheren Vitamin D-Spiegel hinweist, schliessen die Forscher, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D in der Kindheit und Jugend den Beginn und den Krankheitverlauf bei Multipler Sklerose positiv beeinflusst.

Quelle: Science Daily

Studien:
R. M. Lucas et al.,  Sun exposure and vitamin D are independent risk factors for CNS demyelination. Neurology, 2011; 76 (6): 540

T-Y. McDowell et al., Sun Exposure, Vitamin D and Age at Disease Onset in Relapsing Multiple Sclerosis, Neuroepidemiology, 2011;36(1):39-45, online vorab

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