Melanotan

Per Spritze oder als Implantat - die Barbie-Droge Melanotan

Ärzte und Apotheker (ABDA) warnen wieder einmal vor dem “schwarzen Markt” mit Melanotan, ein Medikament, das unter dem Spitznamen “Barbie-Droge” im Internet Karriere gemacht hat (wir haben hier, hier, hier, hier, hier und hier darüber berichtet) und neben brauner Haut auch Schlankheit, Potenz und andere heiss ersehnte Wirkungen verspricht.

Aufhänger war jetzt der Fall einer Frau in Niedersachsen, die sich sich 15 Milligramm des Mittels “Melanotan II” gespritzt und auf nahtlose Bräune gehofft hatte. Stattdessen bekam sie Bauchschmerzen und musste sich erbrechen und als Notfall in eine Klinik eingeliefert werden.

Die Gift-Experten des Giftinformationszentrum (GIZ) Nord warnen dringend vor dem Gebrauch des Mittels. „Melatonan II“ sei in keinem Land weltweit als Arzneimittel zugelassen. Im Internet werde es als hormonähnliche Substanz beworben, die zu einer nahtlosen Hautbräunung führen soll.

Seit der “Erfindung” von Melanotan vor mehr als fünf  Jahren und wiederholten Versuchen der Entwickler-Firmen, die Droge unter wechselnden Indikationen legal in den Markt zu bringen, werden Ärzte-Organisationen nicht müde, das Präparat an den Pranger zu stellen – durchaus zurecht. Dass aber die Panikmache der gleichen Organisationen vor Sonne und Solarium erst die Auswüchse am illegalen Internet-Markt auslösten, wird wohlweislich verschwiegen. Wer die kontrollierte, moderate und sanfte Bräune auf der Sonnenbank eine Qualitätsstudios verteufelt, darf sich nicht wundern, wenn es am Urlaubsstrand oder eben bei illegalen Bräunungsdrogen zu Exzessen kommt.

Quelle: dpa

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben