Dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Mangel an Sonnenschein-Vitamin D und der Parkinson`schen Krankheit gibt, ist in etlichen Studien aus jüngster Zeit regelmäßig nachgewiesen worden. Auch die Entdeckung von Vitamin D-Rezeptoren an Gehirn- und Nervenzellen deuteten auf eine wichtige Rolle des Vitamin D für Funktionen von Nerven und Zellen im Gehirn hin.

Aber wie immer bei solchen Studien blieb ein Restzweifel, ob nicht der Vitamin D-Mangel Folge der Erkrankung, also z.B. der zunehmenden Isoliertheit der Kranken und ihr Aufenthalt in geschlossenen Räumen, sei und nicht umgekehrt.

Der Antwort kommt jetzt eine Studie in dem internationalen Fachmagazin “Archives of Neurology” einen großen Schritt näher: Die Wissenschaftler untersuchten Patienten im ersten Frühstadium der Krankheit, noch vor dem Einsetzen manifester Symptome und der medikamentösen Therapie. Bei diesen Patienten wurde der Vitamin D-Status bestimmt und dann über den gesamten verlauf der Krankheit hin verfolgt.

Entgegen den Erwartungen der Forscher lagen zwar die Vitamin D-Werte zu Beginn der Untersuchungen relativ niedrig im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen, fielen aber im Verlauf der Studie nicht weiter ab – im Gegenteil. Die Tests ergaben einen leichten Anstieg der Werte bei fortschreitender Erkrankung. In anderen Worten: Die Krankheit selbst führt nicht zu einem Vitamin D-Defizit oder zur Verstärkung dieses Defizits. Das Vitamin D-Defizit besteht bei Ausbruch der Krankheit und ist vermutliche einer der auslösenden Faktoren für die Krankheit. Ende der “Henne-und-Ei-Diskussion”.

Quelle: Eurekalert

Studie:  Marian L. Evatt et.al., High Prevalence of Hypovitaminosis D Status in Patients With Early Parkinson Disease, Archives of Neurology, 2011;68[3]:314-319

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben